Nicht nur in der Vorweihnachtszeit machen sich viele Eltern Gedanken, wie sie die Zähne ihres Nachwuchses vor Karies schützen können. Doch wenn – wie jetzt – noch mehr Süßigkeiten als sonst auf dem Naschplan der Kinder stehen, dann steigt auch die Kariesgefahr. Und mal ehrlich: In den Festtagen komplett auf Süßes zu verzichten ist doch wirklich zu viel verlangt. Aber es muss ja nicht alles aus Zucker sein, schließlich gibt es Alternativen. Beispiel: Xylitol (auch Xylit genannt)!

Xylitol hilft der Mundgesundheit

Knapp 300 Studien haben den antikariogenen Effekt von Xylitol bestätigt. Bereits vier Gramm täglich können helfen, das Kariesrisiko zu senken. Diese Menge entspricht einem gestrichenen Teelöffel. Xylitol ist in speziellen Zahnpflegekaugummis und in diätetischen Lebensmitteln enthalten. Höher dosiert gibt es den Wirkstoff in Pulver- oder Tablettenform in Apotheken zu kaufen. Der Zuckeraustauschstoff vermindert erfolgreich die bakterielle Plaquebildung auf den Zähnen. Zudem wird die Produktion zahnschädigender Säuren reduziert, die bekanntlich den Zahnschmelz angreifen und die Entstehung von Karies begünstigen.

Dem süßen Geheimnis auf der Spur?

Der deutsche Chemiker Herrmann Emil Fischer erhielt 1902 den Nobelpreis für seine Forschungen auf dem Gebiet der Zuckerchemie. Mit seinem französischen Kollegen Emil Bertrand synthetisierte er die Molekülstruktur Xylitol aus Holzglukose (Xylose). Dieser Stoff ist ein Zuckeralkohol, der auch in vielen Früchten, Pilzen und Gemüsesorten vorkommt. In relevanten Mengen ist Xylit in Himbeeren, Blumenkohl und diversen Getreidesorten enthalten. Industriell wird der Zuckerersatzstoff noch sehr aufwändig aus Mais gewonnen. Xylitol hat dieselbe Süßkraft wie Haushaltszucker, jedoch einen deutlich niedrigeren Brennwert.

Der Birkenzucker Xylitol – nichts für die Bakterien

Die größte Gefahr für unsere Zähne geht von Bakterien aus, die sich vor allem von Zucker ernähren. Xylitol schmeckt den Bakterien allerdings überhaupt nicht – sie können ihn nicht verwerten. Und wenn die Karies-Bakterien nicht genug zu futtern haben, dann produzieren sie weniger Säuren und vermehren sich zudem weniger als üblich.

Die „Pharmazeutische Zeitung online“ schreibt dazu: „Wie eine aktuelle schwedische Studie zeigt, senkt schon eine tägliche Aufnahme von 3,4 g Xylitol für vier Wochen die Plaquebildung um ein Drittel. Für die Reduktion der Säureproduktion war dagegen eine Tagesdosis von 6 g Xylitol nötig. Allgemein gelten 5 bis 10 g Xylitol als wirksame Tagesdosis. Diese Menge wird durch das Kauen von etwa sechs Kaugummis über den Tag verteilt, am besten kurz nach den Mahlzeiten, erreicht.“

Auch Eltern können ihre Kleinkinder vor Karies schützen, wenn sie selbst Xylitol statt Zucker nutzen. Denn bei jedem Kuss, bei jedem Ablecken des Schnullers werden die Kariesbakterien übertragen. Je geringer die Keimdichte im Speichel der Eltern ist, umso geringer ist also auch das Ansteckungsrisiko für den Nachwuchs.

In diesem Sinne wünschen wir frohe und zahngesunde Weihnachten!