Was interessiert die Menschen beim Thema Zahnimplantate wirklich? Das ist relativ leicht zu klären. Geben Sie einfach den Begriff bei Google ein und Sie werden sehen, dass die Suchmaschine vor allem eine Frage beantworten möchte: Was kosten Zahnimplantate? Die Antwort darauf – und viele mehr – erhalten Sie in den kommenden 20 Minuten, wenn Sie unseren Artikel bis zum Schluss lesen. Gerne dürfen Sie ihn dann auch bewerten. Ältere Dame schaut Apfel an, um ihn mit festen Zähnen und Zahnimplantaten zu essen.

 

Das Wichtigste also zuerst: Die Kosten für Zahnimplantate und wie sie sich zusammensetzen!

Bevor wir uns mit den Kosten befassen, eine Anmerkung vorweg: Überlegen Sie generell beim Thema Gesundheit gut, ob und wo es sinnvoll ist, von Beginn an auf Preise und Kosten zu schauen. Natürlich spielt Geld eine Rolle und nicht jeder Patient kann sich jede Behandlung leisten. Gerade bei der Frage des richtigen Zahnersatzes ist es aber angebracht, langfristig zu denken und zu planen.

Eine Investition in Zahnimplantate ist in der Regel eine Investition in viele Jahre gewonnene Lebensqualität! Daher lohnt sich in den meisten Fällen eine hochwertige Versorgung, die lange hält, was Sie sich von ihr versprechen.

Warum Sie Ihre Zahnlücken schließen sollten!

Unsere Zähne erfüllen wichtige Funktionen, die über das Kauen und Beißen hinausgehen. Jede Zahnlücke hat weitreichende Folgen, die nicht sofort spürbar sind. Lesen Sie hier, was passiert, wenn ein Zahn fehlt!

Viele Faktoren sind für den Preis der Implantate ausschlaggebend

Die Kosten der Zahnimplantate sind sehr individuell. Der Materialpreis des einzelnen Implantates spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidend sind vor allem der Aufwand des Implantologen und des zahntechnischen Labors.

Die Kosten für Zahnimplantate werden bestimmt von:

  • möglichen Vorbehandlungen (Parodontitistherapie, Knochenaufbau)
  • den Materialkosten (Titan oder Keramik)
  • der Anzahl benötigter Implantate
  • dem zahnärztlichen Honorar
  • dem zahntechnischen Honorar

Das Team Ihrer Zahnarztpraxis erklärt Ihnen genau, wie sich die Kosten für die Implantatbehandlung zusammensetzen. Fragen Sie nach, wenn Sie den Heil- und Kostenplan nicht richtig verstehen. Transparenz für alle Beteiligten ist hier wichtig und sollte selbstverständlich sein.

Mit diesen Kosten* sollten sie rechnen (Quelle Dentolo):

  • Zahnimplantat für einen einzelnen Zahn: ca. 1.400 bis 2.200 €
  • herausnehmbarer Zahnersatz auf 2 Implantaten: ca. 3.500 bis 4.200 €
  • herausnehmbarer Zahnersatz auf 4 Implantaten: ca. 7.300 bis 13.000 €
  • fester Zahnersatz auf 6 bis 8 Implantaten: ab ca. 15.000 €
  • fester Zahnersatz mit All-on-4: ab ca. 13.000 €

(*Die genannten Preise sind lediglich Beispiele und müssen nicht der Realität entsprechen. Die Behandlung und die damit verbundenen Kosten unterscheiden sich von Patient zu Patient. Zudem sind hier keine Kosten für einen möglichen Knochenaufbau oder für andere Vorbehandlungen inkludiert.)

Wie hoch ist der Zuschuss der Krankenkassen und Versicherungen bei Zahnimplantaten?

Normalerweise zahlen die gesetzlichen Krankenkassen einen Festzuschuss zum Zahnersatz (Kronen, Brücken, Prothesen). Es gibt Ausnahmefälle und Härtefallregelungen, die Sie mit Ihrer Krankenkasse im Vorfeld besprechen sollten. Wenn Sie privat versichert sind – oder über eine private Zahn-Zusatzversicherung verfügen – ist der Eigenanteil individuell verschieden.

Auch hier lohnt sich in jedem Fall das Gespräch mit der Versicherung, bevor die Behandlung beginnt.

