Jeder gesunde Mensch hat 656 Muskeln im Körper. Der stärkste von allen ist aber nicht etwa der Bizeps oder der Oberschenkelmuskel – sondern der Kaumuskel!  Doch ohne die zwei großen Backenzähne auf jeder Seite des Kiefers könnte er seine Stärke nicht ausspielen. Sie sind sein perfektes Werkzeug. Besonders auffällig: Die Backenzähne haben sichtbare Rillen und Vertiefungen – die sogenannten Fissuren. Für schädliche Bakterien sind die kleinen Fugen eine willkommene Einladung. Eine Fissurenversiegelung in der Zahnarztpraxis kann hier ein eindeutiges Stop-Signal setzen! mädchen sitzt im zahnarzt-stuhl und lacht mit daumen hoch

Bakterien wohnen gerne auf den Backenzähnen

Wie Mahlsteine übertragen unsere Backenzähne die Kraft der Kaumuskulatur und zerkleinern selbst harte Lebensmittel wie Nüsse ohne Probleme. Tatsächlich sehen die mächtigen Backenzähne ein bisschen aus wie eckige Steinchen mit feinen Rillen und Vertiefungen.

Besonders bei den bleibenden Backenzähnen von Kindern entdeckt man viele davon. Die Kauflächen sind noch nicht so abgenutzt wie die von Erwachsenen, weil sie in ihrem jungen Zahn-Leben noch nicht so viel zermahlen mussten. Bakterien und Keime nisten sich hier besonders gerne ein. Die Zahnbürste kann ihnen nichts anhaben, denn die kommt nicht bis in den letzten Winkel der hügeligen Zahn-Landschaft. So entsteht dort ohne Behandlung eine Karies.

Fissuren-Versiegelung in der Zahnarztpraxis

Doch es gibt eine Möglichkeit, Karies den Eintritt in den jungen Backenzahn zu verwehren: die Fissurenversiegelung. Dabei verschließt der Zahnarzt mit einem speziellen Kunststoff gefährdete Bereiche des Zahns und schützt ihn damit vor Eindringlingen.

Eine Versiegelung dauert in der Regel nur wenige Minuten. Zunächst wird die Oberfläche des Zahns mit einem Säure-Gel angeraut. Dadurch hält der Kunststoff nachher besser auf dem Zahn. Anschließend trägt der Zahnarzt den Kunststoff auf und härtet ihn mit einem bestimmten Licht direkt am Zahn. Ob alles sitzt, prüft der Zahnarzt beim Biss-Test. Dann ist die Zahnoberfläche erst einmal für mehrere Jahre vor den Karies-Bakterien geschützt.

Selbst wenn Karies den Zahn schon oberflächlich angegriffen hat, kann eine Fissurenversiegelung noch größere Schäden verhindern. Der Zahnarzt entfernt dazu die betroffene Stelle von dem Schädling und schließt das kleine Loch mit Kunststoff. Eine fortgeschrittene Karies macht die Sache jedoch komplizierter. In dem Fall bekommt der Zahn in der Regel eine Füllung.

Kontrolle unmittelbar nach der Versiegelung

Es kann vorkommen, dass eine Versiegelung nicht dicht hält und Karies eindringen kann. Deshalb sollte der Zahnarzt regelmäßig kontrollieren, ob der Schutz intakt ist. Am besten also direkt nach der Versiegelung einen Termin zur Kontrolle machen. Dann heißt es für Karies und Co.: „Kein Eintritt in den Backenzahn!“

Übrigens: Die Kosten für eine Fissurenversiegelung der ersten und zweiten bleibenden Backenzähne werden von der Krankenkasse im Rahmen des Prophylaxe-Programms bei 6- bis 17-Jährigen übernommen. #FragDenZahnarzt und ab in die Zahnarztpraxis!

Informationen zur Fissurenversiegelung: KZBV – Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung