Jeder von uns hat vor irgendetwas Angst. Manche fürchten sich vor dem Fliegen oder vor Hunden, weil sie schon einmal heftige Turbulenzen erlebt haben oder gebissen wurden. Es gibt Menschen, die gehen nicht mehr zum Zahnarzt, weil schon das erste Mal als Kind mit schmerzhaften Erinnerungen verbunden ist. Doch nicht immer nährt sich die Angst aus schlechten Erfahrungen. Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass die Angst vor dem Zahnarztbesuch genetisch bedingt sein kann. Genforscher auf der Suche nach der Zahnarztangst

Die vererbte Zahnarzt-Angst

Die Wissenschaftler untersuchten dafür 1370 Patienten im Alter zwischen 11 und 74 Jahren. Nach ihren Ergebnissen sind einige der Gene, die Einfluss auf die Angst vor Schmerzen haben, auch verantwortlich für die Dentalphobie, also die Angst vor dem Zahnarztbesuch. Diese Gene werden von den Eltern vererbt. Ein erhöhter Puls und Schweißausbrüche beim Gedanken an eine Zahnarztpraxis müssen also nicht zwangsläufig mit einem negativen Erlebnis zu tun haben. Diese Angst kann angeboren sein.

Zahlen und Fakten: Deutsche Gesellschaft für Zahnbehandlungsphobie

Gesellschaftlicher Ausschluss droht

Für diese Angst-Patienten bedeutet Zahnarzt = Schmerzen, auch ohne schlechte Erfahrungen mit Spritze oder Bohrer. Diese Angst muss der Patient besiegen – erfahrene Zahnärztinnen und Zahnärzte helfen dabei gerne. Das ist wichtig, denn ohne Behandlung drohen erhebliche gesundheitliche Probleme. Aus Angst vor den Konsequenzen haben die Betroffenen womöglich schon seit Jahren Schmerzen an den Zähnen mit Schmerzmitteln betäubt oder einfach ignoriert. Mit drastischen Folgen: Chronische bakterielle Entzündungen bedrohen die allgemeine Gesundheit und können zu Zahnverlust führen – bis hin zur kompletten Zahnlosigkeit! Durch den Zahnverlust droht dann sogar die gesellschaftliche Ausgrenzung, weil man sich aus Scham nicht mehr vor die Tür traut.

Schmerzfreie Behandlung gegen die Angst

Soweit sollte man es nicht kommen lassen. Die Zahnarztpraxen können eine schmerzfreie Behandlung garantieren. Es gibt die Möglichkeit, durch ein Beruhigungsmittel am Vorabend oder unmittelbar vor der Behandlung die Angst erträglich zu machen. Eine Sauerstoff-Lachgas-Sedierung ist eine weitere Möglichkeit, entspannter auf dem Zahnarztsessel Platz nehmen zu können – völlig schmerzfrei und ohne Angst. Auch eine Behandlung in Vollnarkose unter Aufsicht eines Anästhesisten ist möglich. Es ist nur wichtig, offen mit der Angst umzugehen und beim ersten Kontakt mit der Praxis die Probleme beim Namen zu nennen.

Denn ob angeboren oder aufgrund von schlechten Erfahrungen – die Angst sollte nicht unseren Alltag bestimmen und schon gar nicht die Mundgesundheit. Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach Rat. Er wird Ihnen helfen!

Tipps gegen die Zahnarzt-Angst: Zahnärztekammer Nordrhein