Chronische Kopf- und Rückenschmerzen reduzieren die Lebensqualität der Betroffenen zum Teil dramatisch! Viele Patienten haben einen langen Weg durch die verschiedenen Arztpraxen hinter sich – nicht immer mit Erfolg. Für sie könnte sich ein Besuch in der Zahnarztpraxis lohnen. Denn wenn Ober- und Unterkiefer nicht richtig zusammenpassen, entstehen muskuläre Spannungen und Verspannungen, die sich langfristig auf den gesamten Körper auswirken können. CMD – „Craniomandibuläre Dysfunktion“ – lautet der Fachbegriff.Fotolia_50652819_S_copyright

Das bedeutet nichts anderes, als eine Fehlfunktion zwischen Schädel (Cranium) und Unterkiefer (Mandibula). Von dieser so genannten „Fehlbisslage“ sind rund 80 Prozent der Deutschen – vom Kind bis zum alten Menschen – betroffen. Bei fünf Prozent zeigen sich die beschriebenen Schmerzzustände oder weitere  Symptome wie Schwindelanfälle und Tinnitus, die bis zur gesellschaftlichen Isolation führen können. Deutlich häufiger sind übrigens Frauen betroffen. Die Fehlfunktion des Kiefergelenkes und der Kaumuskulatur ist heilbar – allerdings ist hier eine komplexe Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachrichtungen nötig. Denn die CMD muss ihren Ursprung nicht im Bereich des Kiefergelenkes haben: Dauernde Fehlhaltungen, muskuläre Dysbalancen, Wirbelsäulenblockaden, aber auch Zahnbehandlungen und Unfälle können die CMD auslösen.

Viele Zahnarztpraxen bieten mittlerweile die entsprechende Diagnostik und Behandlung an – in der Regel in Kooperation mit Orthopäden und Physiotherapeuten. Nur eine exakte Diagnostik kann den späteren Therapie-Erfolg sichern. Erst wenn die Ursachen für die Fehlfunktionen im Kiefer gefunden worden sind, kann das medizinische Netzwerk die individuell optimale Behandlung planen und durchführen.

Eine der Hauptursachen ist die falsche Bisslage von Ober- und Unterkiefer. Hier arbeiten die Spezialisten in der Regel mit einer herausnehmbaren Schiene, ähnlich der bekannten Knirscherschiene. Eine erste Linderung der Schmerzen kann – je nach Situation – schon nach wenigen Wochen erreicht werden. Die Übernahme der Kosten einer CMD-Behandlung ist für gesetzlich Versicherte von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Hier gilt, wie für privat Versicherte: Erst bei Krankenkasse und Versicherung informieren und eine mögliche Kostenübernahme schriftlich zusichern zu lassen.

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