Manchmal findet Petra ihren Freund nicht wirklich anziehend: Küssen geht gar nicht und selbst ein normales Gespräch am Frühstückstisch ist nur mit viel Überwindung möglich. Denn Petras Freund hat Mundgeruch – dauerhaft und streng! Was tun? Mit ihm reden, ihm sagen, dass er was unternehmen muss? So wie Petra geht es vielen, deren Mitmenschen unter Mundgeruch leiden. Und hier reden wir nicht über die Zwiebel-, oder Knoblauchfahne, die nach einer gewissen Zeit und ordentlicher Mundhygiene von alleine verduftet.

Es geht konkret um den chronischen Mundgeruch – die sogenannte Halitosis! Auch wenn wir es hier immer noch mit einem Tabuthema zu tun haben, sollte man es nicht verschweigen, denn dauerhaft übelriechender Atem kann zu einer großen Belastung für beide Seiten werden. Aber in den meisten Fällen sind die Ursachen schnell gefunden. Vor allem in der Zahnarztpraxis können Betroffene die notwendige Hilfe finden.

Woher kommt der Mundgeruch?

Das Wichtigste zuerst: Der Magen hat mit der Entstehung von Mundgeruch so gut wie nichts zu tun. In rund 90 Prozent aller Fälle finden sich die Ursachen im Bereich der Mundhöhle. Mehr als 20 Millionen Bakterien und andere Mikroorganismen tummeln sich im Zahnbelag, zwischen den Zähnen, auf der Zunge, oder in den Zahnfleischtaschen. Hier warten sie auf ihre tägliche Nahrung in Form diverser Essensreste, abgestorbener Zellen und Blut. Das Ergebnis des bakteriellen Stoffwechsels sind übelriechende Schwefelverbindungen.

Ein sehr geringer Teil des Mundgeruchs entsteht in der Nase oder im Rachen – beispielsweise durch entzündete Rachenmandeln. Auch eine dauerhafte Mundtrockenheit, die gerade bei älteren Menschen eine Rolle spielt, trägt zur Entwicklung von Mundgeruch bei. Somit ist klar: Eine konsequente Mundhygiene und die regelmäßige Kontrolle in der Zahnarztpraxis sind wichtige Schritte in Richtung eines angenehmen Atems.

Wie hilft die Zahnarztpraxis?

Das Wichtigste zuerst: Chronische Entzündungen, wie eine Parodontitis, werden ebenfalls durch Bakterien ausgelöst. Auch dieses Erkrankung des Zahnbettes äußert sich irgendwann in dauerhaftem Mundgeruch. Wer also regelmäßig zur Prophylaxe geht und die Zähne, Zahnzwischenräume, Zunge und Zahnfleischtaschen professionell reinigen lässt, der hat schon einiges getan. Die Zahnmediziner können den Ursachen des Mundgeruchs auf den Grund gehen und finden heraus, wie den üblen Gerüchen ein möglichst schnelles Ende bereitet werden kann. Zudem geben die Zahnpflege-Profis in den Praxen die richtigen Tipps für eine optimale Mundhygiene zu Hause und eine zahngesunde Ernährung. Wer viel Wasser trinkt und regelmäßig zuckerfreie Kaugummis kaut, der regt zudem die Speichelproduktion an. So können Essensreste besser weggespült werden und den Bakterien fehlt es an Nachschub.

Schweigen ändert nichts!

Auch für Petra und ihren Freund wäre es sicher besser, das Thema anzusprechen. Die Lösung des unangenehmen Problems finden die Betroffenen sehr wahrscheinlich bei ihrem Zahnarzt – und den sollte man ja so oder so regelmäßig besuchen!


spiegel.de: „Mundgeruch kommt fast nie aus dem Magen!“