Was haben die Zähne mit der Zuckerkrankheit zu tun? Dass Zähne durch zu viel Zucker krank werden können, ist bekannt. Aber die Mundgesundheit hat zudem einen großen Einfluss auf die Entwicklung und die Behandlung eines Diabetes. Am 14. November ist der Weltdiabetestag – eine gute Gelegenheit, um über die Zusammenhänge der beiden Volkskrankheiten Diabetes und Parodontitis zu informieren.

Diabetes Mellitus

Diabetes ist ein Sammelbegriff für verschiedene Störungen des Stoffwechsels – insbesondere des Kohlehydratstoffwechsels. Das Hauptmerkmal ist eine chronische Überzuckerung, die Hyperglykämie. Ausgelöst wird die Zuckerkrankheit durch eine gestörte Insulinwirkung. Insulin ist ein lebenswichtiges Stoffwechselhormon, das den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel steuert. Rund acht Millionen Diabetiker werden in Deutschland behandelt, bei vielen ist die Krankheit aber noch nicht entdeckt. Die Zuckerkrankheit kann dramatische Folgen für die Betroffenen haben: von Amputationen (diabetischer Fuß) und Erblindung (diabetische Netzhauterkrankung) bis zu lebensbedrohlichen Organschädigungen.

Parodontitis

Die Parodontitis – auch Parodontose genannt – ist die chronische bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates. Laut der letzten Deutschen Mundgesundheitsstudie sind über 70 % aller Erwachsenen von einer schweren oder mittelschweren Parodontitis betroffen. Bei Senioren sind es deutlich mehr. Parodontitis ist die Hauptursache für Zahnverlust und kann zu weiteren erheblichen Beeinträchtigungen der Allgemeingesundheit führen. So können nicht nur die Risiken für Diabetes, sondern auch für Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen, Gelenkbeschwerden oder rheumatische Arthritis steigen. Ob Entzündungen auftreten, die letztlich den Zahnhalteapparat angreifen, hängt von verschiedenen Faktoren ab: zum einen spielt die genetische Disposition des einzelnen eine Rolle, aber auch psychische und physische Belastungen können das Immunsystem schwächen und der Körper wird mit den Erregern im Mund nicht mehr fertig. Ein besonders hohes Risiko an einer Parodontitis zu erkranken haben Raucher, bei denen zudem eine vorhandene Erkrankung deutlich schlechter heilt, als bei Nichtrauchern.

Diabetes und Parodontitis

Die Zusammenhänge von Parodontitis und Diabetes sind seit langem bekannt und wissenschaftlich belegt. Eine enge Zusammenarbeit der Hausärzte und der Diabetologen mit den Zahnmedizinern ist daher sehr wichtig.

Die Zuckerkrankheit erhöht das Risiko an einer Parodontitis zu erkranken. Durch den hohen Blutzuckerspiegel verschlechtert sich die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen im Mundraum. Das Immunsystem kann nicht mehr optimal agieren und Keime und Bakterien können sich leichter vermehren. Eine Parodontitis hat ihrerseits einen direkten – negativen – Einfluss auf den Diabetes: Die chronische Entzündung erhöht die Insulinresistenz der Zellen und die Blutwerte verschlechtern sich weiter. Für die behandelnden Ärzte wird es zunehmend schwieriger, die Blutzuckerwerte der Patienten mit Medikamenten optimal einzustellen.

Regelmäßige Kontrollen und Vorsorge in der Zahnarztpraxis

Für die vielen Millionen Diabetiker ist eine regelmäßige Kontrolle in der Zahnarztpraxis Pflicht, ebenso die optimale Mundhygiene zu Hause. Aber auch gesunde Menschen sollten auf die Prophylaxe in der Zahnarztpraxis und ein zahngesundes Leben nicht verzichten. Denn gemeinsam mit Risikofaktoren wie Übergewicht und falscher Ernährung kann eine Parodontitis die Entwicklung eines Diabetes begünstigen.

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Der Welt-Diabetes-Tag ist neben dem Welt-AIDS-Tag der zweite offizielle Tag der UN (Vereinten Nationen), der einer Krankheit gewidmet ist. Er wurde im Dezember 2006 in der Resolution 61/225 verabschiedet. In dieser wurde festgelegt, dass jedes Jahr am 14. November die Erkrankung Diabetes mellitus im Mittelpunkt stehen soll. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen einige Informationen zum Welt-Diabetes-Tag, aber auch zum Diabetes mellitus im Allgemeinen liefern. Quelle: www.welt-diabetes-tag.de / #weltdiabetestag