Mit einer Parodontitis ist nicht zu spaßen! Die chronische Entzündung des Zahnhalteapparates – wird gerne auch mal Parodontose genannt – kann nicht nur Zahnverlust zur Folge haben. Bereits im letzten Jahr sorgte eine Studie der „Deutschen Hochdruckliga e.V.“ für Furore und bestätigte, was Zahnärzte längst wussten: Eine Parodontitis kann die Risiken für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, insbesondere für Bluthochdruck, erhöhen. Betroffene Patienten erleiden häufiger einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Eine kontinuierliche Parodontitis-Behandlung kann hingegen den Blutdruck wieder senken und Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren.

Plötzlich Bluthochdruck? Kontrollieren Sie Ihre Zahngesundheit!

Wird eine Parodontitis nicht behandelt, schädigt die Entzündung kontinuierlich den Zahnhalteapparat. Die Knochensubstanz bildet sich zurück, die Zähne lockern sich und ohne Behandlung droht massiver Zahnverlust. Das Immunsystem des Körpers ist aufgrund der chronischen Entzündung im Dauereinsatz und macht irgendwann schlapp – mit der Folge, dass sich die Erreger über die Blutbahn im gesamten Körper ausbreiten, die Gefäßwände angreifen und dort entzündliche Prozesse auslösen können.

Noch ist der Zusammenhang zwischen Parodontitis und Hypertonie (Bluthochdruck) nicht genau erforscht, Messungen der Pulsgeschwindigkeit bei Patienten mit und ohne Parodontitis bestätigen jedoch die Ergebnisse. Dr. med. J. Baulmann von der Kardiologischen Klinik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck hat die Studien fachlich begleitet. Er erklärt: „Sehr wahrscheinlich sind dieselben Erreger, die Parodontitis auslösen, auch die Ursache für den erhöhten Blutdruck und die vermehrten Herzinfarkte sowie Schlaganfälle.“

Die verantwortlichen Bakterien sind sehr hartnäckig. Einmal manifestiert, lassen sie sich leider nicht vollständig beseitigen und die Entzündungen müssen konsequent behandelt werden.

Erstaunliche Ergebnisse: Parodontitisbehandlung senkt Blutdruck

Die Studie aus dem vergangenen Jahr erforschte den Zusammenhang des Bluthochdrucks und der Zahngesundheit. Die Forscher wollten unter anderem wissen, ob eine Verbesserung der Mundgesundheit den Blutdruck senken würde. Hierzu dokumentierten die Wissenschaftler die Behandlungsergebnisse von 100 Probanden mit Parodontitis, bei denen entsprechende Behandlungen durchgeführt wurden.

Und siehe da: Nach einem Jahr hatten diese Patienten wieder „elastische“ Gefäße und einen deutlich niedrigeren Blutdruck. Die Studie erbrachte erste schlüssige Beweise, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen und daraus resultierende mögliche Folgen wie Schlaganfall und Herzinfarkt durch eine Parodontitis-Behandlung reduziert werden können.

Wer sein Immunsystem und seine allgemeine Gesundheit unterstützen möchte, der sollte großen Wert auf die Gesundheit von Zähnen, Zahnfleisch und Zahnersatz legen. Regelmäßige Kontrollen in der Zahnarztpraxis und eine professionelle Prophylaxe sind hier die wichtigsten Schritte!