Das Rauchen ist für viele ein Gefühl von Freiheit. So wie es der Marlboro-Mann einst als Werbefigur einer bekannten Zigarettenmarke vorlebte. Für dieses Gefühl riskieren viele die Gesundheit. Drei von vier Darstellern des ständig paffenden Cowboys sind an den Folgen des Rauchens gestorben. Auch in Deutschland bezahlen jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen die Nikotinsucht mit dem Leben. Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai erklären wir, wie der regelmäßige Griff zur Zigarette die Gesundheit – auch von Zähnen und Zahnfleisch – beeinflusst. No Smoking! So lautet dei Botschaft von Information Mundgesundheit zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2018

Parodontitis und Rauchen: Aufhören für die Gesundheit!

Die meisten Raucher glauben, dass ihr Zahnfleisch völlig gesund ist. Schließlich blutet es ja nicht. Was sie nicht wissen: Nikotin verengt die Blutgefäße und verschlechtert die Durchblutung im Mundraum. Die Gesundheit leidet also leise – und es wird munter weiter gequalmt. Bis zum nächsten Zahnarztbesuch kann sich die Parodontitis richtig austoben und den gesamten Körper in Beschlag nehmen.


Bundeszahnärztekammer zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai

Raucher haben ein stark erhöhtes Risiko für Parodontitis und infolgedessen auch für Zahnverlust. Darauf weist die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai hin. 
„Parodontitis ist eine Volkskrankheit, jeder zweite Erwachsene ist davon betroffen. Zigaretten und andere Tabakprodukte erhöhen das Risiko einer Erkrankung stark. Das Rauchen aufzugeben – oder noch besser: gar nicht erst anzufangen – beugt aber nicht nur Parodontitis vor, sondern schützt auch vor vielen anderen Erkrankungen wie (Mund-)Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Tabakkonsum ist global eine der häufigsten vermeidbaren Ursachen für Krankheiten“, so Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer.


Fakten zu Parodontitis und Rauchen

  • bis zu 15mal höheres Risiko für Parodontitis
  • erhöhte Gefahr für Zahnverlust
  • schlechtere Therapiechancen bei Parodontitis

Parodontitis erhöht zum Beispiel das Risiko für Mundhöhlenkrebs und treibt ungesunde Wechselspiele mit rheumatischen Erkrankungen, Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfällen. Für feste Zähne ist ein chronisch entzündetes Zahnbett auch kein sicherer Rückhalt mehr. Parodontitis ist der häufigste Grund für frühzeitigen Zahnverlust bei Erwachsenen.

Das schlechte Gewissen bei der nächsten Zigarette wird auch durch die Ergebnisse von Forschern der American Heart Association nicht besser. Sie fanden heraus, dass der Zahnverlust ab 45 Jahren das Risiko für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 25 Prozent steigen lässt. Raucher qualmen also gefährlich.

#FragDenZahnarzt Parodontitis und fehlende Zähne – ein Risikofaktor für Schlaganfälle?

Deshalb haben Raucher oft Mundgeruch

Wer einen rauchenden Kollegen im Büro hat, kennt das: Beim kurzen Plausch auf dem Flur haucht der Raucher uns mit einem unangenehmen Atem entgegen. Doch nicht nur unmittelbar nach der letzten Zigarette ist der Raucheratem zum Naserümpfen. Das Rauchen bremst die Speichelproduktion aus. Dadurch wird der Mund schneller trocken und es bleiben Essensreste hängen, die normalerweise von der Spucke weggespült werden. Das riecht dann irgendwann.

#FragDenZahnarzt Wenn den Zähnen die Spucke wegbleibt: Das leistet der Speichel für die Gesundheit!

Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch ungesund. Der Speichel ist der natürliche Schutzfilm für unsere Zähne. Er führt wichtige Mineralien zurück, wenn Säure den Zahnschmelz angegriffen hat. Unsere Spucke ist damit auch ein wichtiger Helfer bei der Vorbeugung von Karies.

