Schauspieler Jürgen Vogel – Deutschlands bekannteste Zahnlücke – wirbt für Interdentalbürsten! Dabei geht es weniger um die sichtbaren breiten Zahnlücken, sondern um die Zahnzwischenräume. Hier setzen sich Bakterien gerne fest und lassen es sich auf unsere Kosten richtig gut gehen. Doch wie werden die Zwischenräume am besten gereinigt? Was ist besser: Zahnseide oder Interdentalbürste? Was bringt eine Munddusche? Und wie oft soll ich die Zahnzwischenräume reinigen? Wir geben einen Überblick zu den unterschiedlichen Hilfsmittel und wie man sie richtig anwendet. Frau benutzt Zahnseide. Information Mundgesundheit informiert zur Reinigung der Zahnzwischenräume.

Die professionelle Reinigung der Zahnzwischenräume in der Zahnarztpraxis ist Pflicht!

Mundhygiene und Zahnpflege sind sehr individuell. Daher sollten Sie sich immer auf den Rat der Profis in der Zahnarztpraxis verlassen. So gehört die Professionelle Zahnreinigung als Pflichttermin in Ihren Kalender. Mindestens zweimal im Jahr werden hier auch die Zahnzwischenräume gründlich gereinigt und von bakteriellen Belägen entfernt.

Ein weiterer positiver Effekt: Zahnverfärbungen, die durch Genussmittel wie Kaffee, Tee oder Nikotin entstehen, werden ebenfalls beseitigt. Nach der professionellen Zahnreinigung sind die Zähne wieder vollkommen sauber. Besonders die Stellen, die beim Zähneputzen nur schwer zu erreichen sind, erstrahlen nun wieder in neuem Glanz: Zahnzwischenräume, der Zahnfleischrand, die Unterkiefer-Innenseite oder auch die Backenzähne stehen deshalb bei einer PZR besonders im Fokus.

#FragDenZahnarzt Was ist eine Professionelle Zahnreinigung (PZR)?

Hier erfahren Sie von den Prophylaxeprofis auch:

  • wie Sie Sie Ihre Zahnzwischenräume am besten reinigen,
  • welche Hilfsmittel speziell für Ihre Situation geeignet sind,
  • wann Sie die Zahnzwischenräume am besten reinigen
  • und wann es Zeit wird, die nächste PZR in der Zahnarztpraxis durchführen zu lassen.

Zahnzwischenräume – Tipps zur optimalen Reinigung

Die Zahnzwischenräume, in der Fachsprache auch Interdentalräume genannt, kommen bei der täglichen Zahnpflege oft zu kurz: Während manuelle und elektrische Zahnbürsten brav morgens und abends zwei Minuten über Kau-, Außen- und Innenflächen flitzen, führen die Zahnzwischenräume oft ein trauriges Nischendasein.

Dabei ist die Reinigung zwischen den Zähnen besonders wichtig. Immerhin besitzt ein voll bezahnter Kiefer 30 Zahnzwischenräume. Diese machen rund 40 Prozent unserer gesamten Zahnflächen aus!

Millionen Bakterien, Keime und Pilze besiedeln die Mundhöhle – Zahnoberflächen, Zahnfleisch, Zunge. Werden diese Erreger nicht durch Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnseide und Co. in Schach gehalten, bilden sich Zahnbeläge (Plaque) und Zahnstein.

Die Folgen:

  • Zahnfleischentzündungen
  • Parodontitis
  • Karies
  • Zahnschmerzen
  • Zahnverlust

Da die Zahnbürste nur rund 70 Prozent der Beläge entfernt und zudem schlecht in die engen Zahnzwischenräume gelangt, ist die Reinigung hier allenfalls bescheiden und bietet Bakterien und Keimen beste Wohnverhältnisse – freie freier Kost und Logis.

Keine Frage: Der Dreck muss weg. Hilfsmittel gibt es viele – das bekannteste ist sicher die Zahnseide (englisch: Floss). Auch auch unterschiedlichste Bürstchen für die Zahnzwischenräume, sogenannte Interdentalbürsten, Flossetten, Zahnhölzchen, Mundspülungen, Mundduschen oder Schallzahnbürsten drängen sich in den Drogerieregalen.


