Schuheputzen für die süßen Gaben vom Nikolaus? Das ist Ehrensache! Und Zähneputzen nach der Nascherei? Das gehört dazu. Aber damit allein ist es nicht getan! Es gibt noch mehr gute Ideen rund um süßen Genuss im Advent. Unsere Fachleute verschenken die besten Tipps für die Leser von Information Mundgesundheit – auch an große Schleckermäuler. Nikolaus zwinkert mit Brille: Nascherei an Nikolaus und im Advent. So bleiben Kinderzähne gesund bei Information Mundgesundheit

Nicht naschen, sondern schwelgen

Süßigkeiten dürfen einmal am Tag nach Herzenslust verputzt werden – und da ist auch schon das Stichwort: Putzen. Nach der süßen Schlemmerei werden die Zähne gründlich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta gereinigt und können sich erholen. Wer nascht, also mehrmals am Tag kleine Mengen Zuckers zu sich nimmt und anschließend nicht sorgfältig putzt, “füttert” den Biofilm auf seinen Zähnen. Die Bakterien verwandeln den Zucker in Säure, die den Zahnschmelz angreift. Fazit: Lieber einmal richtig “zuschlagen” und sofort putzen als oft naschen.

Warum lieben wir eigentlich Zucker?

Von den fünf Geschmacksrichtungen sauer, salzig, bitter und umami (fleischig-herzhaft) ist uns süß am liebsten – eine Wahrnehmung, die aus der menschlichen Frühgeschichte stammt. Unsere Vorfahren wussten, dass Süßes – wie Früchte – Energie liefert zum Kämpfen, Arbeiten, Weglaufen. Der Instinkt ist geblieben, die Umstände haben sich geändert. Wir bevorzugen süße Speisen, müssen aber den Umgang an unseren Alltag anpassen mit Blick auf das Gewicht und natürlich die Zahngesundheit.

Klare Vereinbarung in der emotionalsten Zeit des Jahres

Kinder und Süßes: Diese Beziehung ist während des gesamten Jahres schwierig. Im Advent kommt zur ewigen “Quengelware” im Supermarkt noch der Anreiz durch den Adventskalender und eben die Süßigkeiten am Nikolaustag hinzu. Außerdem ändert sich der Wunschzettel täglich, es wird geprobt fürs Weihnachtsspiel – eine hoch emotionale Zeit, die nicht nur Freude bereitet.

Wie verhalten sich Eltern jetzt richtig, die ihre Kinder gesund und zugleich lebensfroh erziehen wollen? Die Vereinbarung “einmal Süßes am Tag und dann richtig” hilft nicht nur den Zähnen. Sie ist für Kinder gut nachzuvollziehen. Die Kleinen lernen, ihre Impulse zu steuern. Ganz ehrlich: Einteilen in Portionen gelingt sogar erwachsenen Menschen nicht optimal. Tipp: Den Inhalt aus dem Nikolausstiefel mit dem Kind in kompakte Tagesportionen aufteilen. “Das darfst du nach dem Mittagessen sofort naschen”, beugt ewigen Diskussionen vor. Danach ist Schluss.

Die nächsten Portionen stehen nicht griffbereit, sondern werden wie verabredet am nächsten Tag nach dem Mittagessen angeboten. Eine klare Absprache stärkt die Bindung und entlastet die Eltern.

Ach ja: Zur Familie gehören auch Oma und Opa, Onkel und Tante, Nichte und Neffe … schnell wächst der Berg an Süßkram an, weil jeder den Kleinen was mitbringt. Die Familiengruppe via Messenger-Chat macht es möglich, sich unkompliziert abzustimmen: Stifte statt Schokolade, Haargummi statt Lolly, Kindertattoo statt Bonbons.

Auf das Zahnmännchen achten!

Ein Gütesiegel, auf das sich Eltern verlassen können: das Zahnmännchen. Das weiß-rote Logo zeigt einen lächelnden Zahn, den ein Schirm schützt. Produkte, die mit diesem Siegel ausgezeichnet sind, verursachen nachweislich keinen Karies noch andere säurebedingte Schäden an den Zähnen. Informationen auf: zahnmaennchen.de!

Alternativen zu Zucker: Tipps von Andrea Stallmann

Andrea Stallmann ist Diätassistentin, Ernährungspsychologin und Ernährungsberaterin/DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Mit ihrer Praxis Essgenuss in Krefeld unterstützt Sie Kinder wie Erwachsene bei allen Fragen rund um Genuss und gesunde Ernährung. Andrea ist Mitglied im Fachbeirat von Information Mundgesundheit.

Tipp 1: Weniger is(s)t mehr

Das Weihnachtsgebäck gehört nicht zur Weihnachtsdekoration. Beim Dekorieren gilt deshalb das gleiche wie beim Backen: Lieber auf Qualität setzen und bei Zimtsternen & Co. bewusst genießen!

Tipp 2: Zahngesunde Zutaten

Durch Mandeln, Nüsse oder Sesam bekommen die Weihnachtsplätzchen wertvolle Inhaltsstoffe wie ungesättigte Fettsäuren, die sich positiv auf den Organismus auswirken. Auch Magnesium, Calcium und Vitamin E sind in Mandeln und Nüssen enthalten. Um den Plätzchen oder dem Gebäck einen weihnachtlichen Geschmack zu verleihen, dürfen natürlich auch frische Gewürze nicht fehlen. Die sorgen nicht nur für ein wunderbares Aroma, sondern wirken sich auch positiv auf den Körper aus. So regen beispielsweise Muskat, Gewürznelken und Zimt die Verdauung an, während Vanille wärmend und anregend wirkt.

