Wenn wir unsere Hand unter zu heißes Wasser halten, dann schrillen im Gehirn die Alarmglocken. Elektrische Impulse schießen auf der Nerven-Autobahn unseres Körpers von der Hand ins Kontrollzentrum. Innerhalb von Millisekunden gibt es die Reaktion: Es tut weh, also ziehen wir die Hand weg. Diesen Schutzmechanismus haben wir alle, und das ist gut so. Ansonsten würden wir uns wahrscheinlich bei jedem Spülen die Hände verbrühen. Doch es gibt auch Fälle, in denen unser Körper leidet und wir bekommen nichts davon mit: zum Beispiel, wenn ein Zahn stirbt. RÖntgenbild eines schmerzenden und kranken Zahns

Ein toter Zahn ist kein ruhiger Zahn

Das kann unter Umständen sogar mehrere Jahre dauern. Der Nerv im Zahn zieht sich dann langsam zurück, bis er irgendwann stirbt.  Das kann passieren, wenn ein Zahn nicht richtig versorgt wurde – etwa durch eine zu große Füllung. Dann bildet der Zahn Tertiärdentin, eine knochenähnliche Substanz, als Schutzmaßnahme und kappt den Nerv damit sozusagen ab. Doch damit ist die Sache nicht erledigt, denn ein toter Zahn ist kein ruhiger Zahn!

Stirbt ein Zahn, bleiben Gewebereste zurück. Diese Überbleibsel will der Körper so schnell wie möglich loswerden, es kommt zu einer Entzündung. Der Knochen bildet sich zurück und der Zahn fällt aus! Die Geschichte vom leidenden Zahn muss aber nicht zwangsläufig in einer Tragödie mit Zahnlücke enden.

Der Zahnarzt kann helfen! Wichtig ist, dass man die professionelle Hilfe rechtzeitig in Anspruch nimmt. Und wenn es nicht weh tut, fallen dem Zahnarzt spätestens beim nächsten Kontrolltermin die Warnzeichen des leidenden Zahns auf. Er entfernt Karies und versorgt den Zahn mit einer Füllung.

Ein toter Zahn muss keine Lücke hinterlassen

Doch es gibt auch hoffnungslose Fälle, in denen jede Hilfe zu spät kommt und der Zahn nicht mehr zu retten ist. Selbst das heißt aber nicht, dass er ausfällt oder gezogen werden muss! Der tote Zahn kann im Mund bleiben. Mit einer Wurzelkanalbehandlung bewahrt der Zahnarzt uns vor einer Lücke im Gebiss. Dabei werden die Kanäle desinfiziert und sämtliches totes Gewebe entfernt.

Die gute Nachricht: Selbst das muss nicht mehr weh tun als die Hand unter zu warmes Wasser zu halten. Mit einer guten Betäubung kann die Wurzelkanalbehandlung sogar schmerzfrei sein. Die schlechte Nachricht: Hat man die Hilferufe des Zahns lange Zeit ignoriert oder nicht gehört, kann sich das Gewebe rundherum stark entzündet haben. Dann geben die elektrischen Impulse auf der Nerven-Autobahn Vollgas, und das tut weh!

Besser mit der Zahnarztpraxis vorbeugen

Eine gute und regelmäßige Prophylaxe ist deshalb umso wichtiger. Hierbei fallen dem Zahnarzt nicht nur offensichtliche Schäden wie eine Zahnfleischentzündung oder Karies auf, sondern er sieht bei der Kontrolle auch, ob ein Zahn Hilfe braucht. So manches Zahn-Leben ist mit einem regelmäßigen Besuch beim Zahnarzt schon gerettet worden!