Am 31. Mai ist ist der internationale Welt-Nichtrauchertag. Das Motto 2016: Kein Platz für giftige Botschaften. Stoppt Tabakwerbung jetzt! Statt Nikotinwerbung mit „freien Cowboys und knallharten Kerlen“ geht es vor allem um Aufklärung zu den Gefahren des Rauchens. Ob Gefäße, Herz-Kreislauf-System oder Krebs – die meisten Risiken sind bekannt. Aber auch für die Mundgesundheit können die negativen Folgen von Teer und Nikotin dramatische Züge annehmen. Nikotin verengt die Blutgefäße und schränkt so die Versorgung mit Sauerstoff und wichtigen Mineralstoffen ein. Das geschwächte Immunsystem kann Entzündungen nicht mehr bekämpfen und die Risiken für Zahnausfall oder Implantatverlust steigen.

Zahnverlust durch Parodontitis: Raucher mit hohem Risiko

Die Parodontitis (wird auch als Parodontose bezeichnet) ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates – ausgelöst durch Bakterien. Wird eine Parodontitis nicht behandelt, bauen sich Bindegewebe und Kieferknochen mit der Zeit ab und der Zahn fällt irgendwann aus. Starke Raucher haben ein bis zu sechs mal höheres Parodontisrisiko im Vergleich zum Nichtraucher! Wie stark die Parodontitis durch das Rauchen beeinflusst wird, hängt auch mit der Anzahl der Zigaretten, der Raucherjahre und dem Alter des Rauchers zusammen. Bei „Otto-Normal-Raucher“ macht sich die Zahnbett-Entzündung drastischer bemerkbar als bei einem Nichtraucher. So erkranken mehr Stellen im Mund, die Zahnfleischtaschen sind tiefer und der Kieferknochen wird stärker abgebaut.

Gefährdet sind aber nicht nur die Zähne, denn auch Implantate können  ausfallen. Entzündet sich das Gewebe rund um das Implantat, droht auch hier der Abbau von Kieferknochen und der Verlust der künstlichen Zahnwurzeln.

Wichtig zu wissen: Eine Behandlung der Parodontitis ist bei Rauchern deutlich weniger erfolgreich, als bei Nichtrauchern!

Weniger Schutz durch Speichel und Schleimhaut: Mehr Karies!

Die Mundhöhle ist mit einer Schleimhaut bedeckt, die uns vor Krankheitserregern schützt. Unterstützt wird sie dabei von unserem Speichel, der Bakterien daran hindert, sich an den Zähnen und der Mundschleimhaut festzusetzen. Aber Speichel kann noch mehr: Er ist die natürliche Waschanlage für unsere Zähne und fördert die Remineralisierung des Zahnschmelzes. Selbst wenige Zigaretten greifen hier massiv ein! Rauchen reduziert die Speichelmenge und fördert eine sehr unangenehme Mundtrockenheit und Mundgeruch. Unser Speichel ist zudem eine Art Puffer gegen die Säuren in unserem Mund, die bekanntlich für die schmerzhaften Karieslöcher sorgen. Auch hier sind die Auswirkungen des Nikotins spürbar!

Gesundheitspartner Zahnarztpraxis

Die regelmäßige Kontrolle in der Zahnarztpraxis sollte demnach – nicht nur – für Raucher zur regelmäßigen Pflicht werden. Zahnarztpraxen bieten hier eine professionelle Unterstützung. Die Prophylaxe-Experten bestimmen das persönliche Parodontitis-Risiko für jeden Patienten und entwickeln einen individuellen Plan für gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch. Studien belegen übrigens, dass eine Parodontitis das Risiko für tödliche Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen kann. Raucher sind demnach also doppelt gefährdet, denn im Vergleich zu Nichtrauchern erkranken sie deutlich häufiger an einer Parodontitis.

Der Welt-Nichtrauchertag wäre ja ein guter Anlass, sich die Sache mit dem Nikotin mal generell zu überlegen – auch hier kann Sie Ihr Zahnarzt unterstützen!

Informationen zur E-Zigarette

Bundeszahnärztekammer (BZÄK): „E-Zigaretten sind populär und werden fälschlicher Weise häufig als gesündere Alternative zum Tabakkonsum gutgeheißen. Ihr Gebrauch ist jedoch nicht unproblematisch. Mit jedem Zug inhaliert der Konsument eine Mixtur aus diversen Chemikalien und/oder Glyzerin, Aromen und zumeist Nikotin. Das Gemisch aus Aerosolen einiger untersuchter E-Zigaretten enthält krebserregende Stoffe. Auch ein Einfluss auf die Mundgesundheit ist nicht auszuschließen.“

Übrigens: Initiiert wurde der Welt-Nichtrauchertag durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), um auf den weltweiten Tabakkonsum und die so verursachten Todes- und Krankheitsfälle aufmerksam zu machen.