Im Zahnarztstuhl geht es nicht immer nur um die Zähne. Der Profi in der Praxis hat auch die Mundschleimhaut im Blick. Er weiß, warum: Ungesunde Veränderungen am Zahnfleisch oder den Innenseiten der Lippen kommen unbemerkt und können lebensgefährlich werden. Zum Weltkrebstag am 4. Februar erklären wir, warum der Zahnarztbesuch auch Krebsvorsorge ist.

Zum Weltkrebstag 2018: Im Zahnarztstuhl geht es nicht immer nur um die Zähne. Der Profi in der Praxis hat auch die Mundschleimhaut im Blick. Er weiß, warum: Ungesunde Veränderungen am Zahnfleisch oder den Innenseiten der Lippen kommen unbemerkt und können lebensgefährlich werden. Zum Weltkrebstag am 4. Februar erklären wir, warum der Zahnarztbesuch auch Krebsvorsorge ist.

Mundhöhlenkrebs: Risikofaktoren Rauchen und Alkohol

Etwa 10 000 Menschen erhalten in Deutschland jährlich die Diagnose Mundhöhlenkrebs. Schuld an den gefährlichen Veränderungen der Mundschleimhaut sind unter anderem der regelmäßige Genuss von hochprozentigem Alkohol und starkes Rauchen, auch eine schlechte Mundhygiene erhöht das Risiko. Vor allem Männer sind betroffen.

Zur Mundschleimhaut gehören unter anderem folgende Strukturen:

  • Die Innenseiten der Lippen
  • Die Innenseite der Wangen
  • Das Zahnfleisch
  • Der Mundboden
  • Der harte Gaumen
  • Der vordere Bereich der Zunge

Die Mundhöhle ist von einer Schleimhaut umgeben, die aus sogenanntem Plattenepithel besteht. Das sind fest miteinander verbundene Zellen, die äußere und innere Körperoberflächen bedecken. Etwa 95 von 100 bösartigen Tumoren der Mundhöhle gehen vom Plattenepithel der Mundschleimhaut aus. Meistens bilden sich Tumore auf der Zunge oder dem Mundboden.

Download: KREBS DER MUNDHÖHLE – RISIKOFAKTOREN UND ANZEICHEN Broschüre der KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung)

Rechtzeitige Diagnose ist überlebenswichtig

Richtig gefährlich wird es, wenn Mundhöhlenkrebs streut. Oft bilden sich Metastasen in den Lymphknoten, die in den frühen Stadien trotz moderner Röntgentechnik nicht zu erkennen sind. Deshalb ist es lebenswichtig, ungesunde Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.

Anzeichen für ungesunde Veränderungen der Mundschleimhaut:

  • weiße oder rote Flecken auf der Mundschleimhaut
  • wunde Stellen im Mund, die leicht bluten
  • Schwellungen
  • plötzliche Zahnlockerungen
  • Schluckstörungen
  • Schwierigkeiten beim Sprechen
  • Fremdkörpergefühl
  • Mundgeruch
  • Schwellungen am Hals

Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt: „Wenn eines dieser Anzeichen länger als zwei Wochen anhält, sollten Sie sofort einen Spezialisten aufsuchen!“

Prophylaxe in der Zahnarztpraxis als Krebsvorsorge

Da erst fortgeschrittene Tumore Schmerzen verursachen, ist der regelmäßige Besuch in der Zahnarztpraxis auch eine wichtige Krebsvorsorge.

Der Profi in der Praxis erkennt ungesunde Veränderungen sofort und kann Sie zu einem Spezialisten überweisen. Auf eine Eigendiagnose sollten Sie sich lieber nicht verlassen. Die gefährlichen Geschwüre tauchen meistens weit hinten im Mundraum auf, wo sie ohne professionelle Hilfe nur schwer zu entdecken sind.

„Gehen Patienten also regelmäßig zur Prophylaxe, retten sie nicht nur ihre Zähne, sondern verringern auch das Risiko, an Tumoren zu erkranken!“ Mehr lesen: Vorsorgemuffel leben gefährlich! 

Der Zahnarzt hingegen weiß, wonach er suchen muss. Er schaut sich den Zustand der Mundschleimhaut im Uhrzeigersinn mit einer speziellen Lampe und einem Mundspiegel an und fragt Sie nach geschwollenen Lymphknoten.

Eventuell tastet er verdächtige Stellen und Ihren Hals ab. Einige Zahnarztpraxen bieten auch sogenannte Mundschleimhautsprechstunden an. Fragen Sie in Ihrer Praxis nach mehr Informationen.

Gewebeprobe bringt Gewissheit

Sollte Ihr Zahnarzt Sie auf eine verdächtige Stelle ansprechen, ist das noch kein Grund zur Panik. Erst nach einer Gewebeprobe gibt es die Gewissheit, ob es sich dabei um Krebs handelt oder um eine harmlose Veränderung. Die Entnahme des Gewebes findet unter einer örtlichen Betäubung statt. Sie werden von dem Eingriff also nichts spüren.

  • Etwa fünf von 100 bösartigen Tumoren betreffen die Mundhöhle. Bei Männern steht die Erkrankung an siebter Stelle aller bösartiger Tumore. Wenn die Veränderung tatsächlich bösartig ist, stimmt Ihr Zahnarzt sich mit Fachärzten über die weitere Vorgehensweise ab. Eventuell kann die Therapie langfristige Folgen für die Zahngesundheit haben. Deswegen ist es sinnvoll, vorher mit Ihrem Zahnarzt einen Behandlungsplan zu vereinbaren.

Sprechen Sie Ihren Zahnarzt auf das Thema Krebsvorsorge an. Vielleicht können Sie die Abstände zwischen den Terminen etwas kürzer halten. Dann kann sich der Mundhöhlenkrebs auch nicht unbemerkt an Ihrer Gesundheit vorbeischleichen.

Der Weltkrebstag findet jährlich am 4. Februar statt. In diesem Jahr lautet das Motto: Wir können. Ich kann. Damit möchten die Verantwortlichen auf die Bedeutung von Bewegung bei der Krebsvorsorge hinweisen. Prominente Unterstützer der Deutschen Krebshilfe sind unter anderem Fußball-Bundesligatrainer Heiko Herrlich und Leichtathletin Antje Möldner-Schmidt. Weitere Informationen zum Weltkrebstag 2018!