frau mit offenem mund in der zahnarztpraxis - keine Angst vor dem zahnarzt

Für Ihre Gesundheit: Keine Angst vor dem Zahnarzt!

Gehören Sie auch dazu? Alleine der Gedanke an einen Termin in der Zahnarztpraxis treibt Ihnen die Schweißperlen auf die Stirn? Dann sollten Sie schnell handeln! Wer auf die regelmäßige Kontrolle und sogar auf notwendige Behandlungen verzichtet, der riskiert mehr als hier und dort mal einen Zahn: Die Mundgesundheit hat Einfluss auf die allgemeine Gesundheit, auf Lebensqualität, Fitness und den sozialen Alltag in Gesellschaft und Beruf! Was also tun – gegen die Panik vor dem Zahnarztstuhl?

Zahnarzt-Angst: Auswirkungen der Dentalphobie

Viele Patienten setzen sich mit einem mulmigen Gefühl auf den Zahnarztstuhl. Einige verweigern den Gang zum Zahnarzt sogar komplett, sie haben Panik und können weder den Geruch noch den Gedanken an eine Zahnarztpraxis ertragen. Zahnarztangst ist nicht die Angst vor der Person des Arztes, sondern die übersteigerte Angst vor der Zahnbehandlung – in der Fachsprache Dentalphobie genannt.

Sowohl die körperliche als auch die seelische Gesundheit stehen auf dem Spiel. Hinzu kommen Scham und Selbstvorwürfe wegen der schlechten Zähne. Durch die krankhafte Abneigung vor jeder Zahnarztpraxis vermeiden Patienten oft über Jahrzehnte die notwendige zahnärztliche Behandlungen – Zahnschmerzen werden mit Schmerzmitteln behandelt, Zahnverlust ignoriert.

Unbehandelte, chronische Entzündungen (Gingivitis, Parodontitis) schwächen das Immunsystem und begünstigen Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Durch den unvermeidlichen Zahnverlust droht die gesellschaftliche Ausgrenzung.

Bewusstsein für die Mundgesundheit steigt

Den Menschen in Deutschland ist die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch sehr wichtig, so ein Ergebnis der 5. Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS).

70 und 85 Prozent der Befragten sind – je nach Altersgruppe – davon überzeugt, viel oder sehr viel für die Gesundheit der eigenen Zähne tun zu können. Dazu gehören auch Mundgesundheits-Checkups: Mehr als drei von vier Befragten gaben an, den Zahnarzt regelmäßig zur Kontrolle aufzusuchen. Demnach liegt der Anteil der kontrollorientierten Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern bei 82 Prozent, bei Erwachsenen bei 72 Prozent und bei Senioren sogar bei 90 Prozent.

Doch was ist mit dem restlichen Viertel der Erwachsenen? Haben diese Personen kerngesunde Zähne und keine Probleme mit Karies oder mit Erkrankungen des Zahnhalteapparates? Nein, Sie haben Angst vorm Zahnarzt und schämen sich für ihre schlechten Zähne. Zumindest diese Scham ist unbegründet. Kein Zahnarzt ist entsetzt über kariöse oder fehlende Zähne, denn das ist sein Job.

Die Zahnarztpraxis hat etwas gegen Stress und Schmerzen

Kein Zahnarzt macht einem Angstpatienten Vorwürfe, sondern sucht gemeinsam mit ihm nach Lösungen, um verbliebene Zähne zu erhalten und ein lückenhaftes Gebiss zu sanieren. Für den Umgang mit Angstpatienten stehen dem Zahnarzt zahlreiche Möglichkeiten und Medikamente zur Verfügung, um die Behandlung erträglich und schmerzfrei zu machen. Hierzu gehören:

  • Örtliche Betäubung
  • Dämmerschlaf (Analgo-Sedierung)
  • Vollnarkose (Allgemeinanästhesie)
  • Sauerstoff-Lachgas-Sedierung
  • Akupunktur und Hypnose (bei Schmerzmittelunverträglichkeit)
  • Beruhigungsmittel (am Vorabend der Behandlung)

Ursachen oft in der Kindheit

Eine Dentalphobie führt oft auf negative Erfahrungen in der Kindheit zurück und ist eine ernstzunehmende Störung der Wahrnehmung von erwachsenen Patienten. Hier können Eltern schon sehr früh den Grundstein legen, um ein vertrauensvolles Verhältnis von Zahnarzt und Kind zu ermöglichen.

  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und bauen Sie den Zahnarztbesuch in den Alltag des Kindes ein.
  • Nehmen Sie die Ängste der Kinder ernst.
  • Überstürzen Sie nichts und bauen Sie das Vertrauen in kleinen Schritten auf.
  • Besprechen Sie mit dem Zahnarzt die schrittweise Untersuchung und Behandlung des Kindes.

Auch für die erwachsenen Patienten ist es hilfreich, sich auf den Besuch in der Zahnarztpraxis vorzubereiten. Die Initiative proDente e.V. hat hierzu einige Tipps und Tricks zusammengestellt:

  • Es wird nichts Schlimmes geschehen: Angst und die dabei auftretenden Gefühle sind Körperreaktionen, die in einer Stresssituation auftreten. Sie können sehr unangenehm sein, sind aber weder gefährlich noch in irgendeiner Weise schädlich.

  • Bleiben Sie im Hier und Jetzt: Schalten Sie das Kopfkino aus: Malen Sie sich nicht aus, was geschehen könnte, sondern konzentrieren Sie sich auf Ihre reale Umgebung. Lenken Sie sich durch Lesen oder Musikhören ab.

  • Akzeptieren Sie die Angst: Warten Sie ab und geben Sie der Angst Zeit, das heißt, laufen Sie nicht vor ihr davon, sondern sprechen Sie sie gegenüber dem behandelnden Zahnarzt offen an.

  • Gewohnheit hilft: Gewöhnen Sie sich an die Situation. Vereinbaren Sie einen reinen „Kennenlerntermin“ ohne Untersuchung. Fühlen Sie sich in der Praxis wohl? Wie sehen das Behandlungszimmer und der Zahnarztstuhl aus? Sind Ihnen Zahnarzt und Team sympathisch?

  • Die Kontrolle behalten: Bitten Sie den Zahnarzt den Verlauf der Behandlung genau zu erklären. Vereinbaren Sie ein Signal, beispielsweise ein Handzeichen, das zum sofortigen Unterbrechen der Behandlung führt. Geben Sie nach der Behandlung dem Zahnarzt Hinweise, was Sie sich für die nächste Behandlung wünschen.

Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt über Ihre Ängste und Ihre Befürchtungen. Viele Zahnarztpraxen haben sich auf die Behandlung von Patienten mit einer Dentalphobie spezialisiert und wissen damit umzugehen. Auch das Gespräch mit einem Psychologen kann ein guter Weg sein – bleiben Sie mit Ihren negativen Gefühlen nicht alleine!

Quellen: