Die bunten Eier sucht jeder gerne. Die Zähne vom Osterhasen möchte aber keiner haben. Hasenzähne wirken bei Kindern vielleicht noch süß, spätestens im Erwachsenenalter wünscht sich jedoch keiner mehr Zähne wie Meister Lampe – und das nicht nur aus optischen Gründen. Im schlimmsten Fall leidet die Gesundheit an dem auffälligen Biss. Wir erklären, was der Zahnarzt gegen Hasenzähne tun kann.

Junge und Mädchen liegen lachend im Gras mit Sonnenbrillen. Zu Ostern geht es um Hasenzähne und wie der Zahnarzt helfen kann - auf Information Mundgesundheit

Schneidezähne überragen die unteren Zähne

Bei Hasenzähnen überragen die oberen Schneidezähne deutlich die unteren. Deshalb wird diese Fehlstellung auch Überbiss genannt. Die Ursache dafür ist meistens ein zu weit zurückliegender Unterkiefer, das sogenannte fliehende Kinn. Die Hasen-Optik entsteht dann vor allem durch zu weit nach vorne gekippte Frontzähne.

Der Tiefbiss und der Rückbiss sind Sonderformen des Überbisses. Beim Tiefbiss verdecken die Frontzähne des Oberkiefers vollständig die entsprechenden Unterkieferzähne. Beim Rückbiss ist der Unterkiefer aufgrund einer Kieferfehlstellung zu weit nach hinten verlagert.

Der Überbiss gehört zu den häufigsten Zahn- und Kieferfehlstellungen und sollte bereits frühzeitig kieferorthopädisch behandelt werden, um Folgeschäden auszuschließen.

Daumenlutschen kann Überbiss verursachen

Wer Zähne wie Meister Lampe hat, war in der Kindheit wahrscheinlich Daumenlutscher oder Dauernuckler. Das ständige Lutschen kann die Ausformung des Gaumens und die Zahnstellung beeinflussen. In einigen Fällen steckt das Gen für die Hasenzähne aber auch in der DNA und wurde vererbt.

Die häufigsten Ursachen für Zahnfehlstellungen:

  • Verletzungen durch Unfälle
  • Wachstumsstörungen von Ober- und Unterkiefer
  • Dauerhaftes Saugen und Beißen an den Lippen
  • Frühzeitiger Verlust der Milchzähne
  • Angeborene Fehlstellungen

Gegen angeborene Zahnfehlstellungen können wir nichts tun. Anders sieht es bei schlechten Angewohnheiten aus, die die Zähne schief wachsen lassen. Eltern können zum Beispiel bei ihrem Kind auf den Schnuller verzichten und es früh an das Trinken aus Bechern gewöhnen. So entsteht gar nicht erst die Gefahr, dass der Junior zu lange an der Flasche nuckelt. Natürlich sollten auch die Milchzähne gut gepflegt werden, um einen frühzeitigen Zahnverlust zu vermeiden.

Schweregrade für den Überbiss

Während für die Eltern die Hasenzähnchen beim Nachwuchs “eigentlich doch ganz süß” sind, sehen es die Experten etwas nüchterner und unterscheiden die Schwere der Fehlstellung mit Hilfe von sogenannten Angle-Klassen.

Angle Klasse I: Diese Klasse beschreibt das normale Gebiss, bei dem der vordere Höcker des ersten großen Backenzahns im Oberkiefer genau zwischen die beiden Höcker des gegenüberliegenden Backenzahns im Unterkiefer passt.

Angle Klasse II/1: Die Klasse II beschreibt einen Überbiss. Der vordere Höcker des ersten großen Backenzahns im Oberkiefer beißt vor den ersten großen Backenzahn im Unterkiefer.

Angle Klasse II/2: Bei dieser Klasse stehen die oberen Schneidezähne nicht gerade, sondern sind nach innen gekippt.

Angle Klasse III: Die dritte Angle-Klasse beschreibt einen Vorbiss: Der Oberkiefer steht zurück und die unteren Zähne können vor den oberen stehen.

Hasenzähne sind jedoch nicht nur eine Frage der Optik. In besonders schweren Fällen kann der Überbiss das Sprechen, Essen und Kauen beeinflussen. Bei einigen Patienten spannt aufgrund der Fehlstellung die Oberlippe so stark, dass sie den Mund nicht mehr richtig schließen können. Dadurch trocknet der Speichel schnell aus und kann den Zähnen nicht mehr als Schutzmantel dienen. Die Folge sind Zahnschäden.

Körperwachstum für Korrektur nutzen

Dem kann man vorbeugen: Bereits im Kindes- und Jugendalter empfiehlt sich eine kieferorthopädische Therapie. Das ist ein guter Zeitpunkt, um das Knochenwachstum zur Unterstützung zu nutzen. Mit entsprechenden Hilfsmitteln wird das Wachstum des Unterkiefers unterstützt und das Wachstum des Oberkiefers gemindert.

Solche Hilfsmittel können sein:

  • Herausnehmbare Zahnspangen
  • Feste Zahnspangen
  • Funktionskieferorthopädische Geräte

Bei Erwachsenen mit Überbiss hingegen reicht die kieferorthopädische Behandlung in der Regel nicht mehr aus. Hier ist deshalb ein chirurgischer Eingriff nötig, um die Fehlstellung im Kiefer zu korrigieren. Zusätzlich werden die schief gewachsenen Zähne mit einer festen Zahnspange wieder in die richtige Richtung gelenkt.

Unsichtbare Korrektur mit Alignern

Eine Alternative zur sichtbaren Spange sind sogenannte Aligner. Die durchsichtigen Zahnschienen beheben die Zahnfehlstellung in kleinen Schritten. Dafür fertigt der Zahntechniker eine Reihe von Schienen an, die jede für einen bestimmten Behandlungsschritt steht und etwa alle zwei Wochen ausgetauscht wird – bis die Fehlstellung korrigiert ist. Meistens umfasst die Aligner-Therapie 14 Schienenpaare für den Ober- und Unterkiefer.

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Das ist natürlich besonders für Erwachsene eine attraktive Lösung, die keine auffällige Zahnspange tragen möchten. Die Aligner sind herausnehmbar und behindern somit auch nicht die Zahnpflege.

Der Zahnarzt hilft bei schiefen Zähnen

Wichtig ist, dass Fehlstellungen frühzeitig behandelt werden. Dann sind die Chancen größer, schiefe Zähne möglichst schonend zu korrigieren. Fragen Sie Ihren Zahnarzt oder Kieferorthopäden nach Behandlungsmöglichkeiten.