Jetzt aber noch schnell die Zähne putzen, bevor es ins Bett geht: Dann werden die Beißerchen mit kreisenden, hektischen Bewegungen mal eben durchgeschrubbt! Das Zahnfleischbluten wird dabei – wie immer – ignoriert. So, oder so ähnlich geht es sicherlich in diversen deutschen Badezimmern zu, denn so richtig Plan vom optimalen Putzen haben viele Erwachsene immer noch nicht. Das hat schon 2012 eine Studie der Universität Witten/Herdecke festgestellt. Das erschreckende Ergebnis: Nur 32 Prozent der Befragten haben richtig Zähne geputzt!

Nach dem Essen …

… Zähne putzen nicht vergessen! Sicher nicht so ganz verkehrt, dieser dentalpädagogische Imperativ, aber es geht um mehr. Bakterielle Beläge, die irgendwann Krankheiten auslösen können, müssen gründlichst entfernt werden!

Zähne putzen: Warum?

Bakterien lösen Krankheiten aus: Karies, aber vor allem die Parodontitis. Die chronische bakterielle Entzündung des Zahnbettes ist der häufigste Grund für Zahnverlust. Aber nicht nur das! Mittlerweile wissen wir, dass die Mundgesundheit auch die allgemeine Gesundheit beeinflusst. Die Bakterien können aus dem Mund in den gesamten Körper gelangen und so die Risiken für Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall oder rheumatoide Arthritis erhöhen.

Zähne putzen: Was passiert?

Wenn alles richtig gemacht wird, werden die bakteriellen Beläge – auch Biofilm oder Plaque genannt – von der Zahnbürste, der Zahnseide und den Zahnzwischenraum-Bürstchen entfernt. Natürlich werden auch Speisereste mit weg geputzt und das ist auch gut so. Denn gerade zuckerhaltige Lebensmittel sind ein guter Nähboden für die Bakterien.

Zähne putzen: Wie?

Vor allem ohne Druck und mit Konzentration auf die Zähne, um Zahnschmelz und Zahnfleisch nicht zu schädigen. Dabei wird die Zahnbürste leicht schräg am Zahnfleischrand angesetzt und die Beläge vom Zahnfleisch zum Zahn hin „weggefegt“. Und ob das Ganze dann drei Minuten dauert oder fünf – das ist individuell verschieden. Hauptsache alle Zähne und die Zahnzwischenräume sind sauber!  Kleine Kinder können sich mit kreisenden Bewegungen die Zähne putzen, da es motorisch einfacher ist. Hierbei können allerdings Bakterien unter den Zahnfleischrand gedrückt werden. Bis zum neunten Lebensjahr sollten die Eltern bei den Kleinen dann auch nachputzen!

Zähne putzen: Wann?

Wichtig ist es, den bakteriellen Zahnbelag alle 24 Stunden komplett zu entfernen. Damit man hier auf Nummer sicher gehen kann, sollte das Ganze zwei Mal täglich – in der Regel morgens und abends – statt finden. Vor allem am Abend ist gründliche Zahnreinigung wichtig: In der Nacht fließt weniger Speichel und Bakterien können sich besser ausbreiten. Auch das Zähneputzen vor dem Frühstück ist in Ordnung. Zum einen „vergisst“ man es nicht, weil es zu Hause hektisch wird und die Bakterien sind schon einmal weggeputzt, bevor sie das erste Mal am Tag gefüttert werden. Direkt nach dem Essen sollte man am besten nicht putzen – vor allem nicht, wenn saure Speisen oder Getränke mit im Spiel waren. Die Säure löst denn Zahnschmelz an und dieser kann durch das sofortige Putzen geschädigt werden.

Und warum noch zur PZR?

Bakterien finden sich auch da, wo Sie mit Zahnbürste und Zahnseide zuhause nicht hin kommen. Vor allem in den Zahnfleischtaschen, die sich rund um die Zahnwurzel bilden können. Im Rahmen einer professionellen Prophylaxe entfernen geschulte Teams den Biofilm überall dort, wo er zu finden ist.

Sicherlich gibt es viele weitere spannende Fragen rund um das Zähneputzen:

  • welche Zahnbürste für mich geeignet?
  • welche Zahnpasta soll ich nehmen?
  • nehme ich Zahnseide oder Bürstchen?
  • soll ich lieber elektrisch oder manuell putzen?
  • wie putze ich meinen kleinen Kindern die Zähne?

Die Zahnmediziner und die Prophylaxeexperten in den Zahnarztpraxen sind hierzu die richtigen Ansprechpartner!