Es ist doch immer wieder das Gleiche! Da sitzt Lieschen Müller (Name frei erfunden, die Red.) vor dem Fernseher und freut sich auf aktuelle Informationen und Nachrichten – und dann das: Da erzählt der Onkel im öffentlich-rechtlichen TV-Sender doch am frühen Morgen, dass eine „professionelle Zahnreinigung“ doch gar nicht so wichtig sein soll! Frau Müller staunt nicht schlecht und ist erst einmal komplett verunsichert. Denn am nächsten Tag hat sie doch ihren Prophylaxetermin in der Zahnarztpraxis, wo die Zähne jedesmal so schön sauber geputzt und poliert werden. „Das ist eine wichtige Vorsorgemaßnahme“, hat der Zahnarzt ihres Vertrauens doch immer gepredigt – und er hat Recht!

PZR ist nicht gleich Prophylaxe

Die PZR ist ein wichtiger Teil moderner zahnmedizinischer Prophylaxeprogramme. Natürlich entscheidet auch hier – wie so oft – die Qualität der Behandlung über Nutzen und Wirkung. Wenn im Rahmen einer PZR die Zähne in 20 Minuten einmal „feucht durchgewischt“ werden, sollte diese Maßnahme sicher kritisch hinterfragt werden. Zu einem umfassenden Prophylaxekonzept gehört eben nicht nur die umfassende Reinigung und Politur der Zähne und Zahnzwischenräume. Die moderne Prophylaxe stellt vor allem die Risiken des einzelnen Patienten für Krankheiten wie Parodontitis und Karies fest. Dazu werden bestimmte Daten erhoben, wie die Blutungsneigung, oder die Tiefe möglicher Zahnfleischtaschen – ein Anzeichen chronischer Entzündungen. Zahnbeläge, auch Plaque oder Biofilm genannt, werden sichtbar gemacht, um den Patienten im Anschluss Tipps zur optimalen Mundhygiene mit nach Hause zu geben.

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Prophylaxe ist Gesundheitsvorsorge

Ein gutes Prophylaxekonzept zeigt dem Patienten sein individuelles Risiko für Krankheiten wie Karies und Parodontitis – die chronische bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates. Bakterien und Keime im Mund können die allgemeine Gesundheit gefährden und Risiken für Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall und Rheuma erhöhen.

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Wenn Lieschen Müller und andere Patienten unsicher sind, dann sollten sie einfach das Gespräch mit den Experten in der Zahnarztpraxis suchen. Die PZR ist – auch nach zahnmedizinischen Erkenntnissen und Studien – eine sehr gute Maßnahme, um Krankheitsrisiken zu senken. Umfassende Informationen dazu finden Patienten beispielsweise auf den Seiten der Bundeszahnärztekammer. Hier heißt es eindeutig, dass die Professionelle Zahnreinigung (PZR) nicht als IGeL-Leistung einstufbar ist, weil sie ein Bestandteil medizinisch notweniger Präventions- und Therapiemaßnahmen ist.

„Der medizinische Nutzen einer PZR ist gut belegt. Vor allem für Patienten mit Parodontitis und einem hohen Kariesrisiko ist die PZR eine wichtige prophylaktische und therapeutische Behandlung. Sie unterstützt die Maßnahmen zur vollständigen Beseitigung aller bakteriellen Beläge. Bakterienbeläge lösen Karies und Parodontitis aus. Viele Kassen bezuschussen die PZR deshalb auf freiwilliger Basis.“ Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident Bundeszahnärztekammer