Warum putzen wir eigentlich unsere Zähne? Eine der häufigsten Antworten: „Um die Essensreste zu entfernen!“ Natürlich ist das nicht ganz falsch, aber es trifft eben nicht den Kern. In erster Linie geht es darum, bakteriellen Zahnbelag – auch Biofilm oder Plaque genannt – zu entfernen. Schädliche Bakterien sind für Erkrankungen wie Karies und Parodontitis verantwortlich, der Hauptursache für Zahnverlust. Sie verstecken sich am liebsten zwischen den Zähne, unter dem Zahnfleischrand und vor allem auf dem hinteren Teil der Zunge. Schon die allgegenwärtige Anwesenheit der unsichtbaren Krabbeltiere macht deutlich: Zweimal am Tag mit der Zahnbürste irgendwie über die Beißerchen zu schrubben – das reicht für eine professionelle Mundhygiene nicht aus. Auch bei der Zahnpflege sollte mit System vorgegangen werden.

Zähne, Zahnzwischenräume und die Zunge

Wer alle zwölf Stunden seine Zähne gründlich putzt, der erwischt sicher einen großen Teil des bakteriellen Belages. Wichtig: Nicht nur die Zähne, sondern vor allem auch den Rand des Zahnfleisches putzen, hier verstecken sich Bakterien bekanntlich sehr gerne. Den Biofilm finden wir allerdings auch in den vielen Zahnzwischenräumen, die fast ein Drittel der gesamten Zahnoberfläche ausmachen. Die Zahnbürste alleine reicht hier nicht aus, da sie die Zahnzwischenräume nicht erreicht.

Einmal am Tag heißt es daher: Zahnseide oder Zahnzwischenraum-Bürsten nutzen. Wenn die Abstände der Zähne größer sind, empfehlen sich die Interdentalbürstchen, die es in verschiedenen Stärken gibt. Gerade bei der Zahnseide sollte mit der richtigen Technik gearbeitet werden, damit es nicht zu Verletzungen des empfindlichen Zahnfleischs kommt. Mit Zahnsticks aus Holz oder aus Kunststoff beseitigt man Nahrungsreste, Zahnbelag kann mit diesen Hilfsmitteln nicht entfernt werden.

Wer seinen Mundraum möglichst gründlich reinigen möchte, der sollte sich auch um seine Zunge kümmern. Gerade auf dem hinteren, rauen Teil sind Bakterien in großer Zahl zu finden. Mit Zahnbürsten, Zungenschabern oder auch einem umgedrehten Esslöffel kann hier dauerhaft viel erreicht werden

Den perfekten Umgang mit Zungenreinigern, Zahnseide und Bürstchen erklären die Prophylaxe-Profis in den Zahnarztpraxen ihren Patienten gerne.

Die beste Zahnbürste ist die, mit der geputzt wird

Bei der Suche nach der richtigen Zahnbürste verzweifeln viele schon an der großen Auswahl. Grundsätzlich gilt es einige wichtige Kriterien zu beachten: Der Bürstenkopf sollte nicht zu groß und die Borsten nicht zu hart sein. Weiche bis mittelharte Borsten reinigen – bei richtiger Technik – gut und reduzieren die Verletzungsgefahr für das Zahnfleisch.

Es ist wichtig, dass überhaupt geputzt wird. Daher sollten immer Zahnbürsten gewählt werden, bei denen Kinder, Erwachsene und auch Senioren ein gutes und sicheres Gefühl haben. Biegen sich die Borsten nach außen, oder ist die Zahnbürste drei Monate im Gebrauch – bitte wechseln!

„Elektrische Zahnbürsten bekämpfen Zahnbelag und Zahnfleischentzündung besser als Handzahnbürsten.“ – schreibt die „Apotheken Umschau“ und zitiert eine Untersuchung der Cochrane Collaboration. Die Wissenschaftler analysierten 51 Studien mit insgesamt 4.624 Teilnehmern. „Elektrozahnbürsten entfernten in einem Zeitraum von drei Monaten bei täglichem Zähneputzen im Schnitt 21 Prozent mehr Belag. Außerdem traten elf Prozent weniger Zahnfleischentzündungen auf. Ob die Unterschiede auch zu weniger Karies und Parodontitis führen, ist noch unklar.“ (Quelle: ots, Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 8/2014)

Tipps und die „Professionelle Prophylaxe“ in der Praxis

Nicht nur Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta und die Reinigung der Zahnzwischenräume haben positive Effekte auf die Mundgesundheit. Auch Mundduschen, Spülungen und zahnfreundliche Kaugummis können helfen, Zähne und Zahnfleisch gesund zu halten. Für jeden Menschen gibt es den individuell besten Weg zu einer optimalen Mundgesundheit. Erster Ansprechpartner sind hier die Spezialisten in den Zahnarztpraxen. Sie wissen genau, welche Techniken und Hilfsmittel für jeden Patienten geeignet sind. Individuelle Prophylaxeprogramme, zu denen auch die professionelle Zahnreinigung gehört, sind ein wichtiger Bestandteil der allgemeinen Gesundheitsvorsorge!

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