Die Finanzierung von Zahnimplantaten kann sich lohnen

Viele Zahnarztpraxen unterstützen ihre Patientinnen und Patienten bei der Abstimmung mit der Versicherung und bei Fragen der Finanzierung. Oft bieten spezialisierte Finanzdienstleister eine – teils zinsfreie – Finanzierung an. Hier sollten Sie in jedem Fall nachfragen: Hochwertiger Zahnersatz auf Implantaten ist eine nachhaltige Investition in Gesundheit, Lebensqualität und Genuss!

Zahnarzt und Implantologe erklärt Zahnimplantate für den zahnlosen Kiefer

 

Das Basiswissen: Was sind Zahnimplantate und welche Vorteile haben sie?

Auch hier das Wichtigste zuerst: Warum lassen sich immer mehr Menschen Zahnimplantate einsetzen, um ihre “Dritten” zu befestigen?

Die Vorteile von Zahnimplantaten gegenüber klassischen Versorgungen liegen auf der Hand:

  • Nur ein Zahnimplantat kann den verloren gegangenen natürlichen Zahn mit Zahnwurzel komplett ersetzen.
  • Anders als eine Vollprothese fühlen sich Zahnimplantate im Alltag wie die eigenen gesunden Zähne an.
  • Teilprothesen sitzen einfach besser, wenn sie von Implantaten gehalten werden.
  • Essen, sprechen, kauen: Sie werden den Unterschied zu den natürlichen Zähnen kaum bemerken.
  • Gesunde Zähne müssen nicht beschliffen werden, wie bei einer herkömmlichen Brücke, die an den natürlichen Zähnen befestigt wird.
  • Zahnersatz auf Implantaten ersetzt Zähne annähernd natürlich – ästhetisch wie funktionell.
  • Die künstliche Zahnwurzel stoppt weiteren Knochenabbau.
  • Zahnimplantationen werden von erfahrenen Implantologen, Oralchirurgen und Zahnärzten schonend und sicher durchgeführt – in der Regel in einer örtlichen Betäubung.

Servatius Sauberzahn aus dem Hause prodente e. V. erklärt, wie Zahnersatz mit Hilfe von Zahnimplantaten fest und sicher im Mund verankert wird.

Das Zahnimplantat

Wenn Patienten über Zahnimplantate reden, dann meinen sie zumeist das gesamte Konstrukt, inklusive des sichtbaren künstlichen Zahnes. Das eigentliche Implantat sieht man aber nicht, da es fest im Kieferknochen verankert ist. Das Zahnimplantat übernimmt die Funktion der Zahnwurzel und trägt Kronen, Brücken oder Prothesen.

Normalerweise bestehen Zahnimplantate aus drei Teilen plus Krone, je nach System und Hersteller sind hier Varianten möglich:

  1. Der Implantatkörper, der als künstliche Zahnwurzel fest im Kieferknochen verankert wird.
  2. Dem Implantathals, der aus der Schleimhaut herausragt.
  3. Dem Implantataufbau, der als eigentliche Basis den späteren Zahnersatz trägt.

Schematische Darstellung: Aufbau eines Zahnimplantates im Vergleich zum natürlichen Zahn.

 

Der wichtigste Vorgang bei einer Zahnimplantation ist die sogenannte Osseointegration, also die dauerhafte biologische Einbindung des Implantates in den Zahnhalteapparat (Parodont), bzw. den Kieferknochen. Nur wenn das Implantat fest mit dem Knochen verwachsen ist, erfüllt es seine Funktion als künstliche Zahnwurzel dauerhaft und sicher.

Aus welchen Materialien bestehen Zahnimplantate?

Wie jedes andere Implantat, ist auch das Zahnimplantat ein Fremdkörper für unseren Organismus. Aus diesem Grund müssen die eingesetzten Materialien hoch verträglich sein und keine Allergien oder Abstoßungsreaktionen hervorrufen. Der Zahnarzt oder Implantologe nennt diese Eigenschaft biokompatibel.

Darstellung eines Zahnimplantates.Zahnimplantate aus Titan

Die meisten Implantate, die in Deutschland eingesetzt werden, sind aus dem hochreinen Metall Titan. Es kommen auch Titan-Legierungen zum Einsatz, hier besteht aber eher die Gefahr von Unverträglichkeiten und einer verschlechterten Einheilung.

Titan wird in der Medizin seit vielen Jahren für die Fertigung von Prothesen eingesetzt. Auch die Zahnmedizin setzt schon sehr lange auf Zahnimplantate aus Titan und verfügt über viele klinische Studien und die notwendige Erfahrung.

