Rund 24 Jahre in unserem Leben schlafen wir. Wer so viel Zeit zwischen den Federn verbringt, sollte doch eigentlich bestens erholt sein. Doch wie gut wir nachts regenerieren hängt auch von unseren Zähnen ab. Zum Tag des Schlafes am 21. Juni erklären wir, wie die Zahngesundheit unseren Schlaf beeinflusst und welche Hilfe die Zahnarztpraxis bietet!

Viele knirschen in der REM-Phase

Der Schlaf hat seinen Sinn. Zwischen Kissen und Bettdecke verarbeitet der Körper den Tag und bereitet sich auf neue Aufgaben vor. Dafür bildet er neue Zellen, repariert alte und kurbelt das Immunsystem an. Vieles ist aber auch in der Nacht Kopfsache. Unser Gehirn räumt während des Schlafes den gedanklichen Ballast vom Tag auf, indem es uns träumen lässt. In der sogenannten REM-Phase (rapid eye movement) ist es besonders aktiv. Viele Menschen knirschen deshalb in dieser Phase mit den Zähnen, wenn sie die Probleme vom Tag noch einmal durchkauen.

Knirscher leben gefährlich

Meistens fällt es erst dann auf, wenn der Partner wach wird und das Knirschen per Ellbogenhieb zu unterbrechen versucht. Gefährlich für die Zähne wird es erst dann, wenn sie den Belastungen nicht mehr standhalten. „Es entstehen Zahnhartsubstanzverluste, sog. Attritionen oder Schliffflächen, darüber hinaus kleine Schmelzrisse und Frakturen der Zahnhartsubstanz. Durch den starken Druck kommt es zu Zahnschmelzaussprüngen und auch zu keilförmigen Defekten am Zahnhals“, schreibt die Bundeszahnärztekammer zum Thema Zähneknirschen.

Dauerknirschen schadet den Zähnen

Bis zu 45 Minuten reiben Knirscher nachts die Zähne aneinander. Dabei entsteht ein Druck, der zehnmal höher ist als der gewöhnliche Kau-Druck. Das macht auf Dauer nicht einmal der Zahnschmelz mit, eines der härtesten Materialien des Körpers! Durch das ständige Knirschen leiden auf Dauer aber nicht nur die Zähne, sondern auch der Schlaf. Wer häufig knirscht, wacht morgens oft mit Verspannungen im Bereich des Kiefers auf. Neben starken Muskelschmerzen können Betroffene oft auch den Mund nicht mehr richtig öffnen. Solche Funktions-einschränkungen bezeichnen Mediziner als craniomandibuläre Dysfunktion (CMD).

Der Zahnarzt hilft – nicht nur den Zähnen

Von einem erholsamen Schlummer kann dann keine Rede mehr sein, denn der Körper leidet mit. Starke Spannungsschmerzen, Tinnitus und Schwindel sind einige Folgen von CMD. Zuverlässige Hilfe bieten sogenannte Okklusionsschienen, die das Aufeinanderpressen der Zähne verhindern.

„Der Zahnarzt kann mit Hilfe von Aufbissschienen (Okklusionsschienen) einerseits zum Schutz der vorhandenen Zahnhartsubstanz und des Zahnhalteapparates beitragen und andererseits durch gezielte Registrierverfahren für eine entspannte Lage der Kiefer sorgen“, schreibt die Bundeszahnärztekammer.

Apnoe-Schnarchen lässt den Atem stocken

Neben Knirschen ist Schnarchen sehr unbeliebt bei Menschen, die Wert auf nächtliche Erholung legen. Die meisten von uns schnarchen nur laut, doch viele Menschen in Deutschland schnarchen krankhaft. Bei Apnoe-Schnarchern entspannen sich die Rachenmuskeln und Zunge noch stärker als bei Normal-Schnarchern. Das hat zur Folge, dass die Atemwege zeitweise komplett blockieren und die Atmung für bis zu zehn Sekunden aussetzt. In dieser Zeit fehlt dem Blutkreislauf Sauerstoff – auch dem Gehirn.

Die Ursache für Schlaf-Apnoe hängt zwar nicht direkt mit den Zähnen zusammen – bei der Therapie spielt unser Gebiss aber eine wichtige Rolle. Der Zahnarzt behandelt das krankhafte Schnarchen mit speziellen Schienen, ähnlich Zahnspangen und dem Sportlermundschutz.

„Die zweiteiligen, nach Gebissabdrücken hergestellten Zahnschienen halten Unterkiefer, Zunge und Gaumensegel während des Schlafes vorn. So bleibt der Rachenraum weit geöffnet, die schlaffen Rachenmuskeln werden stabilisiert und die Lunge wird wieder mit genügend Luft versorgt, um das Blut ausreichend mit Sauerstoff zu sättigen“, informiert die Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Schlafmedizin (DGZS).

Gesünder schlafen? #FragDenZahnarzt

Viele Zahnärzte arbeiten mit Schlaflaboren zusammen, um Patienten noch besser bei Problemen mit dem nächtlichen Schlummer helfen zu können. Wenn bei Ihnen auch das Schäfchen zählen nicht mehr hilft, fragen Sie Ihren Zahnarzt nach Hilfe. Vielleicht sind Ihre Zähne die nächtlichen Ruhestörer.