Tipp 3: Zucker reduzieren

Der Zuckergehalt lässt sich bei den meisten Backrezepten um gut ein Drittel verringern. Einfach mal etwas von der vorgegeben Menge weglassen. Sie werden sehen: Die Plätzchen schmecken meist auch immer noch süß genug.

Tipp 4: Zahnfreundliche Zuckeralternativen

Statt dem üblichen Haushaltszucker bieten sich zum Süßen Erythrit oder Xylit ( Birkenzucker) an. Das sind Zuckeraustauschstoffe, die es mittlerweile in vielen Reformhäusern und auch Supermärkten zu kaufen gibt und der sich nachweislich sogar positiv auf die Zahngesundheit auswirkt  wie ersetzt werden.

Tipp 5: Zuckerfreier Kaugummi für unterwegs

Nicht immer hat man die Möglichkeit, nach jeder Nascherei seine Zähne zu putzen. Nach dem Weihnachtsmarktbesuch zum Beispiel regt zuckerfreier Kaugummi die Speichelproduktion an und hilft dabei, schädliche Säuren zu neutralisieren.


Weihnachtliche Waffeln backen mit der Praxis Essgenuss

Unsere liebe Andrea hat sich auch noch schnell ein weihnachtliches Rezept ausgedacht, für alle die gerne Waffeln essen. Sie ersetzt den Zucker durch Erythrit: „Erythrit ist kalorienfrei und hat eine etwas besser Toleranz als Xylit. Es hat, in normalem Maße gegessen, keine blähende oder abführende Wirkung.“

Andrea Stallmann, Diätassistentin, Ernährungspsychologin und Ernährungsberaterin/DGE (Deutschen Gesellschaft für Ernährung)

Weihnachtliche Waffeln mit Nuss-Sahne
Rezept von der Praxis Essgenuss aus Krefeld / Andrea Stallmann: Weihnachtliche Waffeln mit Nuss-Sahne

Mythen über Zucker

Beim Wort “Zucker” denken die meisten an Saccharose, den Haushaltszucker. Den Kristallzucker zu verteufeln, macht keinen Sinn. Man muss den Umgang mit ihm lernen. Dafür haben wir hier vier Mythen notiert.

Fruchtzucker ist gesund, weil er aus Obst und Früchten kommt …
nein, denn Fruchtzucker ist auch Zucker – ein Einfachzucker. Diese Fructose muss bei der Verdauung nicht gespalten werden und kann vom Körper ohne Insulinausschüttung aufgenommen werden. Wie Haushaltszucker oder Traubenzucker wird er von den Bakterien im Mund in Säure verwandelt.

Zucker ist schlecht für die Zähne …
ja, aber nicht Zucker alleine. Andere kohlenhydrathaltige Lebensmittel können den Zahnschmelz ebenfalls schädigen. Die Essensreste werden wie der Zucker von Bakterien im Mund zu Säure umgewandelt und die verursacht die schmerzhaften Karieslöcher

Honig ist besser als Zucker …
zum Teil, da Honig Mineralien und Vitamine enthält, die dem Haushaltszucker fehlen. Aber sonst hat Honig einen Anteil von rund 80% Zucker.

Brauner Zucker ist gesünder als weißer Zucker …
nein, denn er besteht wie weißer Zucker aus Glucose. Aber wie beim Honig enthält er Mineralien und Spurenelemente, da er nicht raffiniert wird.

Tipps von der Zahnfee – das sagt die Dentalhygienikerin

Bei allem Verzicht auf Zucker und den anderen Süßkram: Ohne Zähneputzen bleiben die Zähne auch nicht gesund! Beim Anblick der Zahnbürste mutieren jedoch selbst die süßesten Weihnachtsengel zum bockigen Grinch. Dentalhygienikerin Ester Hoekstra von der Zahnarztpraxis Bertram aus Leer hat ein paar wichtige Ratschläge für Eltern.

“Sobald der erste Zahn da ist, heißt es: Einmal täglich Zähneputzen mit einer speziellen Kinderzahnpasta ist Pflicht. Wenn alle Milchzähne durchgebrochen sind, morgens und abends für saubere Kinderzähne sorgen. Stellen Sie sich beim Zähneputzen immer hinter Ihr Kind – nicht davor. Dadurch drücken Sie die Zahnbürste automatisch mit weniger Kraft auf die Zähne, was für Ihr Kind angenehmer sein kann. Nutzen Sie ruhig auch schon früh Zahnseide, damit es für Ihr Kind selbstverständlich wird.”

Ester Hoekstra Dentalhygienikerin und Präventionsmanagement (B. Sc.), Zahnarztpraxis Lennard Bertram, Leer

Unsere Artikel zum Thema: Zahngesund naschen mit Information Mundgesundheit!

Das Christkind zum Käsefondue einladen

Am Heiligen Abend werden die letzten Plätzchen geknabbert und dann ist Schluss mit der süßen Sause – zumindest bis der Karneval beginnt. Als Hauptgang planen zahngesunde Familien einfach ein Käsefondue. Mit seinem Kalzium stärkt Käse, wie Milchprodukte überhaupt, Knochenaufbau und Zahnschmelz. Dazu gibt es Rohkost, Salat, ein ausgebackenes Graubrot. Gemütlich und gesund genießen alle den Heiligen Abend.

Zum Stichwort “Käse” hat Information Mundgesundheit auch so einiges zu bieten: Mit Käse gegen Karies!