Wer noch eine Amalgamfüllung im Mund hat, der beißt bald mit einem echten Auslaufmodell zu. Immer seltener schließen Zahnärzte Löcher mit dem Material. Grund dafür ist der hohe Anteil an Quecksilber. Zumindest bei Kindern und Schwangeren soll Amalgam deshalb ab Mitte 2018 nicht mehr in den Mund kommen. Ein Verbot des bewährten Füllstoffs ist aber noch nicht geplant.

Quecksilber im Mund: Amalgam ist verbreitet, aber umstritten

Amalgam ist die Regelversorgung, wenn es um Füllungen geht. Die Krankenkasse übernimmt 100 Prozent der Kosten bei Löchern, die mit dem Material geschlossen werden. Deshalb hat sich Amalgam über Jahrzehnte hinweg als günstiger Füllstoff etablieren können. Doch es ist umstritten: Amalgam besteht zur Hälfte aus Quecksilber und steht im Verdacht, der Gesundheit zu schaden.

Deshalb sollen Zahnärzte Amalgam bei Kindern unter 15 Jahren, Schwangeren und Stillenden ab 1. Juli 2018 nicht mehr verwenden. Das hat das EU-Parlament beschlossen. Bis Mitte 2019 sollen die EU-Staaten zudem Pläne entwickeln, wie sie den bedenklichen Füllstoff weiter aus der Zahnarztpraxis verdrängen können. Ab dann wird es für alle europäischen Praxen außerdem Pflicht sein, Amalgam nur noch in vordosierter Form zu verwenden und mit Abscheidern aufzufangen. (Quelle: ZWP online / dpa)

Es wird vermutet, dass in der EU jährlich 75 Tonnen des hochgiftigen Schwermetalls in den Umlauf kommen. Ein Verbot ist jedoch noch nicht in Sicht. Über ein vollständiges Phase-out von Amalgam in der Zahnarztpraxis ab 2030 soll in den nächsten drei Jahren entschieden werden.

Amalgamfüllungen und die Alternativen: Es gibt bessere Lösungen

Die meisten Zahnarztpraxen greifen bereits heute nicht mehr auf Amalgam zurück. Kunststoff- oder Keramik-Füllungen sind gesunde und anspruchsvolle Lösungen, wenn es um das Schließen von Löchern geht.

Info: Wie wird das Kariesloch gefüllt?

#FragDenZahnarzt: Wie wird das Kariesloch gefüllt?

Wer sich allerdings für eine andere Lösung als Amalgam entscheidet, muss den Differenzbetrag zahlen. Dann wird der Betrag fällig, den die aufwändigere Versorgung mehr kostet als die gesetzlich vorgesehene. Hier sollte sich jeder vor der Behandlung die nötigen Infos bei der Krankenkasse einholen.

Am Ende zählt aber eigentlich nur eins: Was ist das Beste für die Gesundheit?