Am Weltherztag (29. September) ruft die Deutsche Herzstiftung dazu auf, sich um die Gesundheit von Herz und Kreislauf rechtzeitig zu kümmern. Ein gesunder und aktiver Lebensstil schon in jungen Jahren senkt die Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle im Alter. Dazu zählen regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und der Verzicht auf Nikotin. Aber auch die Mundgesundheit spielt eine wichtige Rolle: Die Parodontitis – die chronische bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates – ist eine Gefahr für die allgemeine Gesundheit. Grafik mit Herz zum Weltherztag 2018.

Bakterien aus dem Mund greifen Gefäße an

Nach Meinung der Wissenschaft erhöhen unbehandelte Parodontalerkrankungen die Risiken für Herz-Kreislaufbeschwerden, Gefäßerkrankungen oder Schlaganfälle. Die Zusammenhänge wurden durch Studien belegt. Bakterien, die bei Entzündungen im Mundraum aktiv sind, finden sich auch in Ablagerungen verstopfter Gefäße – ein wesentlicher Risikofaktor für Herzinfarkte oder Schlaganfälle.

Keime und entzündungsfördernde Botenstoffe gelangen aus dem Mund über die Blutbahn in den gesamten Körper und können hier Entzündungen auslösen oder verstärken. Aktuelle Veröffentlichungen weisen bei Patienten mit chronischen Entzündungen im Bereich der Zähne ein bis zu 25% erhöhtes Risiko für eine koronare Herzerkrankung nach. Entscheidend ist hier wohl das Zusammenspiel verschiedener gemeinsamer Risikofaktoren wie mangelndes Gesundheitsbewusstsein, schlechte Mundhygiene, Stress, Rauchen und Übergewicht.

Das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte steigt!

Anfang 2017 hat Professor Dr. Axel Haverich, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), eine neue Theorie über den Zusammenhang von Entzündungsreaktionen im Körper und Gefäßverschlüssen bestätigt. Demnach sind nicht in erster Linie Fette aus dem Blut schuld an der Verkalkung der Gefäße, sondern vor allem entzündliche Keime und Bakterien.

Neben den bekannten, günstigen Lebensgewohnheiten wie gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung sollte die Verhinderung und Bekämpfung von Infektionen als Prävention der gefährlichen Arterienverkalkung Beachtung finden. Zu nennen sind hier zum Beispiel die regelmäßige Grippeschutzimpfung, die Sanierung von chronischen Entzündungen und – vor allem – körperliche Aktivität. Professor Dr. Axel Haverich

Die optimale Mundhygiene zu Hause, die Behandlung einer akuten Parodontitis und eine regelmäßige Prophylaxe in der Zahnarztpraxis sind Teil der Prävention von Herzerkrankungen. Aber wichtig ist und bleibt ein rauchfreier, aktiver und „herzgesunder“ Lebensstil.