Sport ist gesund, Sport macht Spaß und Sport gehört zu unserem Alltag – mögliche Verletzungen inklusive. Auch die Zähne geraten hier schnell einmal in den Mittelpunkt und sollten entsprechend geschützt werden. Rund 15 % aller Zahnunfälle passieren beim Sport. Und hier geht es nicht nur um Kampfsportler und Eishockeyspieler: Bei vielen Sportarten sollten Amateure und Profis ihre Zähne schützen – wir erklären Ihnen wie! mountainbiker stürzt mit dem fahrrad

Zähne in Gefahr: Von Fahrradfahrern und Gewichthebern

Es gibt Sportarten, da gehört ein Zahnschutz einfach dazu, wie die Faust aufs Auge. Aber nicht nur im Boxring oder auf dem Eis ist ein professioneller Schutz für Zähne, Zahnfleisch und Gelenke wichtig. Beispiel Mountainbike! Eine unkontrollierte Lenkbewegung, eine rutschige Stelle oder plötzliches Bremsen und schon ist es passiert. Nach einem Sturz sind nicht selten Zähne oder Kiefer verletzt: in acht von zehn Fällen sogar die gut sichtbaren, oberen Schneidezähne!

Wer große Gewichte stemmt, presst dabei gerne die Zähne zusammen. Auch hier hilft ein individueller Zahnschutz, wie bei vielen weiteren Sportarten (Beispiele):

  • Handball
  • Basketball
  • Hockey
  • Inline-Skating
  • Rugby / American Football
  • Skate-Boarding
  • alpines Skifahren

Profischutz aus der Zahnarztpraxis

Der optimale Zahnschutz kommt direkt aus der Zahnarztpraxis und dem Dentallabor. Denn: Je besser der Mundschutz an den Träger angepasst ist, desto eher wird er auch getragen, weil er nicht stört oder drückt.Dafür nimmt der Zahnarzt einen Abdruck vom Gebiss und der Zahntechniker fertigt den Zahnschutz im Dentallabor an.

Statistiken zeigen, dass das Risiko für Verletzungen an Zähnen, Mund und Kiefern bei Sportunfällen damit um 60 Prozent sinkt.

Zahnschienen gibt es mittlerweile sogar in vielen Farben und mit individuellem Druck, was besonders bei Kindern gut ankommt. Die Kosten liegen zwischen zehn Euro (für Produkte aus dem Sportgeschäft) und 70 bis 150 Euro (individueller Mundschutz aus der Zahnarztpraxis).

Zahnunfall: Wenn es dann doch einmal passiert!

Auch der der beste Zahnschutz kann Unfälle nicht verhindern. Wenn Zähne abbrechen oder sogar ausfallen, kann das richtige Verhalten den Zahn retten!

Eine Zahnrettungsbox gehört bei Risikosportarten immer in die Sporttasche. Sie ist in Drogeriemärkten, Apotheken und Zahnarztpraxen erhältlich. Darin wird der Zahn zwischen 24 und 48 Stunden lang feucht gehalten. Ausgeschlagene Zähne trocknen sonst innerhalb weniger Minuten aus, wobei die an der Wurzeloberfläche haftenden Zellen nach und nach absterben.

Um den Zahn in die Box zu transportieren, sollte man ihn nur an der Zahnkrone anfassen und die Wurzeloberfläche nicht berühren. Bitte den Zahn nicht säubern oder desinfizieren und so schnell wie möglich zum Zahnarzt fahren. Ein feuchtes Taschentuch oder Wasser beispielsweise sind für Lagerung und Transport nicht geeignet

Wenn keine Zahnbox zur Hand ist, gibt es die folgenden Alternativen, um den Zahn auf dem Weg zur Zahnarztpraxis feucht zu halten:

  • H-Milch
  • Speichel
  • isotonische Kochlösung

Zahn-Rettung und Vorsorge in der Zahnarztpraxis

Je länger der Zahn feucht gehalten werden kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Zahnarzt den Zahn erfolgreich wieder einsetzen kann. In diesem Fall gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, je nach Schwere der Verletzung.

Sportler und aktive Menschen haben gute Möglichkeiten, ihre Zähne zu schützen. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt und lassen sich in der Praxis beraten. Denn auch für Sportlerzähne gilt: Vorbeugen ist besser!

Viele Informationen zum Thema finden Sie in einer Broschüre der Landeszahnärztekammer Bayern: Zahntrauma – Was tun?

QuellenZM ONLINE: Zahnunfälle beim Sport – Prävention und Verhalten am Unfallort / KZBV: Erste Hilfe mit Zahnrettungsbox