Nur der Tod ist schlimmer als der Zahnschmerz, schrieb der Mediziner Aulus Cornelius Celsus vor mehr als 2000 Jahren nieder. Zu seinen Lebzeiten fiel noch so mancher Backenzahn der Zange des Schmieds zum Opfer. Heute ist das zum Glück anders, weil wir wissen: Nicht immer liegt die Ursache für die fast unerträgliche Pein an den Zähnen. Nicht immer ist mit einem gezogenen Zahn, die Quelle des Schmerzes beseitigt. Auch eine Erkältung kann Zahnschmerzen auslösen. Wir erklären die Zusammenhänge!

Zahnschmerzen durch Erkältungen und andere Erkrankungen. Information Mundgesundheit erklärt die Ursachen

So entstehen Schmerzen

Schmerzen entstehen in unserem Kopf. Wenn wir uns an einer heißen Herdplatte verbrennen, reagieren Schmerzrezeptoren und leiten das Signal „Schmerz“ an unser Gehirn weiter. Dort herrscht Alarmstufe Rot. In der Großhirnrinde wird in Bruchteilen von Sekunden analysiert: Wo kommt der Schmerz her, wie groß ist die Verletzung und wie lange hält der Schmerz an?

Meistens gibt es eine eindeutige Ursache für einen Schmerz. In diesem Fall war die Herdplatte schuld. Die üblichen Verdächtigen bei Zahnschmerzen sind:

  • Karies
  • freiliegende Zahnhälse
  • Zahnfleischentzündung
  • Verletzungen
  • Zahnfehlstellungen

Erkältung wirkt als Verstärker für Zahnschmerzen

Bei erkältungsbedingten Zahnschmerzen spielt das Immunsystem eine große Rolle. Wenn wir uns einen Schnupfen einfangen, reagiert unser körpereigenes Antivirus-Programm mit Gegenmaßnahmen. Es versucht, die Erreger zu beseitigen. Das ist Schwerstarbeit und braucht alle zur Verfügung stehenden Kapazitäten. Die Folge: Das Immunsystem wird schwächer und kann sich nicht mehr gegen andere Krankheiten zur Wehr setzen.

Immunsystem und Zähne: Ein toter Zahn kann das Immunsystem stark beeinträchtigen. In vielen Fällen stirbt der Zahn, ohne dass es dem Betroffenen auffällt. Durch die ständige Entzündung wird das Immunsystem enorm geschwächt. Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach mehr Informationen.

Eine bisher unbemerkte Entzündung des Zahnfleischs zum Beispiel macht uns dann zusätzlich zur feuchten Nase Ärger. Die Erkältung wirkt gewissermaßen als Verstärker für die Zahnschmerzen.

Ohrenschmerzen als Auslöser für Zahnschmerzen

Wen es richtig erwischt hat, dem läuft jedoch nicht nur ununterbrochen die Nase. Zu einer ausgewachsenen Erkältung gehören oft auch Ohrenschmerzen, Entzündungen der Nasennebenhöhlen und Kopfweh. Hier mischen sich Zahnschmerzen auch gerne unter die typischen Symptome.

Bei einer Mittelohrentzündung zum Beispiel entstehen pulsierende Ohrenschmerzen, die bis auf den Oberkiefer ausstrahlen können. Das nimmt der Erkältete als Zahnschmerz wahr. Ähnlich sieht es bei einer Nasennebenhöhlenentzündung aus.

Oft ist die Kieferhöhle beteiligt, wenn die luftgefüllten Schleimhäute entzündet sind. Es entsteht ein starker Druck im Wangen- und Stirnbereich, der auf Berührung mit Schmerzen reagiert.

Folgende Erkrankungen stehen ebenfalls in Zusammenhang mit Zahnschmerzen:

  • Gürtelrose des Gesichts
  • Entzündungen des Gesichtsnervs
  • Herzinfarkt
  • Glaukomanfall
  • Migräne

Der Zahnarzt findet die Ursache für die Schmerzen

Wenn Sie erkältet sind und sich fragen, warum jetzt auch noch der Zahn weh tut – lassen Sie die Sache lieber abklären! Möglicherweise hat die Erkältung ein bisher vom Immunsystem bekämpftes Problem mit Ihren Zähnen ans Licht gebracht.

Bis zum Besuch in der Praxis können Sie aber auch selbst etwas gegen Zahnschmerzen tun. Das sind einige Hausmittel, die bei Zahnschmerzen helfen können:

  • Salbeitee
  • Nelken kauen
  • Teebaumöl

#FRAGDENZAHNARZT

Und wenn gar nichts anderes mehr gegen die Zahnschmerzen hilft, dann erfüllt auch eine Schmerztablette ihren Zweck. Bevor es aber soweit kommt, sollten Sie vorsorgen und mögliche Zahnprobleme aus der Welt schaffen. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt auf das Thema an!