Taschen sind für die einen ein sinnvoller Begleiter im Alltag und für die anderen ein modischer Teil ihres Outfits. Taschen bieten uns jede Menge Platz, um alles Mögliche zu transportieren. Nur bei uns im Mund, da haben Taschen – also Zahnfleischtaschen –  im Idealfall nichts zu suchen. Zahn und Zahnfleisch trennt normalerweise nur ein kleiner Spalt. Bei einer Zahnfleischentzündung wird dieser Spalt tiefer und erweitert sich bis zur Zahnwurzel. Dann spricht der Zahnmediziner von einer Zahnfleischtasche. Lesen Sie jetzt, was es damit auf sich hat!Zahnarzt kontrolliert Zähne und Zahnfleisch mit Sonde und Spiegel. Information Mundgesundheit berichtet über Zahnfleischtaschen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Die chronische bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates ist die bekannte Parodontitis – im Volksmund auch als Parodontose bekannt.
  • Tiefe Zahnfleischtaschen sind Merkmale einer Parodontitis und müssen in der Zahnarztpraxis professionell behandelt werden – hier können Zahnbürste, Zahnseide und Zahnzwischenraumbürstchen nicht mehr helfen.
  • Werden Zahnfleischtaschen nicht erkannt und professionell gereinigt, sammeln sich weitere bakterielle Beläge an.
  • Die Entzündung breitet sich aus und das Gewebe, das unseren Zähnen den nötigen Halt gibt, wird immer weiter abgebaut.
  • Prophylaxe und Professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis minimieren das Parodontitis-Risiko.

Was ist eine Zahnfleischtasche?

Jeder unserer Zähne ist über viele Fasern fest mit dem Knochen verbunden und so im Zahnhalteapparat regelrecht aufgehängt. In einem rundum gesunden Mund schließt sich das Zahnfleisch fest an den Zahn an. Durch bakterielle Entzündungen werden die winzigen Fasern nach und nach abgebaut und es entsteht ein Spalt zwischen Zahnfleisch und Zahn – die Zahnfleischtasche. Werden diese Taschen nicht erkannt und professionell gereinigt, sammeln sich weitere bakterielle Beläge an. Die Entzündung breitet sich aus und das Gewebe, das unseren Zähnen den nötigen Halt gibt, wird immer weiter abgebaut.

Die chronische bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates ist die bekannte Parodontitis – im Volksmund auch als Parodontose bekannt! Lesen Sie mehr: Parodontose oder Parodontitis? Der Name ist egal, wenn Zähne und Zahnfleisch in Gefahr sind! 

Wie entstehen Zahnfleischtaschen?

In unserem Mund tummeln sich unzählige Mikroorganismen wie Keime, Pilze und Bakterien. Viele von ihnen sind für eine gesunde Mundflora wichtig – andere können Krankheiten auslösen, die nicht nur den Zähnen große Probleme bereiten. Täglich bildet sich ein Belag auf und zwischen den Zähnen, der aus Nahrungsresten und eben diesen Mikroorganismen besteht. Solange wir diese Beläge regelmäßig – also mindestens zwei mal täglich – gründlich entfernen, bleiben die Verhältnisse im Mund stabil und gesund. Wenn nicht, kann sich aus dem zunächst harmlosen Zahnbelag (auch Plaque oder Biofilm genannt) ein schwerwiegendes gesundheitliches Problem entwickeln: Die Parodontitis! 

Zunächst entzündet sich das Zahnfleisch dort, wo bakterieller Zahnbelag nicht entfernt wird. Es entsteht ein erster kleiner Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch, Bakterien finden so den Weg in die tieferen Schichten des Gewebes. Um die Eindringlinge wieder los zu werden, wird die körpereigene Abwehr aktiv – das Immunsystem reagiert mit Entzündungen und der Zahnhalteapparat wird nach und nach abgebaut. Es entstehen immer tiefere Zahnfleischtaschen und die Zähne verlieren immer mehr an Halt und fallen irgendwann aus.