Verfärbte Zähne durch Rauchen

Raucher mit strahlend weißen Zähnen sieht man eher selten. Neben Rotwein und Tee stehen Zigaretten ganz weit oben auf der Liste der Dunkelmacher. Schuld sind vor allem die Inhaltsstoffe. Durch das ständige Rauchen lagern sich Partikel auf der Zahnoberfläche ab, gegen die eine Zahnbürste nichts mehr ausrichten kann.


Eine Tasse Teer pro Jahr

Wer eine Packung Zigaretten am Tag raucht, inhaliert pro Jahr etwa eine Tasse Teer. Teer verklebt die Flimmerhärchen in den Atemwegen und der Lunge. Deswegen greifen Raucher zu besonderen Zahncremes, die selbst bei einem regelmäßigen Zigarettenkonsum das perfekte Lächeln mit weißen Zähnen versprechen. Das geht leider oft auf Kosten des Zahnschmelzes. Die Raucher-Zahncremes enthalten in der Regel viele Putzkörper, um den hartnäckigen Zahnbelag entfernen zu können. Damit schmirgeln sich die Betroffenen aber nur den Zahnschmelz weg. Auf lange Sicht führt das zu empfindlichen Zähnen und einem erhöhten Kariesrisiko.


Raucherzähne sind oft empfindlicher

Nicht nur optisch leiden Raucherzähne an den Folgen des blauen Dunstes. Durch das Rauchen wird das Zahnfleisch weniger durchblutet. Schadstoffe wie Nikotin und Teer schnüren den Sauerstoff ab, den das Zahnfleisch dringend benötigt. Dadurch zieht es sich zurück und legt die Zahnhälse frei.

#FragDenZahnarzt Ob heiß oder kalt: Bei empfindlichen Zähnen gehen die Schmerzen bis ins Mark

Das merken wir meistens dann, wenn etwas Heißes oder Kaltes an die Zähne kommt und es wie ein Blitz durch den Körper schießt. Schmerzempfindliche Zähne können auch ein Hinweis auf eine Entzündung sein, vor der das Zahnfleisch zurückweicht.

Zahnverlust durch Rauchen

Mit jeder Zigarette steigt das Risiko für Raucher, bald mit Lücke zu lächeln. Zahnverlust trifft Dauer-Qualmer wesentlich häufiger. Das hat eine Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) herausgefunden. Im Vergleich zu Nichtrauchern haben Raucher demnach ein 2,5- bis 3,6-fach erhöhtes Risiko für Zahnverlust – auch in jungen Jahren.

Implantate und Rauchen

Wenn Zähne verloren gehen, können Implantate die Lücke im Gebiss schließen. Doch bei Rauchern ist die Aussicht auf festen Biss mit einem sicheren Zahnersatz eher schlecht. Laut Bundeszahnärztekammer haben Raucher ein doppelt so hohes Risiko für Implantatverlust. Schuld daran ist die schlechtere Wundheilung, durch die das Implantat nicht richtig einwachsen kann.

Die gute Nachricht ist: Wer mit dem Rauchen aufhört, kann das Risiko relativ schnell wieder senken. Innerhalb von zehn Jahren soll es sogar möglich sein, auf das Risikoniveau eines Menschen zu kommen, der noch nie geraucht hat.

Rauchen: Das Krebsrisiko ist erhöht

Bei gesundheitlichen Folgen des Rauchens darf Krebs nicht fehlen. Die meisten werden es wohl schon auf den Zigarettenschachteln an der Supermarktkasse gelesen haben: Rauchen erhöht das Risiko für Krebserkrankungen. Das ist leider kein Werbespruch, der vom nächsten Schachtelkauf abhalten soll, sondern Realität.


