Britische Forscher haben herausgefunden, dass Fluchen schmerzlindernd wirkt. Das eine oder andere „Verdammt noch mal“ soll dabei helfen, die Pein länger auszuhalten. Wer seinen entzündeten Zahnnerv verflucht, wird die Schmerzen dadurch aber nicht los. Bevor uns also die Schimpfwörter ausgehen, sollten wir den Zahnarzt draufschauen lassen. Zum Tag der Zahnschmerzen (9. Februar) erklären wir, worunter unsere Zähne am häufigsten leiden.

Zum Tag der Zahnschmerzen (9. Februar) erklären wir, worunter unsere Zähne am häufigsten leiden.

Formen von Zahnschmerzen

Zahnschmerzen sind ein Warnsignal des Körpers. Er sendet uns die Botschaft: Hier stimmt etwas nicht. Rein biologisch gesehen spüren wir den Schmerz, weil unsere Zahnnerven gereizt oder beschädigt wurden. Es gibt jedoch nicht nur den einen Zahnschmerz. Unser Körper lässt sich einiges einfallen, um uns auf das Problem im Mund hinzuweisen. Das sind die häufigsten Formen von Zahnschmerzen:

  • pochender Zahnschmerz
  • Zahnschmerzen bei Heiß/Kalt
  • Zahnweh beim Kauen und Essen
  • Kopfschmerzen und Zahnschmerzen
  • Zahnweh bei Erkältungen

Hinter allen diesen Symptomen stecken mal mehr und mal weniger große Baustellen in der Zahngesundheit.

Zahnschmerzen durch Karies

Eine der Hauptverdächtigen bei Zahnschmerzen ist Karies. Die sogenannte Zahnfäule entsteht in der Regel durch die ungesunde Kombination aus einer mangelnden Mundhygiene und einer falschen Ernährung. Besonders in den Zahnzwischenräumen fühlen sich die Kariesbakterien wohl. Sie überleben dort oft die tägliche Zahnpflege, weil der Bürstenkopf nicht bis in die engen Zwischenräume kommt.

Karies bei Kindern und Senioren

Insgesamt nimmt die Häufigkeit an Karies in Deutschland ab, das belegt die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie .Doch besonders bei den ganz Kleinen und Senioren ist Karies nach wie vor ein großes Problem. Frühkindliche Karies und Wurzelkaries bei Senioren stellen Zahnärzte vor eine große Herausforderung.

Jedes süße Getränk und jede zuckerhaltige Mahlzeit ist ein Festschmaus für die Bakterien. Sie wandeln den Zucker in Säure um, die den Zahnschmelz angreift. Ohne Hilfe ist das Kariesloch nur noch eine Frage der Zeit.

Zahnschmerzen durch defekte Füllungen

Wenn Füllungen nicht richtig sitzen oder undicht sind, kann das auch ein Grund für Zahnschmerzen sein. Das kann zum Beispiel passieren, wenn bei der Entfernung von Karies noch kranke Stellen übriggeblieben sind und der Zahn unterhalb der Füllung weiter leidet. Bei einer undichten Füllung reagiert der Zahn hingegen sehr empfindlich auf Heißes und Kaltes.

Zahnschmerzen durch entzündete Zahnnerven

Ein entzündeter Nerv gehört auf der Hitliste der unangenehmsten Zahnschmerzen mit Sicherheit unter die Top Drei. Ursachen für die schmerzhafte Entzündung sind in der Regel:

  • tiefsitzende Karies
  • mechanische Reizungen, zum Beispiel durch zu große Füllungen
  • Hitzeschäden beim Abschleifen des Zahns

Die Entzündung entsteht, weil Bakterien den Nerv reizen. Dadurch steigt der Druck im Inneren des Zahns an und kann nicht entweichen. Die Folge: Der Zahn stirbt ab. Doch das ist nicht das Ende des Leidens: Der Körper versucht, die abgestorbenen Gewebereste loszuwerden, und es kommt erneut zu einer Entzündung. Davon kann sogar der Knochen um die Wurzelspitze betroffen sein.

Zahnschmerzen durch freiliegende Zahnhälse

Was in der Fachsprache als Dentinhypersensibilität bekannt ist, kennen wir in der Regel als „Autsch“ nach etwas Heißem oder Kaltem. Schuld daran sind freiliegende Zahnhälse. Der Zahnhals liegt normalerweise gut geschützt unter dem Zahnfleisch und kommt mit heißen oder kalten Getränken nicht in Kontakt. Durch eine Zahnfleischentzündung kann sich das Zahnfleisch aber zurückziehen und die empfindliche Stelle des Zahns freilegen.

Tausende feine Kanälchen im Zahnhals führen direkt ins Zahnmark. Starke Temperaturschwankungen mögen sie gar nicht. Auf Hitze oder Kälte reagieren sie äußerst gereizt und schicken blitzartige Schmerzen als Botschaft an unser Gehirn.

Zahnschmerzen durch einen Zahnunfall

Bei Kindern ist es schnell passiert, dass ein Zahn das Herumtollen auf dem Spielplatz nicht schadlos übersteht. Ein Zahnunfall ist meist jedoch weniger schmerzhaft als die Folgen. Die Bayerische Landeszahnärztekammer schreibt dazu: „Abgesplitterte Zahnteile können sich auf den Zahnschmelz begrenzen oder bis in die darunterliegende Dentinschicht (Zahnbein) ausbreiten. Ist Letzteres der Fall, besteht die Gefahr, dass der Zahnnerv freigelegt wird.“

Und wenn der Zahnnerv im Spiel ist, hat das meist keine guten Folgen für das Wohlbefinden. Der verletzte Zahn reagiert extrem empfindlich auf Druck und Berührung. In der Regel kann der Profi in der Praxis einen abgebrochenen oder verlorengegangenen Zahn noch retten. Dabei zählt jedoch jede Sekunde!

Weitere mögliche Ursachen von Zahnschmerzen

Erste Hilfe bei Zahnschmerzen

Wie wir ja alle wissen, halten sich Zahnschmerzen nicht zwingend an die Öffnungszeiten der nahegelegenen Zahnarztpraxen. Ist der zahnärztliche Notdienst auch nicht gut zu erreichen, können bestimmte Medikamente oder bewährte Hausmittel für eine erste Linderung sorgen

Was hilft wirklich gegen Zahnschmerzen? Diese Frage beantworten wir in unseren Artikeln 10 Hausmittel gegen Zahnschmerzen: Was hilft? und Wenn der Zahn schmerzt – was hilft wirklich?

Der Zahnarzt geht auf Ursachenforschung

Wie auch immer die Schmerzbotschaft lautet: Dahinter steckt eine Ursache. Deswegen ist es wichtig, nicht nur die Symptome zu behandeln. Mit Schmerztabletten verschwindet das unangenehme Gefühl vielleicht – auf Dauer macht es die Sache aber meistens nur schlimmer. Der Zahnarzt packt das Problem an der Wurzel und geht in der Praxis auf Ursachensuche.