Der Besuch in der Zahnarztpraxis gehört wahrlich nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der meisten Menschen! Viele Patienten setzen sich mit einem mulmigen Gefühl auf den Zahnarztstuhl. Einige verweigern den Gang zum Zahnarzt sogar komplett: Sie haben Panik und können weder den Geruch noch den Gedanken an eine Zahnarztpraxis ertragen. Bereits das entfernte Geräusch einer Kreissäge kann Angstschweiß auslösen, denn es erinnert an den Hochgeschwindigkeitsbohrer der Dentalturbine.

Eine Zahnarzt- oder Dentalphobie hat vielfach mit negativen Erfahrungen in der Kindheit zu tun. Für den erwachsenen Menschen ergeben sich aus der krankhaften Abneigung vor jeder Zahnarztpraxis vielfach schwere gesundheitlich Probleme: Zahnschmerzen werden mit Analgetika behandelt, Zahnlücken einfach ignoriert. Sowohl die körperliche als auch die seelische Gesundheit stehen auf dem Spiel. Unbehandelte, chronische Entzündungen (Gingivitis, Parodontitis) schwächen das Immunsystem und begünstigen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Durch den unvermeidlichen Zahnverlust – bis hin zur Zahnlosigkeit – droht die gesellschaftliche Ausgrenzung.

Laut statistischer Erhebung gehört der regelmäßige Zahnarztbesuch für viele Menschen zur Mundpflege und Mundgesundheit dazu. 76 Prozent der Erwachsenen gehen mindestens einmal im Jahr zu ihrem Zahnarzt, ebenso Kinder. Bei den Jugendlichen sind es 66 Prozent, bei den Senioren 72 Prozent. Quelle: DMS V ─ Fünfte Deutsche Mundgesundheitstudie

Rund 25 Prozent meiden die Zahnarztpraxis

Doch was ist mit dem restlichen Viertel der Bevölkerung? Haben diese Personen kerngesunde Zähne und keine Probleme mit Karies oder mit Erkrankungen des Zahnhalteapparates? Nein, diese Menschen haben Angst vorm Zahnarzt und schämen sich für ihre schlechten Zähne. Zumindest diese Scham ist unbegründet. Kein Zahnarzt ist entsetzt über kariöse oder fehlende Zähne, denn das ist sein Job. Kein Zahnarzt macht einem Angstpatienten Vorwürfe, sondern sucht gemeinsam mit ihm nach Lösungen, um verbliebene Zähne zu erhalten und ein lückenhaftes Gebiss zu sanieren. Mit der modernen Implantologie ist inzwischen sogar die Wiederherstellung eines komplett eigenen, festsitzenden Gebisses möglich.

Beruhigungsmittel und Vollnarkose

Für den Umgang mit Angstpatienten stehen dem Zahnarzt zahlreiche Möglichkeiten und Medikamente zur Verfügung, um die Behandlung erträglicher, entspannter und schmerärmer zu gestalten. Hierzu gehören:

  • Beruhigungsmittel (kann am Vorabend und unmittelbar vor der Behandlung gegeben werden)
  • Sauerstoff-Lachgas-Sedierung (trägt zur Entspannung der Patienten bei)
  • Vollnarkose (Allgemeinanästhesie)
  • es gibt auch Zahnärzte, die Akupunktur und Hypnose einsetzen (vor allem bei  Schmerzmittelunverträglichkeiten)

Hypnose und leichte Sedativa wirken im Vorfeld beruhigend und angstlösend, der Einsatz von Lachgas sorgt für absolute Angstfreiheit. Die Patienten verbringen die Behandlung in einem leichten Dämmerschlaf und erwachen ohne negative Erinnerung. Bei einer extrem ausgeprägten Dentalphobie kann eine Vollnarkose zum Einsatz kommen. Ein Anästhesist überwacht die Narkose, während sich der Zahnarzt um die Sanierung der Zähne kümmert.

Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über Ihre Angst und holen Sie sich Unterstützung durch den Partner oder Freunde. Auch wenn es inzwischen viele Möglichkeiten gibt, Zahnarztangst wirkungsvoll zu bekämpfen – die Tür zur Zahnarztpraxis müssen Sie dann schon selbst öffnen.