Auch wenn die meisten Zahnärzte zu einer elektrischen Zahnbürste raten, die gute alte Handzahnbürste ist nach wie vor sehr beliebt. Vor dem Supermarktregal verlieren viele dann den Überblick. Welche Zahnbürste soll es denn nun sein? Die mit kurzem Bürstenkopf, die mit besonders weichen Borsten oder vielleicht die mit Wechselkopfsystem? Dentalhygienikerin Gülistan Tapti erklärt, worauf Sie beim Kauf der neuen Zahnbürste wirklich achten sollten. #FragDieDH

Die Größe des Bürstenkopfes

Die Mundhöhle ist nicht besonders groß und die Zähne stehen auf engem Raum zusammen. Jedes Gebiss ist mit seiner Zahnstellung einzigartig und hat dadurch auch genügend Nischen und Spalträume, die einen idealen Lebensraum für Bakterien und Biofilm bieten.

Darauf sollten Sie achten:

  • Kurzer Bürstenkopf!
  • Planes Borstenfeld mit vielen Bürstenbüscheln und parallel stehenden abgerundeten Kunststoffborsten!
  • Der Bürstenkopf sollte nicht zu groß sein, denn einen kleinen Bürstenkopf kann man leicht im Mund hin- und her bewegen. Das erleichtert das Zähneputzen!

Achtung: Zahnbürsten mit Naturborsten sind zwar biologisch, aber als Zahnbürste hygienisch ungeeignet. Im Inneren der Naturborsten sitzt der sogenannte Markkanal, in dem sich Bakterien einnisten und sammeln. Das ist sehr unhygienisch und erhöht das Infektionsrisiko.

Borstenhärte

Das Ziel des Zähneputzen ist es, den Biofilm (Plaque) gründlich zu entfernen. Dabei sollten wir möglichst schonend vorgehen, ohne das Zahnfleisch zu verletzen. Bei zu harten Borsten und schwungvollem, horizontalem Schrubben kann man das Zahnfleisch schnell verletzen.

Für die Borsten gilt:

  • Mittelharte bis weiche Borsten!
  • Bei empfindlichen Zähnen weiche Borsten!
  • Leichtes schonendes Putzen!

Weiche Borsten sind besonders bei empfindlichen Zähnen und Zahnhälsen empfehlenswert. Fragen Sie in Ihrer Praxis nach, welche Zahnbürste die Prophylaxe-Experten Ihnen empfehlen.

Griff der Zahnbürste

Beim Griff gilt: stabil und breit genug, damit die Zahnbürste sicher und bequem in der Hand liegt. Griffmulden und kleine Abwickelungen erleichtern die Handhabung ebenfalls. Elastische Elemente führen dazu, dass die Zahnbürste abgefedert wird. Das hat zur Folge, dass nicht alle Zahnflächen und Nischen beim Putzen erreicht werden.

Wechsel der Zahnbürste

Nach acht bis maximal zwölf Wochen sollte die Zahnbürste im Müll landen. Spätestens aber wenn die Borsten sich nach außen biegen, muss die Zahnbürste ausgetauscht werden. Die Zahnbürste ist nach dem Gebrauch mit Bakterien der Mundhöhle kontaminiert und sollte deswegen nach dem Putzen gründlich unter fließendem Wasser abgespült werden. Anschließend aufrecht stehend an der Luft trocknen lassen.

Ein paar Tipps für Sie:

  • Keine Familienzahnbürste!
  • Nach dem Putzen gründlich abspülen!
  • Nach 3 Monaten die Zahnbürste wechseln!

Putzdauer

Empfohlen werden drei Minuten. Jeder Mensch sollte seine Putz-Zeit aber selber bestimmen. Wichtig ist, dass Sie nach dem Zähneputzen mit der Zunge über die Zahnoberflächen fühlen. Wenn sich dort noch raue Stellen befinden, sollten Sie noch einmal kurz nachputzen.

Die Wahl der perfekten Zahnbürste ist keine leichte Aufgabe. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt und den Prophylaxe-Profis in der Praxis beraten, wenn Sie unsicher sind. Dort erfahren Sie auch alles über spezielle Bürsten für Prothesenträger und Kinderzähne.

 

Dentalhygienkerin Gülistan Tapti. Expertenteam INformation Mundgesundheit#FragDieDH: Dentalhygienikerin Gülistan Tapti ist Praxis-Coach und NLP-Trainerin. Als Mitglied unseres Experten-Teams steht Sie der Redaktion bei allen Fragen rund um die Prophylaxe zur Seite. Sie haben Fragen? Schreiben Sie uns an: fragdenzahnarzt@information-mundgesundheit.de

 

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