Wer die Professionelle Zahnreinigung (PZR) bisher für überflüssig gehalten hat, sollte sich die Ergebnisse der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie ganz genau anschauen. Die Zahlen machen deutlich: Prophylaxemaßnahmen wie die PZR zeigen Wirkung. Chronische Entzündungen des Zahnbetts sind deutschlandweit weniger geworden.

Parodontalerkrankungen haben sich halbiert

Seit 25 Jahren erforscht das Institut der Deutschen Zahnärzte die Mundgesundheit der Bundesrepublik. Für die fünfte Auflage der Mundgesundheitsstudie haben die Wissenschaftler von Oktober 2013 bis Juni 2014 in 90 Gemeinden etwa 4600 Menschen aller Altersgruppen und sozialen Schichten untersucht. Die fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie ist damit die größte ihrer Art in Deutschland und liefert wichtige Erkenntnisse für die Vorsorge von chronischen Erkrankungen des Zahnbetts. (Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung)

Parodontitis ist nicht nur die häufigste Ursache für frühzeitigen Zahnverlust bei Erwachsenen, sondern erhöht nachweislich das Risiko für Krankheiten wie Diabetes, Lungenentzündungen und rheumatoide Arthritis. Auch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems begünstigt die chronische Entzündung des Zahnbetts.

Grafik_Parodontalerkrankungen

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Deswegen sind die Ergebnisse der Fünften Mundgesundheitsstudie umso erfreulicher: Schwere Parodontalerkrankungen bei der Altersgruppe der jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) haben sich seit 2005 halbiert. Auch bei den Senioren (65- bis 74-Jährige) ist ein ähnlicher Trend zu sehen. Insgesamt haben sich die Gruppen der Patienten mit keiner oder einer milden Parodontitis sogar verdoppelt und teilweise verdreifacht. Die Präventionsmaßnahmen gegen chronische Entzündungen des Zahnbetts zeigen Wirkung!

„Patienten, die regelmäßig eine PZR durchführen lassen, leiden bis zu 50 Prozent weniger an einer Parodontitis. Dennoch bleibt die Parodontitis eine Volkskrankheit, die stark vom Mundgesundheitsverhalten der Patienten abhängig ist. Auf Grund ihres chronischen Verlaufs und ihrer Wechselwirkungen insbesondere zum Diabetes darf sie nicht verharmlost werden“, sagt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer.

Die PZR alleine reicht nicht

Die Zähne brauchen also die Professionelle Zahnreinigung, um gesund zu bleiben. Doch zu einer guten Prophylaxe gehört mehr! Bei der Vorsorge in der Zahnarztpraxis geht es vor allem darum, das individuelle Risiko für Erkrankungen wie Parodontitis und Karies zu erkennen und durch entsprechende Maßnahmen zu verringern.

Das Bewusstsein für eine gute Mundgesundheit sollte aber nicht an der Praxistür aufhören. Wer langfristig gesund im Mund bleiben möchte, sollte seinen Zähnen neben der Reinigung von einer ausgebildeten Fachkraft in der Praxis auch eine angemessene Pflege zu Hause gönnen.

Mit Interdentalbürsten und Zahnseide lassen sich Beläge in den Zwischenräumen gut entfernen. Dazu stärkt eine fluoridhaltige Zahnpaste den Schutz vor Karies. Die Profis in der Praxis geben Tipps, wie die wichtigen Hilfsmittel verwendet werden.

Auch auf die Ernährung achten

Nicht zu unterschätzen ist auch der Anteil der Ernährung. Vollkornprodukte und grünes Gemüse enthalten viele Vitamine und Spurenelemente, die unseren Zähnen und dem Zahnfleisch gut tun. Zucker, säurehaltige Speisen und Getränke stehen hingegen auf der Liste „Besser selten als regelmäßig“.

Für eine gute Prophylaxe ist am Ende aber jeder selbst verantwortlich. Wer sich Unterstützung aus der Praxis holt, zu Hause auf die richtige Pflege achtet und einen gesunden Lebensstil pflegt, tut schon viel für gesunde Zähne. Dann stehen die Zeichen gut, dass die Ergebnisse der nächsten Mundgesundheitsstudie noch besser sind.