Es war der Kracher im alpinen Skizirkus 2018: Thomas Dreßen siegt sensationell auf der Streif in Kitzbühel – der erste Sieg eines Deutschen Skisportlers nach 1979. Die Abfahrt gehört immer noch zu den spektakulärsten Ereignissen im Ski-Sport und birgt entsprechende Gefahren, auch für die Zähne. Wenn es schnell wird und Stürze oder Kollisionen drohen, sind neben den Knochen auch die Zähne in Gefahr!

Zahnschutz im Wintersport: Information Mundgeusndheit gibt Tipps, wie Zähne, Zahnfleisch und Kieferknochen auf der Skipiste geschützt werden können.

Wintersport: Mit dem Tempo steigen die Risiken für Knochen und Zähne

Sicher ist es ein Unterschied, ob Sie mit Langlaufbrettern genussvoll einsame Loipen genießen, oder mit 100 Km/h über die Abfahrtspiste rasen. Aber immer dann, wenn das Tempo steigt und der Zusammenstoß mit Menschen und Materialien drohen, ist ein Zahnschutz Pflicht. Zum Beispiel bei folgenden Sportarten:

  • Skifahren
  • Rodeln
  • Bobfahren
  • Skeleton
  • Eisschnelllauf
  • Eishockey

Auf dem Eishockeyfeld längst ein Muss: Der Zahnschutz

Ein individuell angepasster Zahnschutz gehört zur Standardausrüstung eines Eishockeyspielers, hilft aber nicht nur gegen Puck und Schläger. Immer dann, wenn Zähne, Lippen oder Kieferknochen mit Wucht auf einen harten Gegner treffen können, leistet die robuste Kunststoffschiene  Widerstand und vermeidet Schmerzen und Kosten für möglichen Zahnersatz.

Denn wenn es einmal kracht, dann geht es in den meisten Fällen den Schneidezähnen an den Kragen – und ohne Zähne zeigt wohl niemand gerne ein schönes Lachen!

Der beste Zahnschutz wird von Profis individuell angefertigt: von Zahnärzten und Zahntechnikern. Denn je besser er passt, desto eher wird er auch getragen. Und das ist gerade für aktive Kinder und Jugendliche wichtig. Statistiken zeigen, dass ein Zahnschutz die Risiken für Verletzungen an Zähnen, Mund und Kiefern bei Sportunfällen um rund 60 Prozent senkt. Mehr dazu in unserem Artikel: Zahnschutz für Sportler aus der Zahnarztpraxis

Gut behütet: Der Helm schützt nicht nur den Kopf

Den Profi auf der Piste erkennen Sie weniger am stylischen Outfit, sondern eher am passenden Equipment. Dazu gehört immer auch der Helm, der vor allem den Schädel und damit auch das Gehirn schützen soll.

Viele Helme sind mit einem robusten Kinnbügel ausgestattet werden, um so auch die Zähne zu schützen. Schon manches Slalom-Ass hat sich so eine schmerzhafte Begegnung mit einer Slalomstange erspart.

Studie aus der Schweiz: Zahnunfälle auf der Skipiste

In einer Schweizer Studie aus dem Jahr 2013 befragten die Forscher 500 Wintersportler nach ihren Erlebnissen und Erfahrungen mit Zahnunfällen. 33 % der Befragten konnten dabei von Unfällen mit Zahnschäden berichten. Hier vor allem durch:

  • Stürze
  • Zusammenprall mit anderen Skifahrern
  • Kollisionen mit Skiliften
  • Anstehen an den Liften
  • Hantieren mit den Skistöcken

337 (67,4%) der Befragten schützten sich mit Schutzkleidung, wobei der Schutzhelm am häufigsten getragen wurde. Die Kronenfraktur war die häufigste Zahnverletzung – und es waren die Vielfahrer, die vorwiegend von Zahn­unfällen betroffen waren. Quelle: Innerhofer K et al. Dental Trauma on Ski Slopes. Schweiz Monatsschr Zahnmed 2013; 123 (7/8): 655-659

Es hat gekracht: Was tun nach einem Skiunfall mit Zahnverlust?

Auch mit der besten Vorbereitung und dem optimalen Schutz sind Unfälle und Zahnschäden nicht immer zu verhindern. Informieren Sie sich daher immer rechtzeitig, wo Sie im Fall der Fälle erste und schnelle Hilfe finden. Gehen Zähne im Schnee verloren heißt es vor allem: suchen und finden – auch wenn das gerade bei schönen weißen Beißerchen nicht immer ganz einfach ist (hier hilft dann möglicherweise die Blutspur)!

Denn je schneller ein Zahn in professionelle Hände kommt, umso größer die Chance auf eine erfolgreiche Rettung. Ein paar wichtige Tipps und Informationen lesen Sie hier: Zahnunfall auf der Piste: So retten Sie den Zahn und den Urlaub! 

Zahnärzte empfehlen die Zahnrettungsbox – die KZBV informiert!

Eine Zahnrettungsbox leistet oft entscheidende Hilfe für das Überleben des Zahnes. Ausgeschlagene Zähne trocknen ohne Vorkehrung innerhalb weniger Minuten aus. Dabei sterben die an der Wurzeloberfläche haftenden Zellen nach und nach ab, so dass letztlich nicht mehr genügend Zellen für ein funktionsgerechtes Einheilen zur Verfügung stehen. Die Zahnrettungsbox enthält eine spezielle Zellnährlösung: Sie verhindert das Austrocknen des Zahnes und ermöglicht ein Überleben der Zellen über 24 bis 48 Stunden.

Vorsicht und Vorsorge: Sinnvolle Begleiter auf der Skipiste

Auch wenn die rasante Abfahrt vielen Skiläufern genau den Kick gibt, den sie suchen: Wer aufmerksam und rücksichtsvoll fährt, der vermeidet Risiken für sich und andere. 70 Meter Sprünge und Geschwindigkeiten von über 140 km/h sollten wir Profis wie Thomas Dreßen überlassen.

Vielleicht sehen wir ihn ja am 11. Februar wieder strahlen: Mit einem lückenlosen Gebiss und einer Medaille um den Hals. Dann geht es im südkoreanischen Pyeongchang um Gold – beim Abfahrtslauf der Olympischen Winterspiele 2018.