41 Prozent aller Deutschen nutzen weder Zahnseide noch ein anderes Hilfsmittel zur Reinigung der Zahnzwischenräume. (Quelle: Befragung des Forsa-Instituts im Auftrag der Universität Witten/Herdecke und des Versicherungsunternehmens AXA bei 1025 Bundesbürgern zwischen 14 und 69 Jahren zur Zahnpflege)


Interview mit Dentalhygienikerin Gülistan Tapti: “So reinigen Sie Ihre Zahnzwischenräume richtig”

Dentalhygienikerin Gülistan Tapti kennt sich von Berufs wegen mit der Zahnzwischenraumreinigung perfekt aus. Die Prophylaxe-Expertin berät viele Patienten zur richtigen Interdentalpflege und weiß: Dazu gibt es Klärungsbedarf!

Für Information Mundgesundheit beantwortet sie oft gestellte Fragen zur Interdentalreinigung.

 

Dentalhygienkerin Gülistan Tapti. Expertenteam INformation Mundgesundheit
Wie oft sollte man die Zahnzwischenräume reinigen?

Einmal täglich sollten die Zahnzwischenräume in jedem Fall gereinigt werden. Dadurch reduziert sich die Bildung von neuen Belägen deutlich und hilft, ernste Zahn- und Zahnfleischerkrankungen zu verhindern. Ich empfehle die Reinigung am Abend oder nach Bedarf. Ihren individuellen Weg zu gesunden Zähnen besprechen Sie am besten mit Ihrem Zahnarzt oder den Prophylaxe-Profis in Ihrer Praxis.

Wie lassen sich Zahnzwischenräume am besten reinigen?

Zur Reinigung stehen uns zahlreiche Hilfsmittel zur Verfügung. Zahnseide gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen. Zahnseide für unterwegs, sogenannte Flosser, erleichtern die Reinigung: Die Fäden sind bereits aufgespannt und daher leicht anwendbar. Neben den Zahnseiden sind auch Reinigungssticks mit weichen und flexiblen Gummiborsten erhältlich. Darüber hinaus lassen sich auch Interdentalraumbürsten gut nutzen. Diese bekommt man in verschiedenen Größen im Handel.

Mein Tipp: Fragen Sie Ihren Zahnarzt in der nächsten Prophylaxesitzung. Eine individuelle Beratung und Auswahl der Hilfsmittel ist wichtig und hilft dabei, das richtigen Produkt zu finden. Es sollte je nach Zahnstellung ausgewählt werden, und auch die Fingerfertigkeit spielt eine Rolle. Gemeinsam in der Praxis wird die Handhabung geübt, damit die Reinigung zu Hause auch gut klappt.

Wann sollte ich die Zwischenräume reinigen – vor oder nach dem Zähneputzen?

Ob die Zwischenräume vor oder nach dem Zähneputzen gereinigt werden, ist grundsätzlich egal. Viel wichtiger ist, dass Sie sich eine schematische häusliche Zahnpflege angewöhnen:

  1. Zahnzwischenraum-Reinigung
  2. Zähneputzen – immer in der gleichen Reihenfolge, damit keine Zahn vergessen wird!
  3. Zungenreingung
  4. nach Bedarf Mundspülung, Fluoridgel, antiseptisches Gel
Ab welchem Alter sollten Zahnzwischenräume gereinigt werden?

Von Kindesbeinen bis ins hohe Alter ist die regelmäßige Zahnzwischenraumreinigung sinnvoll. Nur gesunde – kariesfreie – Milchzähne können ihre Aufgabe als Platzhalter für die bleibenden Zähne erfüllen. Das ist eine Herausforderung für die Eltern, aber auch für die Kinder.

Für die Reinigung der Zahnzwischenräume kann ich sogenannte “Kinder-Flosseten” empfehlen. Diese Zahnseidenhalter sind ideal für den kleinen Kindermund gestaltet und ersparen Eltern und Kindern das Auffädeln der Zahnseide zwischen den Fingern. Hier sollten die Eltern unterstützend mitwirken: nachputzen und die Flossette dort einsetzen, wo die Zähne enger zusammen stehen – gerade an den hinteren Backenzähnen.

Welche Zwischenraumbürste eignet sich für Kronen, Implantate, Veneers und Co.?

Besonders der sensible Bereich zwischen Zahnfleischrand und Krone / Implantat benötigt eine spezielle Zwischenraumpflege. Das Ziel auch hier: Entzündungen vorbeugen! Zum Einsatz kommen beispielsweise:

  • Monobürsten
  • spezielle Interdentalbürsten
  • Implantat-Floss

Auch hier fragen Sie in jedem Fall in Ihrer Zahnarztpraxis nach den geeigneten Hilfsmitteln.