Rauchen verändert das Erbgut von Zellen

Vor allem in der Lunge sind die Auswirkungen dramatisch. Pro Jahr verursacht der Zigarettenkonsum bis zu 150 Mutationen im Erbgut jeder einzelnen Zelle in der Lunge. Diese Mutationen können bis zu 17 Krebsarten begünstigen. Zu diesen Ergebnissen kamen Biologen des Los Alamos National Laboratory in New Mexico.


Laut Bundeszahnärztekammer haben Raucher ein fünfmal so hohes Risiko an Krebs in der Mundhöhle zu erkranken wie Nichtraucher. Je mehr Zigaretten täglich verqualmt werden, desto größer wird die Gefahr. Besonders in Kombination mit Alkohol ist das Rauchen ein echter Krankmacher. Wer täglich mehr als zwei Gläser Alkohol trinkt, erkrankt bis zu 13-mal so häufig an Mundhöhlenkrebs wie Nichtraucher.

E-Zigaretten: Auch hier qualmt das Risiko mit

Diverse Studien haben ergeben, dass auch E-Zigaretten gefährliche Krankheiten im Mundraum verursachen können. Durch das Dampfen werden Proteine freigesetzt, die Zellen schädigen und die Entstehung von Krankheiten begünstigen können. Bei jedem Zug atmet der Raucher einen Mix aus verschiedenen Chemikalien, Aromen und Nikotin ein.


Rauchen abgewöhnen – aber wie?

Wer es nicht schafft, von den Zigaretten wegzukommen, kann es mal mit Nikotinersatz-Präparaten versuchen. Das sind zum Beispiel Kaugummis, Tabletten oder Pflaster, die dem Körper für begrenzte Zeit Nikotin zuführen, allerdings ohne schädliche und giftige Begleitstoffe des Zigarettenrauchs.


Ob Cola, Sahnetorte oder verschiedene Cocktail-Kreationen – die Aromen in den E-Zigaretten sollen den Schaden an den Zellen sogar noch verschlimmern. Für die Forscher ist klar, dass E-Zigaretten schlecht für Zähne und Zahnfleisch sind. Und das nicht nur wegen der Inhaltsstoffe: Nachdem ein Kölner 2016 einen neuen Akku in seine E-Zigarette einsetzen wollte, explodierte der elektronische Glimmstengel nach dem ersten Zug und kostete ihm einige Zähne.

#FragDenZahnarzt Weshalb E-Zigaretten der Zahn- und Mundgesundheit schaden! 

Regelmäßige Prophylaxe ist für Raucher Pflicht

Wer die Folgen kennt und trotzdem fröhlich weiterpafft, sollte sich wenigstens regelmäßig vom Zahnarzt auf Zähne und Zahnfleisch schauen lassen. So fallen ungesunde Veränderungen an der Mundschleimhaut und den Zähnen schnell auf und können noch rechtzeitig behandelt werden.

Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) sollte dazu mindestens zweimal im Jahr für saubere Verhältnisse auf Raucherzähnen sorgen. Dabei entfernen speziell ausgebildete Mitarbeiter schädlichen Zahnbelag von der Zahnoberfläche, aus den Zwischenräumen und auf der Zunge. Auch leichtere Verfärbungen verschwinden in der Regel durch die PZR.

Und wenn Sie die Folgen für die Gesundheit nicht abschrecken – dann vielleicht die Auswirkungen für die Gesundheit Ihrer Liebsten: Pro Jahr sterben in Deutschland rund 3300 Menschen durch Passivrauchen. Darunter sind knapp 60 Säuglinge, die zuhause einem erheblich hohen Rauchgehalt ausgesetzt sind


Der Weltnichtrauchertag findet jedes Jahr am 31. Mai statt. Der Aktionstag wurde 1987 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen, um die Menschen für die Folgen des Tabakkonsums zu sensibilisieren. In diesem Jahr lautet das Motto: „Tobacco breaks hearts”. Damit soll auf den Zusammenhang des Nikotinkonsums und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hingewiesen werden.