Wie ist es denn nun richtig – von Rot nach Weiß, kreisend oder doch lieber rütteln? Bald müssen wir uns um die Frage nach der richtigen Zahnputztechnik wohl keine Gedanken mehr machen. Forscher in Gießen entwickeln eine schlaue Zahnbürste, wie der WDR (www1.wdr.de – Die Schlaue Zahnbürste) berichtet. Die könnte uns bei der täglichen Zahnpflege unterstützen und uns zeigen, wie wir unsere Zähne richtig putzen. zahn und technik - wenn uns die schlau zahnbürste bei der Mundgsundheit hilft

Das versuchen sogenannte Premium-Bürsten schon lange. Sie können uns sogar per Bluetooth-Verbindung über das Handy sagen, wann wir zu feste drücken, wo wir uns im Mund befinden und wie lange wir putzen sollten. 100 Prozent Plaque sollen die High-End-Modelle unter den Zahnbürsten entfernen. Das schafft man aber selbst mit perfekter Putztechnik nicht wirklich.

Perfekt putzen auch die Profis nicht immer

Und das können nur die Wenigsten! Für die Entwicklung der schlauen Bürste testeten die Forscher der Universität Gießen das Putzverhalten einiger Probanden. 80 Prozent von ihnen hatten nach der Reinigung immer noch plaquebesiedelte Zahnfleischränder. Sie testeten auch Zahnärzte in Zahnkliniken, also die Profis schlechthin. Selbst die können offenbar Entzündungen im Mund nicht komplett vermeiden – 10 bis 20 Prozent von ihnen hatten nach der Reinigung noch Plaque auf den Randflächen des Zahnfleischs.

Mit der schlauen Bürste das Putzen lernen

Viele scheinen also schlichtweg falsch oder nicht überall dort zu putzen, wo geputzt werden sollte. Die schlaue Zahnbürste soll uns zeigen, wie es richtig geht! „Diese erfasst nicht nur das Zahnbürstenverhalten, sondern gibt auf Basis einer Bewegungsanalyse individuelle Putzempfehlungen aus. Ziel ist die Optimierung des persönlichen Zahnputzverhaltens zur Plaquekontrolle und zur Verbesserung der Mundgesundheit“, so erklären die Forscher ihre schlaue Bürste, die sie auf den Namen SMART iBrush getauft haben.

Einfach gesagt: Mit ihr sollen wir lernen, wie wir unsere Zähne am besten sauber halten. Sensoren im Bürstenkopf geben während des Putzens Rückmeldung über Geschwindigkeit, die Kraft und erkennen die Position im Mund. Die Daten können wir dann selber am Computer auswerten.

Der Unterschied zu den anderen intelligenten Zahnbürsten ist wohl der, dass sie sich in erster Linie um den Putzer kümmert und nicht um die Zähne. Sie ist vielmehr ein Trainingspartner als Reinigungsmittel. Wer möchte, kann sie sich ausleihen und mit ihr die richtige Technik trainieren – so die Idee der Forscher.

Einfache Tipps können schon helfen

Was die Nachhilfe in Sachen Zahnpflege kosten soll und wann es sie geben wird, ist unklar. Bis dahin müssen wir ohne High-Tech auskommen, um unsere Zähne sauber zu halten. Eine Bedienungsanleitung braucht es dafür nicht. Nur ein paar Tipps, die sich jeder merken sollte: Mindestens zweimal täglich die Zähne putzen, zusätzlich mit Zahnseide die Zwischenräume reinigen. Wichtig ist auch, nicht zu feste auf Zähne und Zahnfleisch zu drücken. Und wenn es blutet, kann der Zahnarzt helfen. Denn ein Vorteil hat der Faktor Mensch bei der Zahnpflege dann doch: Wenn man ihn was fragt, dann gibt es auch eine Antwort! #FRAGDENZAHNARZT

Optimale Mundgesundheit nur mit der Zahnarztpraxis

Wer auf Nummer sicher gehen will, der bespricht das Thema intensiv mit den Prophylaxe-Profis in der Zahnarztpraxis. Hier gibt es die richtigen Tipps und Hinweise zum optimalen Putzen. Und nur hier geht es den Bakterien in unserem Mund so richtig an den Kragen. Im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung (PZR) werden Beläge nämlich dort entfernt, wo auch die modernste Zahnbürste nicht hinkommt – egal ob High-Tech oder Handzahnbürste!