Flotter Faden für die Gesundheit: Das kann Zahnseide

Zahnseide hat eine gute Reinigungswirkung. Sie ist so dünn, dass sie die Plaque an den Kontaktpunkten der Zähne, also da, wo sich zwei Zähne berühren, am besten entfernt. Ein bisschen Übung braucht es – aber dann ist die Zahnzwischenraum-Reinigung meist kein Problem mehr.

Man nehme: ein 50 bis 60 Zentimeter langes Stück Zahnseide, wickelt die Enden um Zeige- und MIttelfinger. Rund 10 Zentimeter in der Mitte werden über die Daumen gelegt. Diese Haltung ermöglicht eine sichere Führung durch die Zahnzwischenräume.

Der gespannte Faden wird in die Zahnzwischenräumen geführt und wie ein C um den ersten Zahn gelegt. Dann wird die Zahnseide an den Zahnflächen auf und ab bewegt. Ist der Zahn gereinigt, wird die Zahnseide in gespanntem Zustand aus dem Zwischenraum heraus bewegt. Vor der Reinigung des nächsten Zahns wird die Zahnseide ein Stück weiter gewickelt, sodass jeweils frische Zahnseide benutzt wird.

Die Grafik von Prodente e. V. zeigt die Nutzung von Zahnseide.

Putztechnik mit Zahnseide: Was kann man falsch machen?

Wer Zahnseide horizontal zwischen den Zähnen hin und her bewegt, läuft Gefahr, das empfindliche Zahnfleisch zu verletzen. Auch die Zahnhälse werden so in Mitleidenschaft gezogen, denn durch die dauerhafte falsche mechanische Belastung werden sie regelrecht abgerieben.

Ob gewachst, mit Fluorid oder teflonbeschichtet: Zahnseide begegnet uns in vielen Varianten

Gewachst, ungewachst, mit Erdbeergeschmack oder Fluorid, aus Kunststoffen wie Nylon oder Polyethylen, teflonbeschichtet, aus Seide oder dünnen Baumwollfäden – Zahnseide kommt in unterschiedlichsten Variationen daher. Da kann man schon mal unsicher werden, welcher der dünnen Fäden am besten in die eigenen Zwischenräume passt. Hier ein Überblick:

  • Ungewachste Zahnseide: Diese Zahnseide ist in jedem Drogeriemarkt zu finden. Sie fasert bei der Anwendung auf und reinigt durch die raue Oberfläche sehr gut. Sie eignet sich, wenn die Zähne einen normalen Abstand voneinander haben. Da bei der Verwendung ein wenig Geschick nötig ist, eignet sie sich besonders für geübte Fädler.
  • Gewachste Zahnseide: Dank eines dünnen Wachsfilms gleitet gewachste Zahnseide besser durch die Zähne. Dies erleichtert die Handhabung und erlaubt die Anwendung auch bei sehr eng stehenden Zähnen. Die gewachsten Fäden eignen sich auch gut für Fädel-Anfänger.
  • Zahnseide mit Teflonbeschichtung: Die Beschichtung lässt die Zahnseide leicht auch durch enge Zahnzwischenräume gleiten. Die Zahnseide fasert wenig auf, besitzt dafür aber eine etwas schwächere Reinigungswirkung.
  • Flauschige Zahnseide: Für ältere Menschen mit breiten Zahnzwischenräumen, für Träger von Brücken und Zahnspangen eignet sich flauschige Zahnseide gut, da sie auch größere Lücken gut ausfüllt und reinigt.
  • Zahnseide mit Fluorid: Der Fluorid-Effekt bei Zahnseide ist eher gering und bringt wenig Zusatznutzen. Eine fluoridhaltige Zahnpasta ist hier sinnvoller. Die Reinigungswirkung ist aber gut.
  • Zahnseide mit Chlorhexidin: Chlorhexidin reduziert den Bakterienbefall und könnte theoretisch Entzündungen verringern. Durch die geringe Dosierung ist dieser Effekt aber sehr gering, sodass der hohe Preis sich nicht auszahlt.
  • Super, Extra-, UltraFloss: Produkte mit weichen, aufgefaserten, wollähnlichen Fäden bieten dank größerer Oberfläche eine gute Reinigungsqualität und eignen sich gut bei festsitzendem Zahnersatz wie Kronen, Brücken und Implantaten.
  • Bandförmige Zahnseide oder Tapes: Das schmale Kunststoffband reinigt besser als fadenförmige Zahnseide und eignet sich gut für weiter auseinander stehende Zähne.
  • Zahnseide mit Kunststoffhalter: Die Halterung erleichtert die Handhabung erheblich, verursacht allerdings mehr Müll. Ist der Faden nicht straff eingespannt, reinigt er nur unzureichend.

