Die Zahnbürste ersetzen, für weißere Zähne sorgen und nebenbei auch noch den Atem auffrischen – von Zahnpflegekaugummis wird einiges erwartet. Doch die kleinen Kaubonbons sind kein Wundermittel. Wir erklären, was sie wirklich für die Zahngesundheit tun können und was es beim Kaugummi-Kauf zu beachten gibt.

Kaugummis unterstützen die natürliche Schutzfunktion

Schon zur Steinzeit kauten unsere Vorfahren auch abseits der Mahlzeiten. Auf einem mehrere tausend Jahre alten Stück Birkenrinde fanden Forscher Zahnabdrücke als Beleg für die frühe Lust am Kauen. Heute zieht sich Kaugummi durch unser Leben: Wir kauen, weil wir nervös sind, weil wir einen frischen Atem wollen oder weil wir unsere Zähne pflegen möchten.

Dafür gibt es sogenannte Zahnpflegekaugummis. Die klebrigen Helfer unterstützen eine wichtige natürliche Schutzfunktion der Zähne – den Speichelfluss.

Durch das Kauen wird mehr Spucke produziert, die gefährliche Säuren nach Mahlzeiten neutralisiert und zudem noch Essensreste wegspült, die an der Entstehung von Mundgeruch beteiligt sind. Außerdem enthalten viele Zahnpflegekaugummis Fluoride, die den Zahnschmelz stärken.

Der beste Zeitpunkt ist direkt nach dem Essen

Etwa 15 bis 20 Minuten nach dem Essen sollte der Kaugummi den Speichelfluss ankurbeln. „Das Kaugummikauen ist die leichteste Art der Prävention“, sagt Dr. Herbert Michel, Referent Prophylaxe der Bayerischen Landeszahnärztekammer, auf der Website der BLZK.  Doch bevor jetzt jeder die Zahnbürste aus dem Badezimmer verbannt: „Es kann jedoch das Zähneputzen zweimal pro Tag auf keinen Fall ersetzen“, ergänzt Dr. Herbert Michel.

Wer zusätzlich zum Zähneputzen etwas für seine Zahngesundheit tun möchte, sollte auf zuckerfreie Kaugummis setzen. Xylit ist ein beliebter Zuckerersatz, der süß schmeckt und außerdem noch etwas gegen Karies tut. Vier Gramm von dem Zucker-Ersatzstoff können helfen, das Kariesrisiko zu senken. Die Bakterien im Mund freut es gar nicht – die können Xylit nicht verwerten und hungern quasi aus.

Zahnfreundliche Süßigkeiten erkennen Sie übrigens am Zahnmännchen. Das Symbol kennzeichnet Süßigkeiten und Produkte, die Sie ohne Bedenken genießen können.

INFO: Zahnfreundliche Süßigkeiten, Getränke und Kaugummi

Verfärbungen verschwinden nicht beim Kauen

Die Zähne freut es also, wenn wir zwischendurch auf einen geeigneten Kaugummi beißen. Doch viele erhoffen sich von der Kauerei nicht nur gesunde, sondern auch weiße Zähne. Zahnpflegekaugummis mit sogenannten Mikrogranulaten sollen Verfärbungen einfach wegschleifen. „Mechanisch gereinigt werden beim Kauen lediglich die Kauflächen der Zähne. Daher kann das Kauen von Zahnpflegekaugummis immer nur ein zusätzlicher Beitrag zur Mundgesundheit neben dem Zähneputzen sein“, erklärt Experte Dr. Herbert Michel.

Kauen sollte also jeder, der auch zwischendurch etwas für seine Mundgesundheit tun möchte. Und einen praktischen Nebeneffekt hat die gesunde Kauerei offenbar auch noch: Ohrwürmer verschwinden schneller aus der Endlosschleife. Bei gleichzeitigem Kauen und dem Erinnern an den Ohrwurm soll dieser ganz schnell vergessen sein. Das fanden jedenfalls Forscher aus Großbritannien heraus.

Wer also demnächst beim Mittagessen zu Helene Fischer in ein Mettbrötchen beißt, hat gleich drei Gründe für ein Zahnpflegekaugummi danach.