Beim Titanen Atlas hätte ein Orthopäde wohl gut zu tun gehabt. In griechischen Sagen stemmt der Riese als Bestrafung die Himmelskugel auf seinen Schultern. Ob er danach Probleme mit dem Kiefergelenk hatte, ist nicht bekannt. Jedenfalls wurde der erste Halswirbel nach Atlas benannt – und der kann auch schuld sein an Schmerzen im Kiefergelenk. Zum Tag der Rückengesundheit am 15. März erklären wir, wie Zähne, Kiefer und Wirbelsäule zusammenhängen.

Junge Frau zeigt zum Tag des gesunden Rückens ihre starke Muskulatur und einen starken Rücken: Information Mundgesundheit!

Zusammenhang: Rückenschmerzen und Zähne

Es muss ja nicht gleich der Globus sein, den wir uns auf den Rücken laden. Im Alltag reichen oft schon die kleinsten Bewegungen für einen stechenden Schmerz zwischen Nacken und Steißbein. EIn Gefühl, dass viele Menschen in Deutschland tagtäglich spüren

Info-Box: Rangliste der häufigsten Einzeldiagnosen 2016 / Quelle DAK-Gesundheitsreport 2017:

  1. Infektion der Atemwege
  2. Rückenbeschwerden
  3. Depressive Episoden

“Rücken” ist Volkskrankheit Nr 2 in Deutschland. Was viele nicht wissen: Die Ursache für Rückenschmerzen liegt häufig viel weiter oben. So können Rückenschmerzen zum Beispiel durch fehlende Zähne verursacht werden. Die Zahnlücke bringt die gesamte Statik des Körpers durcheinander, weil sie die Bisslage verändert. Das bedeutet: Ober- und Unterkiefer passen nicht mehr richtig aufeinander.

Auch zwischen Zähneknirschen und Rückenschmerzen gibt es einen schmerzhaften Zusammenhang. Das ständige Aufeinanderpressen der Zahnreihen bringt den Kiefer aus dem Takt. Mehr zum Thema: So hilft der Zahnarzt bei Rückenschmerzen

Craniomandibuläre Dysfunktion: Wenn der Biss nicht stimmt

Die Fehlfunktion im Kiefer beeinflusst wiederum die Haltung von Kopf und Wirbelsäule. Es entstehen Fehlbelastungen, die zu teilweise extremen Verspannungen im gesamten Körper führen. Mediziner sprechen hierbei von der sogenannten craniomandibulären Dysfunktion, kurz CMD. Die Krankheit beschreibt die Fehlfunktion zwischen Schädel (Cranium) und unterem Kiefergelenk (Mandibula).

Symptome der Craniomandibulären Dysfunktion (CMD)

  • Schmerzen beim Öffnen des Mundes
  • Tinnitus
  • Schulter- und Nackenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Sehstörungen
  • Schwindel

Eine genaue Diagnose fällt oft schwer, denn die Schmerzen im ganzen Körper werden nicht direkt mit Problemen im Kiefergelenk in Verbindung gebracht. CMD-Patienten haben deswegen meistens eine Karriere an Arztbesuchen hinter sich, ehe Ihnen zuverlässig geholfen werden kann.

CMD Behandlung in der Zahnarztpraxis

Ein Termin beim Zahnarzt lohnt sich auf jeden Fall. Viele Zahnärzte haben sich auf die Behandlung von CMD spezialisiert und finden schnell die Ursache für die Schmerzen.

„In der Regel beginnt die CMD-Behandlung mit einer manuellen Untersuchung. Wir tasten das Kiefergelenk nach Veränderungen ab und überprüfen, ob der Patient Probleme beim Öffnen des Mundes hat. Natürlich kontrollieren wir auch die Zahnsituation, denn zu hohe Kronen oder Füllungen können ebenfalls schuld an der falschen Bisslage sein. Für die Knirscher und Presser fertigen wir individuelle Zahnschienen an, um die Zähne vor der Belastung zu schützen. Gegebenenfalls ist auch eine begleitende Physiotherapie sinnvoll, um die extremen Verspannungen dauerhaft zu lösen.“ Dr. Stefan Schultheis, Q-Zahnärzte Freiburg


Tipps für den gesunden Rücken

Neben dem Zahnarztbesuch freut sich der Rücken auch, wenn wir im Alltag ein bisschen besser auf ihn aufpassen. So können wir an vielen Stellen durch etwas mehr Aufmerksamkeit schon die Basis für einen starken Rücken legen. Mit diesen Tipps und ein paar Übungen von der Aktion gesunder Rücken beugen Sie Rückenschmerzen vor – und helfen damit auch Ihren Zähnen!

Frau sitzt auf Pilates-Ball: Zum Tag der Tag der Rückengesundheit am 15. März erklärt Information Mundgesundheit, wie Zähne, Kiefer und Wirbelsäule zusammenhängen.

  • In Bewegung bleiben: Statt ins Bett, sollten Sie ins Freie gehen. Bei leichteren Rückenschmerzen helfen oft schon kleinere Spaziergänge von 5 bis 15 Minuten am Tag. Längeres Sitzen oder Liegen sollten Sie vermeiden.
  • Rückenmuskulatur stärken: Muskeln helfen der Wirbelsäule bei ihrer Stützfunktion. Treiben Sie Sport oder gehen Sie ins Fitness-Studio und lassen sich von einem Profi ein rückenfreundliches Trainingsprogramm zeigen.
  • Rechtzeitig Hilfe suchen: Niemand muss den Rückenschmerz dauerhaft ertragen. Bevor die Schmerzen chronisch werden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch eine Psychotherapie ist oft hilfreich, um stressbedingte Rückenschmerzen zu vermeiden.

Nimm dir Zeit für Zähne und Rücken

Jetzt wissen wir also: Wer fehlende Zähne schnell ersetzt und sich dazu im Alltag ein bisschen mehr Zeit für seinen Rücken nimmt, hat gute Chancen, lange gesund zu bleiben. Wir müssen ja nicht gleich einen ganzen Globus stemmen können.

Infos zum Tag der Rückengesundheit: Am 15. März 2018 findet der 17. Tag der Rückengesundheit statt. Unter dem Motto “Rückenfit an der frischen Luft” werden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und Workshops angeboten. Organisiert wird der Aktionstag traditionell von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. Eine ausgewogene Balance – sowohl körperlich als auch psychisch – ist von zentraler Bedeutung für die Rückengesundheit. Damit stellt der diesjährige Aktionstag ein wichtiges Thema in den Fokus der Öffentlichkeit.