 

Zahnseide zwischen zwei Fingern vor geöffnetem Mund einer Patientin in der Zahnarztpraxis


Der Zahnarzt Levi Spear Parmly (1790–1859) soll die moderne Zahnseide erfunden haben: Er empfahl 1815 die Zahnreinigung mit ungezwirntem Seidengarn. Die Firma Codman und Shurtleft begann 1882 mit der Herstellung von ungewachster Zahnseide. Johnson und Johnson ließ sich 1898 Zahnseide patentieren. Der Mediziner Charles Cassedy Bass (1875–1975) entwickelte die bis heute gebräuchliche Zahnseide aus Nylonfäden. (Quelle: Wikipedia)


Interdentalbürsten – kleine Bürsten, große Wirkung

Wer die Wahl hat, hat die Qual – bei Interdentalbürsten scheint die Auswahl an Größen, Formen, Farben und Qualität manchem Verbraucher schier unendlich. Auch die unterschiedlichen Kennzeichnungen verwirren viele beim Kauf. Wir sagen, worauf Anwender achten sollten.

Verschiedene Interdentalbürsten der Firma tepe zur Reinigung der Zahnzwischenräume

Qualität von Interdentalbürsten!

Verschiedene Größen, ausreichende Arbeitslänge, abgerundete Kanten, beschichteter Edelstahldraht – daran sind Qualitätsprodukte in der Regel erkennbar. Auch einheitliche Farbcodierung und Bezeichnung innerhalb einer Marke vereinfachen dem Anwender die Auswahl. Zusätzliches Plus: Schutzkappen, Reiseboxen oder Griffverlängerung.

Größe der Zahnzwischenraumbürste – ist größer besser?

Darf’s ein bisschen mehr sein? Beim Metzger vielleicht, bei einer Interdentalbürste nicht. Denn ist die Bürste zu groß, führt die Reibung zu Schäden an Zähnen und Zahnfleisch. Eine zu kleine Bürste dagegen reinigt nicht gut. Die Bürste passt gut, wenn sie sich mit leichtem Druck in den Zwischenraum einführen lässt.

Es ist wichtig, dass der Zwischenraum gut ausgefüllt ist und die Borsten für eine gute Reinigung auch den Zahnfleischrand erreichen. Hierfür ist ein großer Bürstendurchmesser mit dünnem, aber stabilem Drahtkern hilfreich. Da nicht alle Zwischenräume gleich groß sind, empfiehlt sich die Benutzung von zwei bis drei unterschiedlichen Größen. Eine Demonstration beim Zahnarzt hilft, die Bürsten richtig anzuwenden.

Reinigung der Zahnzwischenräume: Wie oft werden Interdentalbürsten angewendet?

Idealerweise sind die kleinen Helfer täglich einmal im Einsatz. Wie auch bei der Zahnseide gilt: Erst die Zwischenräume säubern, dann die Zähne putzen.

Wingbrush: Die Interdentalbürste für die einfache Anwendung im Zahnzwischenraum

Louis Bahlmann, ehemaliger Zahnmedizinstudent an der Universität Bonn, hat mit der Zahnzwischenraumbürste “Wingbrush” eine Bürste entwickelt, die schnell und gründlich arbeitet: Die “geflügelte Bürste” gleicht einer Pinzette mit einem hohlen Kegel an der Spitze. Drückt man die beiden Flügel der Bürste zusammen, schiebt sich die Bürste durch den Kegel. So werden die Zwischenräume einfach lokalisiert – und die Reinigung wird intuitiver.

Die Reinigung der Zahnzwischenräume mit wingbrush auf Information Mundgesundheit.

Die Wirkung der Wingbrush wurde klinisch getestet: mit dem Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde an der Universität Bonn.

Bahlmann untersuchte im Rahmen seiner Dissertation an der Universitätsklinik Bonn 40 Patienten – mit Erfolg: Rund ein Viertel von ihnen erreichen mehr ihrer Interdentalräume. Auf wingbrush.com finden Sie Informationen und Tipps rund um die Zahnpflege!

