Es ist schon lange kein Geheimnis mehr: Die Volkskrankheiten Diabetes und Parodontitis sind untrennbar miteinander verbunden! Diabetiker haben ein deutlich höheres Risiko an einer Parodontitis, der chronischen bakteriellen Zahnbettentzündung, zu erkranken. Die Entzündungen im Mund führen ihrerseits zu einer erhöhten Insulinresistenz der Zellen. Dadurch verschlechtern sich die Blutzuckerwerte und die medikamentöse Einstellung des Diabetes wird deutlich schwieriger. Der Weltdiabetestag am 14. November 2015 thematisiert die „gesunde Ernährung“ – ein zentraler Faktor im Kampf gegen Diabetes und ein Eckpfeiler der Gesundheit.

Wer sich gesund und bewusst ernährt, der senkt die Risiken nicht nur für Diabetes und dessen Folgeschäden. Vor allem der bewusste Umgang mit Zucker und zuckerhaltigen Produkten beeinflusst die Mundgesundheit positiv. Die gesunde Ernährung und eine konsequente Mundhygiene sind für Diabetiker wichtig: Folgeerkrankungen des Diabetes – wie Herzinfarkt oder Schlaganfall – können durch die Parodontitis beeinflusst werden!

Hierzu schreiben die Prophylaxe-Profis der goDentis: „Besonders gefährdet für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Patienten, die gleichzeitig Diabetes und Bluthochdruck haben: Sie erleiden mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 bis 30 Prozent innerhalb von zehn Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.“


Flyer der goDentis zum Thema: „Diabetes und Prophylaxe“!

Prophylaxe in der Zahnarztpraxis

Eine regelmäßige und professionelle Vorsorge in der Praxis ist demnach für Diabetiker Pflicht (und nicht nur für die). Nur hier können die Zahnärzte und ihre Prophylaxe-Teams individuelle Gesundheitsrisiken erkennen und und rechtzeitig handeln. Eine professionelle und umfassende Prophylaxe geht dabei deutlich über das Reinigen der Zähne hinaus und beinhaltet:

  • Bestimmung des individuellen Karies- und Parodontitis-Risikos
  • Analyse des Zahnhalteapparats (Messung der Taschentiefe)
  • Bestimmung der Situation des Zahnfleisches
  • Bestimmung von Zahnbelagsmenge und -qualität
  • PZR – Schonende und gründliche Zahnreinigung mit nicht abrasiven Verfahren
  • Zungenreinigung zur Keimreduktion und Vermeidung von Mundgeruch
  • Karies-Kontrolle ohne Röntgenstrahlen-Belastung
  • Mundspülung zur Keimreduktion
  • Verständliche Informationen zum Stand der Mundgesundheit
  • Objektive Information und Beratung zu möglichen weiteren Behandlungsschritten
  • Dokumentation als Ausdruck für den Patienten
  • Hygiene- und Pflegetipps für Zuhause

Für die Gesundheit der Betroffenen ist es wichtig, dass Zahnmediziner, Allgemeinmediziner und Diabetologen eng kooperieren und einen gemeinsamen Behandlungsplan für die Patienten entwickeln!

Der Weltdiabetestag und die Zuckerkrankheit in Zahlen

Der Weltdiabetestag (14. November) wird seit 1991 von der IDF (International Diabetes Federation) und der Weltgesundheitsorganisation WHO (World Health Organization) durchgeführt. Er ist neben dem Welt-AIDS-Tag (1988) der zweite Tag, der einer Krankheit gewidmet ist. Der 14. November ist der Geburtstag von Frederick G. Banting, der gemeinsam mit Charles Herbert Best 1921 das lebenswichtige Insulin entdeckte.

Diabetes ist eine Volkskrankheit, die weltweit verbreitet ist, wie die aktuellen Zahlen deutlich belegen:

  • ca. 8 Millionen Menschen in Deutschland sind von Diabetes mellitus betroffen
  • weltweit sind über 250 Millionen Menschen betroffen
  • alle 10 Sekunden erkranken 2 Menschen an Diabetes mellitus
  • alle 10 Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen des Diabetes
  • alle 10 Sekunden wir einem Menschen ein Bein oder Arm auf Grund der Folgen amputiert
  • 500.000 Kinder unter 15 Jahren sind betroffen von Typ-1 Diabetes
  • jeden Tag erkranken 200 Kinder an Diabetes Typ-1
  • 70% des Insulins stehen 16% der Weltbevölkerung zur Verfügung
  • bis 2030 wird es über 300 Millionen Diabetiker weltweit geben

Quelle: weltdiabetestag.de