Der 14. November ist der Weltdiabetestag! Informationen und Aufklärung zu allen Themen der Zuckerkrankheit stehen an diesem Tag im Fokus. Ein zentrales Thema die Prävention: Krankheiten durch prophylaktische Maßnahmen und gesundheitsbewusstes Verhalten vermeiden! Auch Zahnärzte können helfen die teils dramatischen gesundheitlichen Risiken für die Betroffenen zu reduzieren. Die brisanten Zusammenhänge zwischen einem Diabetes und der Mundgesundheit sind seit langen bekannt und wissenschaftlich erwiesen.
Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel verschlechtert die Durchblutung und somit die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Abwehrkräfte werden geschwächt und Keime und Bakterien können sich auch im Mundraum leichter vermehren. Diabetiker haben daher ein deutlich erhöhtes Risiko für bakterielle Erkrankungen wie die Parodontitis – die chronische Entzündung des Zahnhalteapparates.©klausfotolia48 -Fotolia.com

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Sind Diabetiker von einer Parodontitis betroffen, wird die Behandlung der Krankheit zunehmend problematischer: Eine chronische Entzündung im Mundraum erhöht die Insulinresistenz der Zellen. Der Blutzuckerwert verschlechtert sich weiter und für die Ärzte wird die Einstellung der Diabetes-Patienten mit Medikamenten deutlich erschwert. Für die rund acht Millionen Diabetiker in Deutschland sollte deshalb der direkte Weg vom Facharzt in die Zahnarztpraxis zur Normalität werden. Hier bedarf es einer intensiven Zusammenarbeit zwischen den behandelnden Ärzten und einer parodontologisch geschulten Zahnarztpraxis.

Auch für gesunde Menschen ist diese regelmäßige Kontrolle des Mundraums wichtig. Denn gemeinsam mit weiteren Risikofaktoren – wie Übergewicht – kann eine Parodontitis die Entwicklung eines Diabetes begünstigen. Wenn bei Patienten eine Parodontitis festgestellt wird, sollte – falls noch nicht geschehen – eine Blutzuckerbestimmung in der Zahnarztpraxis oder beim Facharzt erfolgen.

Viele Zahnarztpraxen setzen moderne präventive Konzepte ein, um Krankheiten zu verhindern oder zumindest früh zu erkennen. Hierzu werden nicht nur die Zähne professionell gereinigt. Geschulte Prophylaxefachkräfte ermitteln mit standardisierten Maßnahmen die individuellen Risiken für jeden Patienten. Karies und Parodontitis können so rechtzeitig entdeckt und behandelt werden.

Laut der letzten Deutschen Mundgesundheitsstudie sind über 70 % aller Erwachsenen von einer schweren oder mittelschweren Parodontitis betroffen. Bei Senioren sind es noch deutlich mehr. Was viele nicht wissen: Eine Parodontitis kann zu weiteren erheblichen Beeinträchtigungen der Allgemeingesundheit führen. So können nicht nur die Risiken für Diabetes, sondern auch für Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen, Gelenkbeschwerden, rheumatische Arthritis und Frühgeburten steigen.