Bei jedem Patienten wurden rund 23 Interdentalräumen untersucht – insgesamt also 934 Interdentalräume. Die Bürste erreicht laut Untersuchung rund 80 Prozent aller Interdentalräume – im Gegensatz zur herkömmlichen Bürste: diese erreichte nur 64 Prozent. Die bessere Handhabung macht den Unterschied. Die Probanden bewerteten die Anwendung der Wingbrush als als angenehmer und gaben an, weniger Schmerzen als bei der konventionellen Bürste zu haben.

Die Interdentalbürste Wingbrush bietet verschieden Bürstenköpfe mit unterschiedlichen Größen.

Die einfach und intuitiv zu benutzende Bürste erleichtert die  Anwendung und unterstützt damit hoffentlich auch künftig die Zahnpflege von alten, dementen oder behinderten Menschen, so Bahlmanns und Frentzens Hoffnung.

(Quelle: Bahlmann L, Frentzen M, Schroeder J, Fimmers R. Comparison of two interdental cleaning aids: A randomized clinical trial. Dent Hygiene 2017,00:1-6.)

Mundduschen: Wasser marsch gegen Nahrungsreste

Mundduschen sollten nach dem Zähneputzen angewendet werden. Sie entfernen Speisereste und Beläge, die durch das Zähneputzen bereits gelockert sind. Bei harten Belägen müssen sie aber passen: Der Wasserstrahl reicht zur Entfernung oft nicht aus. Damit sind sie keine vollwertiger Ersatz für Zahnseide oder Interdentalbürsten. Mundduschen sind aber eine sinnvolle Ergänzung zur täglichen Zahnpflege und eine gute Alternative für hartnäckige Zahnseiden- oder Zwischenraumbürsten-Verweigerer.

Airfloss: Munddusche mit hoher Strahlkraft

Ein Alternative für Zahnseiden-Muffel ist die Munddusche Airfloss, die allerdings die manuelle Reinigung nie komplett ersetzen sollte! Dabei wird ein Luft-Wasser-Gemisch mit 70 Stundenkilometern durch die Zahnzwischenräume geschossen. Die Wirksamkeit haben verschiedene Studien um den Kölner Zahnmediziner und Studienleiter Prof. Dr. Michael Noack ergeben. Die Handhabung ist für den Anwender einfacher als die von Zahnseide – und damit ist die Akzeptanz höher, das Gerät auch täglich zu nutzen (Quelle: „Zahnseide versus AirFloss Ultra“, J Dental Hygiene 2017, DOI: 10.1111/idh.12292)

Junge Frau reinigt die Zahnzwischenräume mit der elektrischen Munddusche Philips Airfloss

Schall-Zahnbürsten: Zahnzwischenraumreinigung mit Hochfrequenz

Neben den bekannten Reinigungsmöglichkeiten profitieren die Interdentalräume auch von der Verwendung einer Schallzahnbürste. Schallzahnbürsten weisen einen rund 10 mal höhere Schwingungsfrequenz auf als elektrische Zahnbürsten – nämlich 250 bis 300 Hertz. Außerdem bewegt sich ihr Bürstenkopf anders als der der elektrischen Konkurrenz, sodass die Zwischenräume besser gereinigt werden können.

Implantatreinigung – saubere Zahnzwischenräume verlängern Lebensdauer von Implantaten

Eine sorgsame und gründliche Mundpflege ist unerlässlich, um Bakterien in Schach zu halten. Bakterielle Beläge können nämlich nicht nur natürliche Zähne, sondern auch Implantate gefährden – dann drohen Zahnfleischentzündungen, Knochenschwund und Implantatverlust.

Entzündungen beginnen häufig in den Zahnzwischenräumen.

Das Aktionsbündnis gesundes Implantat empfiehlt für die Reinigung:

  • Zahnseide
  • dickes Floss oder spezielle Implantat-Zahnseide
  • Interdentalbürstchen

Zur Auswahl des richtigen Hilfsmittels und dessen korrekter Anwendung berät der Zahnarzt im Rahmen der Implantat-Prophylaxe.  Gute Mundhygiene in Kombination mit Individualprophylaxe und professioneller Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis helfen, die künstlichen Zahnwurzeln gesund zu erhalten und ihnen eine lange Lebensdauer zu schenken.

Tipps aus der Zahnarztpraxis

Die Reinigung der Zahnzwischenräume ist wichtig und sollte täglich durchgeführt werden. Sie ist allerdings auch individuell und kann auf unterschiedlichste Arten durchgeführt werden. Für das optimale Ergebnis gilt natürlich auch hier: #FragDenZahnarzt!