Rund 6 Millionen Menschen in Deutschland haben brüchige und poröse Knochen. Diagnose: Osteoporose! Auch der Kiefer leidet unter der chronischen Erkrankung. Doch selbst mit Knochenschwund ist eine Implantation möglich. Zum Weltosteoporosetag (20. Oktober) erklären wir, warum Osteoporose kein Grund ist, auf Zahnimplantate zu verzichten.

Älteres Paar lacht mit schönen Zähnen zum Welt-Osteoporose-tag

Osteoporose: Oft trifft es Frauen nach den Wechseljahren

Osteoporose entsteht vor allem dann, wenn bestimmte Hormone (Sexualhormone) im Körper fehlen. Bei Östrogenmangel baut sich der Knochen schneller ab als auf. Deshalb sind besonders häufig Frauen nach den Wechseljahren betroffen:

  • Jede dritte Frau erkrankt nach den Wechseljahren!
  • Jede zweite Frau ab dem 70. Lebensjahr!
  • Auch Männer können an Osteoporose erkranken! Bei ihnen nimmt das Testosteron, das männliche Geschlechtshormon, im Alter aber deutlich langsamer ab.

Medikamente können Knochenzellen zerstören

Der Kiefer ist in der Regel nicht stark vom Knochenschwund betroffen. Trotzdem ist die Knochensubstanz hier oft sehr schlecht. Eine Mitschuld daran haben Medikamente, die das Fortschreiten der Osteoporose eigentlich verlangsamen sollen: Die Bisphosphonate! Diese Arzneimittel können Nekrosen (der Zerfall von Zellen) im Kiefer auslösen, die den Knochenabbau sogar noch beschleunigen.

„Klinisch können zum Leitsymptom des freiliegenden Kieferknochens im Kieferbereich eine Vielzahl von zusätzlichen Symptomen auftreten wie Schmerzen, Entzündungen, Abszesse, Funktionsausfälle von Nerven, Fisteln, Mund-Antrum-Verbindungen bis hin zu pathologischen Kieferfrakturen“, schreibt das Klinikum der Universität München, das über 100 Patienten mit diesen Symptomen betreut und damit europaweit zu den größten Zentren zählt.

Zahnimplantate sind auch bei Osteoporose möglich

Ob der Kieferknochen genügend Substanz für ein Implantat bietet oder bereits geschädigt ist, sieht der Zahnarzt bei einer Knochendichtenmessung. Reicht das Knochenangebot im Kiefer nicht aus, müssen Patient und Zahnarzt einen kleinen Umweg gehen. Doch das ist nicht das Aus für ein genussvolles Leben mit Implantat!

Zygoma-Implantate: Bei einem mangelnden Knochenangebot im Oberkiefer können Zygoma-Implantate eine Alternative sein. Die etwa 5 cm langen künstlichen Zahnwurzeln werden schräg ins Jochbein eingesetzt und finden auch dort Halt, wo der Kieferknochen schon stark abgebaut wurde.

Knochenaufbauende Maßnahmen oder Zygoma-Implantate sind Alternativrouten auf dem Weg zum implantatgetragenen Zahnersatz. Vorher ist es jedoch wichtig, die Erkrankung in den Griff zu bekommen.

Dafür arbeiten Zahnarzt und Facharzt eng zusammen. Gemeinsam entscheiden sie, ob eine Medikamentenpause Sinn macht oder eine andere Medikamentierung in Frage kommt.

Osteoporose hat keinen Einfluss auf den Erfolg der Implantation

Und wenn das Implantat einmal eingesetzt wurde, kommt Ihnen die Osteoporose nicht mehr dazwischen. Verschiedene Studien belegen, dass Knochenschwund keinen Einfluss auf den Implantaterfolg hat.

Es besteht mittlerweile Konsens, dass kein Zusammenhang zwischen der systemischen Knochendichte, der mandibulären Knochendichte, der Knochenqualität und einem Implantatverlust existiert. Generell sollte die Implantateinheilung 1 bis 2 Monate länger als „normal“ erfolgen, da die Primärstabilität reduziert ist. ZMK / Spitta Verlag GmbH & Co. KG

Fragen Sie bei Ihrem Zahnarzt nach den Möglichkeiten einer Implantation trotz Osteoporose. Er wird Sie über die Risiken aufklären und mit Ihnen den Weg hin zu Zahnimplantaten gemeinsam gehen.

Osteoporose ist eine Diagnose, aber nicht das Ende des Traums von Zahnimplantaten!