Viele Menschen kauen nachts die Probleme vom Tag durch: Sie knirschen im Schlaf mit den Zähnen. Das ist nicht nur nerv- und schlaftötend für den Partner, sondern auch richtig ungesund. Wird das Zähneknirschen nicht behandelt, können sich chronische Schmerzen im ganzen Körper entwickeln.

Zehnmal höherer Druck als beim Kauen

Laut der Gesellschaft für Zahngesundheit beißen etwa 30 Prozent der Deutschen zu oft und zu lange die Zähne zusammen. Bis zu 45 Minuten pressen oder reiben die Betroffenen die Ober- und Unterkieferzähne aneinander. Dabei entsteht ein Druck von bis zu 600 kg/cm² – das ist zehnmal höher als der normale Kau-Druck! (Quelle: Bundeszahnärztekammer) Der Fachmann spricht hierbei von Bruxismus.

Die Ursache dafür ist in den meisten Fällen Kopfsache: Die Betroffenen nehmen die Alltagsprobleme mit ins Bett, sind unausgeglichen und verarbeiten den Stress im Schlaf. „Neben den psychischen Ursachen können aber auch Störungen beim Zusammenbiss der Kiefer, zum Beispiel durch Stellungsfehler von Gebiss, Kiefer oder Zähnen, den Bruxismus auslösen“, schreibt die Bundeszahnärztekammer.

CMD als mögliche Folge

Den Zähnen tut das nächtliche Knirschen überhaupt nicht gut. Sogar der Zahnschmelz, eines der härtesten Materialien des Körpers, bekommt kleine Risse und Löcher. Auch Kronen und Brücken machen das Dauerknirschen nicht lange mit und nehmen Schaden. Nicht nur die Zahngesundheit ist betroffen: Zähneknirschen kann zu Fehlbelastungen und massiven Verspannungen der Kaumuskulatur führen. Das verursacht Schmerzen an Kopf, Gesicht und Kiefergelenk und strahlt womöglich bis in die Nacken- und Schultermuskeln.

Neben starken Muskelschmerzen können Betroffene oft ihren Mund nicht mehr richtig öffnen. Funktionseinschränkungen des Kiefergelenks sind eine Folge von Bruxismus. In diesem Fall spricht man von der craniomandibulären Dysfunktion (CMD).

Die Anzeichen dafür, dass im Kiefergelenk etwas schiefläuft, können im ganzen Körper auftreten: Tinnitus, Rückenschmerzen sogar Stimmungsschwankungen und Depressionen sind Symptome von CMD.

Der Zahnarzt kennt die Anzeichen fürs Knirschen

Eine mögliche Therapie ist eine sogenannte Okklusionsschiene, die das Aufeinanderpressen der Zahnreihen verhindert. Da die Ursachen und die Symptome von CMD aber so verschieden sind, sollten Sie sich bei Ihrem Zahnarzt informieren.

Er erkennt bei der Kontrolluntersuchung auch, ob Ihre Zähne bereits Schaden genommen haben und geht mit Ihnen den Ursachen auf den Grund. Möglicherweise wissen Sie ja gar nichts von Ihrem nächtlichen Knirschen. Spätestens der Zustand Ihrer Zähne verrät es aber! #FragdenZahnarzt