Heute ist Tag der Zahngesundheit. Meinen kleinen Sohn interessiert das nicht – mit 10 Monaten setzt er andere Prioritäten: Mama, Milch, trockener Popo. Doch für mich ist dieser 25. September keiner wie jeder andere. Es ist das erste Mal, dass ich den Aktionstag als Vater erlebe. Und passenderweise lautet in diesem Jahr das Motto: „Gesund beginnt im Mund – Gemeinsam für starke Milchzähne.“ Deshalb schreibe ich diesen Blogtext heute nicht als Dentaljournalist, sondern als Papa eines kleinen Jungen mit vier gesunden Milchzähnen.

kleines kind und sein vater putzen zähne

Keine Kompromisse bei der Zahnpflege

Wir sind ganz sicher keine dieser Helikoptereltern, die ihr Kind überbehüten. Unser kleiner Entdecker hat gerade eine Phase, in der er sich an jedem Möbelstück hochzieht. Nicht selten geht es dann genauso schnell in die andere Richtung. Das gehört dazu und ist für uns kein Grund, ihn nur noch mit Helm herumtollen zu lassen. Doch beim Thema Zahnpflege waren meine Frau und ich uns einig: keine Kompromisse!

Durch meinen Beruf habe ich viel mit dem Thema zu tun. Ich bin also sensibilisiert und habe es deswegen zuhause früh zur Sprache gebracht. Andere Eltern wissen vielleicht nicht, wie wichtig gesunde Milchzähne für die Entwicklung ihres Kindes sind.

Gefahr Milchzahnkaries

Kinder mit Karies an den Milchzähnen haben ein größeres Risiko für Karies an den bleibenden Zähnen. Milchzahnkaries ist aktuell ein großes Problem bei den ganz kleinen Knirpsen!

„Es ist eine traurige Tatsache, dass deutschlandweit bei den unter dreijährigen Kindern schon 15 Prozent von Karies betroffen sind“, sagte Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Quelle: Aktionskreises zum Tag der Zahngesundheit

Wenn ein Milchzahn verloren geht, kann das sogar Auswirkungen auf das Wachstum des Kieferknochens haben. Denn wo ein Zahn fehlt, wird kein Knochen mehr benötigt, der ihn hält.

Auf zucker- und säurehaltige Getränke verzichten wir deshalb komplett. Unser Sohn bekommt Milch und selbstgekochten Brei aus Gemüse und Fleisch. Zusätzlich haben wir immer eine kleine Flasche mit abgekochtem Wasser parat – falls nach einer kleinen Klettertour durch das Wohnzimmer der Durst nicht bis zur nächsten Milch warten kann.

Wir putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta

Und nach dem Bäuerchen ist Zähneputzen angesagt. Dafür haben wir uns eine spezielle Kinderzahnbürste mit extra weichen Borsten gekauft. Das erste Modell hat nicht allzu lange gehalten, weil der Junior gerne auf ihr herumgekaut hat. Mit der zweiten klappt es aber schon besser, und mittlerweile hat er sich daran gewöhnt.

Dazu verwenden wir eine Zahnpasta mit einem geringen Fluoridgehalt, von der wir einmal täglich eine Fingerspitze auf die Bürste geben. Das Thema Fluoride ist umstritten – auch in unserem Freundeskreis: Wir haben uns beim Zahnarzt darüber informiert und uns dafür entschieden, weil es in der richtigen Dosierung zuverlässig vor Karies schützt.

Keine Sorge vor dem ersten Zahnarztbesuch

Zahnarztbesuche gehören ganz bestimmt nicht zur Lieblingsbeschäftigung eines zehn Monate alten Jungen mit ausgeprägtem Bewegungsdrang. Deshalb hatten wir ein wenig Bammel vor dem Gang in die Praxis. Tatsächlich war es aber halb so wild: Der Zahnarzt hat uns freundlich begrüßt und meinem Sohn Zeit gegeben, sich an die Situation zu gewöhnen. Nach einem kurzen Blick auf die ersten Zähnchen war es dann auch schon wieder vorbei. Der kleine Mann konnte die ganze Zeit wohlbehütet auf dem Arm der Mama bleiben.

Auch für die Kleinsten gilt: Vorsorge bleibt Pflicht

Ich kann nur jedem empfehlen, den Zahnarztbesuch nicht aufzuschieben. Je früher der Besuch in der Praxis für Kinder normal wird, desto besser! Denn nach dem guten Start brauchen die Zähne weiterhin Pflege, um gesund zu bleiben. Die regelmäßige Prophylaxe ist für den Junior deshalb genauso wichtig wie für Mama und Papa.

Wir wollen doch auch nicht lispeln, weil uns Zähne fehlen oder unseren Chef morgens zum Meeting mit einem gelben Lächeln begrüßen.

Meinem Sohn möchte ich diese peinlichen Momente ersparen. Dafür tue ich heute schon etwas.

Zum Autor: Christian Buhl ist 33 Jahre alt und seit November 2016 Vater eines Jungen. Der Journalist arbeitet für parsmedia als Redakteur in Köln und schreibt Blogtexte für „Information-Mundgesundheit“.