Tiefe Zahnfleischtaschen sind Merkmale einer Parodontitis und müssen in der Zahnarztpraxis professionell behandelt werden – hier können Zahnbürste, Zahnseide und Zahnzwischenraumbürstchen nicht mehr helfen!

Wie erkennt man Zahnfleischtaschen?

Eine Zahnfleischtasche – und damit die beginnende Entzündung des Zahnhalteapparates – ist im Alltag nicht zu erkennen. Die Parodontitis beginnt unmerklich und entwickelt sich schmerzfrei über Jahre. Achten Sie deshalb auf folgende Merkmale:

  • gerötetes und empfindliches Zahnfleisch
  • Zahnfleischbluten
  • Mundgeruch
  • lockere Zähne
  • sichtbarer Belag am Zahnfleischrand
  • empfindliche und sichtbare Zahnhälse

Zahnfleischtaschen erkennen die Profis in der Zahnarztpraxis mit verschiedenen Verfahren und Methoden. Bei jeder Kontrolluntersuchung wird der Bereich zwischen Zahn und Zahnfleisch mit einer Sonde abgetastet und die jeweilige Tiefe gemessen. Diese Prozedur wird an bestimmten Stellen jedes einzelnen Zahnes wiederholt und die Ergebnisse dokumentiert. Das Gesamtergebnis ergibt den sogenannten PSI – den Parodontalen-Screening-Index. In besonders schweren Fällen gibt ein Röntgenbild Aufschluss über die Situation des Kieferknochens und des Zahnhalteapparates.

Wie werden Zahnfleischtaschen behandelt?

In jedem Fall müssen der Zahnhalteapparat und die Zahnwurzel von bakteriellen Belägen und Zahnstein (hier könnten Sie auch mit dem Begriff “Konkremente” konfrontiert werden) befreit werden. Art und Intensität der Behandlung hängen dabei von der jeweiligen Taschentiefe und dem Fortschritt der Entzündungen ab.

Bei Zahnfleischtaschen um die 2 bis 3 Millimeter hilft in der Regel schon die regelmäßige professionelle Zahnreinigung und eine ausgiebige Mundhygiene zuhause. Bei deutlich tieferen Taschen erfolgt die Parodontal-Behandlung durch den Zahnarzt oder die Zahnärztin. Hier kann auch ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig werden, um Zahnsteinreste und Bakterien aus schwer zugänglichen Zahnfleischtaschen und Wurzelgabelungen zu entfernen.

Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e. V. (DG PARO) informiert: So wird die Parodontitis in der Zahnarztpraxis professionell behandelt! 

Wie kann man Zahnfleischtaschen vorbeugen?

Auch hier lautet das Zauberwort: Prophylaxe! Ob Karies, Zahnfleischentzündungen, Parodontitis oder Parodontose – nur die gründliche und umfassende Vorsorge minimiert die risiken für Ihre Gesundheit. Folgende Bausteine sollten immer dazu gehören:

  • Die umfassende Mundhygiene zu Hause: Mindestens 2 Mal täglich zur Zahnbürste greifen und dazu abends die Zwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten reinigen.
  • Kontrolle und Prophylaxe in der Zahnarztpraxis:  Lassen sie Zähne und Zahnfleisch mindestens zweimal im Jahr gründlich kontrollieren. Die Profis in der Zahnarztpraxis erkennen Risiken und können bei Bedarf handeln – die professionelle Zahnreinigung gehört immer mit dazu.
  • Eine zahngesunde Ernährung: Zucker mästet die Bakterien und Säuren greifen den Zahnschmelz an. 
  • Eine gesunde Lebensweise: Rauchen haben ein deutlich erhöhtes Parodontitis-Risiko.

Wie hoch ist Ihr Risiko? Checken Sie es doch einmal mit dem Parodontitis-Schnelltest der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie e. V.