Wenn im Winter der Kamin brennt, hat die Romantik Hochkonjunktur. Wer freut sich da nicht auf ein paar kuschelige Stunden zu zweit und auf den einen oder anderen zärtlichen Kuss. Aber gerade in der kalten Jahreszeit kribbelt es bei solchen Gedanken nicht nur vor Vorfreude im Bauch. An den Lippen zwickt es, es spannt und die Zunge ertastet eine leichte Schwellung: Der Spaßverderber heißt Lippenherpes! Mit einer bakteriellen Entzündung im Mund steigen die Risiken für die schmerzhaften Lippen-Bläschen. päärchen hält sich im wald im arm

Das Herpes-Virus ist weit verbreitet

Rund 85 Prozent der Deutschen erwischt es regelmäßig. Das Herpes-simplex-Virus Typ 1 ist weit verbreitet und äußert sich mit kleinen Fieberbläschen an den Lippen und Umgebung. Vor allem Herbst und Winter sind Herpes-Zeiten. Die Haut der Lippen ist oft spröde und damit anfällig für Umwelteinflüsse und Infektionen. Sind die Bläschen einmal da, bleiben sie meistens bis zu zwei Wochen. Schuld daran können Ekel, Schmierinfektionen oder Erkältungen sein. Was viele nicht wissen: Auch eine Parodontitis begünstigt nachweislich Lippenherpes und lässt die Bläschen blühen.

Behandlung von Parodontitis verringert Herpes-Viren

Schon 2011 haben Wissenschaftler der Universitäten Ankara und Los Angeles herausgefunden, dass eine Parodontitis Herpesausbrüche begünstigt. Nach ihren Ergebnissen sammeln sich Herpes-Viren in den Zahnfleischtaschen von Menschen mit einer chronischen Zahnbett-Entzündung und gelangen von dort in den Speichel. Mit dem nächsten Kuss droht dann gleich der nächste Ausbruch.

INFO: Herpes und die Mundgesundheit von herpes.de.

Die Forscher überprüften, ob eine Behandlung der Parodontitis die Zahl der Herpes-Viren verringern kann. Und tatsächlich: Bei allen Patienten war die Anzahl der Viren wesentlich kleiner als vor der Behandlung. Damit kann man durch eine gute Prophylaxe eine wichtige Quelle für Herpes ausschalten

Es gibt noch einen weiteren Zusammenhang zwischen Parodontitis im Mund und Bläschen auf den Lippen. Die chronische Entzündung des Zahnbetts schwächt unser körpereigenes Antivirus-Programm – das Immunsystem. Es ist bekannt, dass Menschen mit Immunschwäche besonders anfällig für Herpes sind. Eine Ursache für die schlechte Abwehr von Viren und Bakterien kann in einer unbehandelten Parodontitis liegen.

Parodontitis schwächt das Immunsystem

Bei einer Parodontitis muss das Immunsystem rund um die Uhr gegen die Bakterien ankämpfen – und das ist Schwerstarbeit. Irgendwann ist es dadurch so erschöpft, dass es die Leistung herunterfährt. Die Folge: Man wird anfälliger für Erkältungen und die nächsten Fieberbläschen stehen bereits in den Startlöchern. Bei Lippenherpes hilft also nicht nur schmieren mit diversen Cremes – auch der Zahnarzt kann auf lange Sicht helfen. Wichtig ist die gute Prophylaxe und nicht erst dann aktiv zu werden, wenn der Herpes mal wieder sprießt.

Der Zahnarzt hilft: Mit Prophylaxe vorbeugen!

Eine regelmäßige Prophylaxe mit professioneller Zahnreinigung schafft gute Voraussetzungen im Mund, um Viren und schädlichen Bakterien vorzubeugen. Auch zu Hause sind Zahnbürste, Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten Verbündete gegen Erkrankungen im Mundraum – und damit auch gegen Herpes.

Übrigens: Wer gerade Lippenherpes hat, sollte vor dem Zahnarzttermin in der Praxis anrufen und Bescheid geben. Ein neuer Termin ist bei gefüllten Bläschen möglicherweise die sinnvolle Alternative. Zudem setzen immer mehr Zahnarztpraxen den Laser erfolgreich gegen die Herpesviren ein – also gilt in jedem Fall: #FragDenZahnarzt