Wenn es weh tut, erstmal ein bisschen Spucke drauf. Bei Mückenstichen hat das im Kindesalter tatsächlich geholfen. Kurz drauf gespuckt und vorbei war der Schmerz. Die ambulante Spucke-Therapie war für manche vielleicht fragwürdig, medizinisch aber durchaus sinnvoll. Denn in unserem Speichel steckt ein natürliches Schmerzmittel: Opiorphin! Und wie hilft die Spucke unseren Zähnen? junge frau zeigt zunge und zähne

Unsere Spucke kann viel mehr als lästige Mückenstiche weniger jucken lassen. Speichel spielt eine Schlüsselrolle bei unserer Zahn- und Mundgesundheit. Genauer gesagt sind es die Glandula parotis, Glandula submandibularis und Glandula sublingualis – die Speicheldrüsen. Sie sorgen dafür, dass es in unserem Mund immer schön feucht bleibt, indem sie Speichel absondern.

Speichel schützt den Zahnschmelz

Die Speicheldrüsen sind aktiv wenn wir sprechen, kauen oder Bonbons lutschen. So helfen sie uns, selbst dickes Vollkornbrot kleinzukriegen, und schützen gleichzeitig die Mundschleimhaut vor Schäden durch Körner oder harte Brotkanten. Auch bei herausnehmbaren Prothesen sorgt unsere Spucke dafür, dass alles besser flutscht. 

Unsere Zähne freuen sich übrigens mindestens genauso, wenn der Speichel nur so in Strömen fließt. Die Spucke unterstützt die Remineralisierung des Zahnschmelzes. Das ist wichtig, um nach Säurenangriffen durch Cola oder Süßigkeiten das Kariesrisiko zu mindern. Das tut der Speichel, indem er die zuvor durch die Säure herausgelösten Bestandteile wie Kalzium und Fluoride wieder zum Zahnschmelz zurücktransportiert. Man kann also sagen, dass unser Speichel ein flüssiges Schutzschild für unsere Zähne ist.

Bei zu wenig Spucke funktioniert der Schutz nicht

Doch dafür muss genügend davon vorhanden sein. Durch Stress, Krankheiten oder Medikamente kann der Mund trockengelegt werden. Säuren haben so leichteres Spiel, den Zähnen zu schaden. Stellt man fest, dass der eigene Mund eher einer Wüste als einem feuchten Biotop ähnelt – ab in die Zahnarztpraxis! Die Profis können testen, ob genug Speichel fließt und ob er noch als Schutzschild für die Zähne funktioniert. Der sogenannte Puffertest dauert nicht lange und ist leicht gemacht. Fragen Sie Ihren Zahnarzt danach!

Jeder von uns kann etwas tun, damit es weiterhin läuft. Kauintensive Nahrung, Kaugummis oder Bonbons bedeuten „Wasser marsch“ für die Speicheldrüsen. Und damit weiterhin einen guten Schutz für Zähne und Mund.

Information zu Opiorphin / Wikipedia