Sie strahlen, funkeln und blitzen – nein, wir reden nicht von den Weihnachtsgirlanden Ihrer Nachbarn, sondern von weißen Zähnen. Sogenannte Weißmacher-Zahncremes versprechen, die Zähne beim Putzen sanft aufzuhellen. Was steckt dahinter und funktioniert das überhaupt? Das erklären wir im Artikel.

Weißmacher-Zahncremes enthalten in der Regel viele, grobe Putzkörper. Die entfernen Plaque von den Zähnen und "reiben" die Verfärbungen oberflächlich vom Zahnschmelz. 

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Grobe Putzkörper “reiben” Verfärbungen durch äußere Einflüsse wie Kaffee, Wein und Rauchen vom Zahn ab.
  • Auf den RDA-Wert achten: Ist er zu hoch, steigt das Risiko für den Zahnschmelz.
  • Fluoride schützen effektiv vor Karies.
  • Universal-Zahncremes arbeiten häufig genauso effektiv und eignen sich besser für empfindliche Zähne.
  • Laut Stiftung Warentest hellen viele Weißmacher-Zahncremes die Zähne ordentlich auf.

Weißmacher-Zahncremes und ihre Putzkörper – so geht es Verfärbungen an den Kragen

Sanfte Aufhellung für ein natürliches Weiß: Diesen Effekt erzielen die Putzkörper in der Weißmacher-Zahnpasta. Sie entfernen den oberflächlichen Belag von den Zähnen und wirken dabei “abrasiv” (abschleifend) auf den Zahnschmelz. Die Größe und Menge der Putzkörper entscheidet über den Abrieb durch die Zahnpasta. Je grober die Putzkörper, umso höher die mechanische Belastung für den Zahnschmelz, das sogenannte Dentin.

Auf den RDA-Wert achten

Der RDA-Wert ist auf allen Zahnpastatuben zu finden und gibt die “Relative Dentin Abrasion” an. Dieser Wert wird im Labor gemessen und zeigt, wie viel Zahnschmelz (Dentin) durch die Zahnpasta abgerieben wird. Zahnpasten mit einem RDA-Wert zwischen 30 und 70 eignen sich für die regelmäßige Anwendung.

Mehr Wissen rund um die Zahnpasta finden Sie in unserem Artikel 10 Fragen und Antworten zu gesunden Zähnen aus der Tube.

Putzkörper entfernen die äußeren Verfärbungen

Weißmacher-Zahncremes enthalten in der Regel viele grobe Putzkörper. Die entfernen Plaque von den Zähnen und „reiben“ die Verfärbungen oberflächlich vom Zahnschmelz.

Weißmacher-Zahnpasten im Test

Stiftung Warentest hat diese Zahncremes geprüft und stellt für die meisten Produkte ein gutes Zeugnis aus. Im Test wurden die verschiedenen Zahncremes auf eine automatische Bürste aufgetragen, die die Modellzähne nach Vorgabe der Zahnpasta-Hersteller reinigte. Die Zähne waren mit einer Farblösung vorbehandelt. Hinterher verglichen die Prüfer den Vorher- und Nachher-Farbton der Zähne.

Natürliche Zähne sind nicht automatisch weiß

Wichtig zu wissen: Zahnpasten mit „Weißmacher-Effekt“ entfernen nur äußerliche Verfärbungen, beispielsweise von Nikotin, Kaffee oder Rotwein.

Die Zähne erhalten also – weitestgehend – ihren ursprünglichen Farbton zurück. Der muss nicht strahlend weiß sein. Viele Menschen haben von Natur aus keine weißen Zähne.

Dr. Christian Scheytt, Zahnärzte im Wengentor Ulm: “Weißmacher-Zahncremes säubern die Zähne, hellen sie aber nicht wirklich auf. Denn das entscheidende Kriterium ist die gründliche Reinigung der Zähne, bei der die Beläge schonend entfernt werden. Das gelingt grundsätzlich mit gutem schonendem Putzen und einer regelmäßigen professionellen Zahnreinigung!”

Laut Stiftung Warentest enthalten einige Weißmacher-Zahncremes zusätzlich den Farbstoff Blue Covarine. Seine aufhellende Wirkung hält jedoch nur für ein paar Stunden an.

Vorsicht bei empfindlichen Zähnen

Gesunde Zähne vertragen den erhöhten Abrieb durch die Zahncremes in der Regel gut. Bei empfindlichen Zähnen oder freiliegenden Zahnhälsen verzichten Sie besser auf den “Weißmacher-Effekt”.

Universal-Zahncremes oft genauso effektiv

Greifen Sie zu einer Universal-Zahncreme oder Zahncreme speziell für empfindliche Zähne. Egal, welche spezielle Wirkung eine Zahnpasta verspricht, achten Sie darauf, dass sie Fluorid enthält. Das schützt die Zähne vor Karies. Übrigens: Laut Testergebnis reinigen Universal-Zahncremes verfärbte Zähne fast genauso gut.

Mehr zur Wirkweise von Fluorid lesen Sie in unserem Artikel Fluorid als Kariesschutz.

Fragen Sie Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt

Ihnen reicht der Reinigungseffekt Ihrer Zahnpasta nicht aus, um mit den Weihnachtsgirlanden um die Wette zu strahlen? Dann sprechen Sie mit den Profis in Ihrer Zahnarztpraxis. Hier erhalten Sie die wichtigsten Tipps für die richtige Zahnpasta.  Und wenn es dann einmal wirklich weiß werden soll, sind professionelle Bleaching-Methoden eine Alternative. Auch hier helfen Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt weiter. So glänzen die Zähne nicht nur zum Weihnachtsfest weiß und gesund.