Zahnimplantate aus Keramik

Immer mehr Patienten entscheiden sich für Keramikimplantate, die eine sehr hohe Bioverträglichkeit aufweisen und den Eigenschaften des natürlichen Zahnschmelzes sehr nahe kommen. Keramikimplantate werden aus Zirkonoxid gefertigt und sind komplett metallfrei.

Bei Titan- oder Metallunverträglichkeiten sind Keramikimplantate eine gute Alternative. Sie werden durchgehend in weiß gefertigt, verfärben sich nicht und ähneln so der natürlichen Zahnfarbe. Bei der Frage nach der Haltbarkeit – im Vergleich zu Titanimplantaten – gehen die Meinungen der Experten auseinander: Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt!

Welches Material für Sie und Ihre individuelle Situation am besten geeignet geeignet ist, besprechen Sie ausführlich mit einem erfahrenen Implantologen. Die Experten erklären Ihnen, in welchen Fällen Zahnimplantate die optimale Lösung sind und wie Ihr Zahnersatz auf Implantaten aussehen kann.

 

Das Zahnimplantat: Zahnersatz für jede Situation?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen ihre Zähne verlieren und Zahnersatz zum Einsatz kommt. Mit Zahnimplantaten bietet sich in den meisten Fällen ein adäquater Ersatz, um den natürlichen Zustand gesunder Zähne wieder herzustellen.

Wenn die Voraussetzungen stimmen und Implantate sicher und dauerhaft im Kieferknochen verankert werden können, schließen erfahrene Implantologen Lücken jeder Art.

Hier kommen Zahnimplantate zum Einsatz?

  • Die Einzelzahnlücke: Einzelne Zähne können problemlos ersetzt werden. Die Krone aus dem zahntechnischen Labor wird in Form und Farbe den natürlichen Zähnen angepasst und auf einem einzelnen Implantat befestigt.
  • Größere Lücken: Fehlen mehrere Zähne in einer Reihe, ist die mehrgliedrige Brücke das Mittel der Wahl. Mindestens zwei Implantate sorgen für den nötigen Halt im Kiefer und geben Ihnen die nötige Sicherheit. Anders als bei einer herkömmlichen Brücke bleiben Ihre gesunden Zähne verschont. Sie müssen nicht beschliffen werden, um als Ankerpunkt für den Zahnersatz zu dienen.
  • Der zahnlose Kiefer: Auch Menschen, die ihre Zähne komplett verloren haben, kann geholfen werden. Komplette künstliche Zahnreihen (Prothesen) werden mit Hilfe von Zahnimplantaten sicher im Mund befestigt. Die Zahnimplantate signalisieren dem Organismus: HIer wird Knochen gebraucht – der natürliche Knochenabbau im zahnlosen Kiefer wird gestoppt!

Wie viele Zahnimplantate sind nötig?

Die Anzahl der benötigten Zahnimplantate ist – wie die Kosten – von verschiedenen Faktoren abhängig. Entscheidend ist natürlich die Größe der Zahnlücke, die es zu füllen gilt. Auch der Zustand des Kieferknochens spielt eine Rolle.

Die moderne Zahnmedizin hält verschiedene Lösungen bereit, um auch mit einer geringen Anzahl an Implantaten jede Art von Zahnersatz sicher zu befestigen. So können mit besonderen Behandlungsmethoden komplette Brücken auf 4 bis 6 Implantaten befestigt werden und einen zahnlosen Menschen wieder zum Lachen zu bringen.

Lassen Sie sich hierzu von einem erfahrenen Implantologen beraten und holen Sie sich im Zweifelsfall eine weitere Meinung ein. Denn auch bei Zahnimplantaten gilt: Mehr ist nicht unbedingt besser!

Die Wahl des passenden Zahnersatzes ist eine individuelle Entscheidung

So wie es unterschiedliche Arten und Systeme von Zahnimplantaten gibt, können Sie auch zwischen verschiedenen Formen des Zahnersatzes wählen. Die wichtigste Frage, die Sie mit Ihrem Zahnarzt klären sollen: Entscheiden wir uns für herausnehmbaren oder für festsitzenden Zahnersatz auf Implantaten?

Auf den ersten Blick erscheint die Antwort auf diese Frage recht banal. Festsitzender Zahnersatz ist natürlich das, was sich jeder Mensch wünscht, wenn er Zähne verloren hat. Mit festsitzenden Dritten leben Sie einen Alltag wie mit natürlich gesunden Zähnen.

Aber bitte bedenken Sie: Zahnersatz benötigt die gleiche Pflege und Hygiene wie unsere natürlichen Zähne.

Daher kann bei älteren oder motorisch eingeschränkten Patienten die herausnehmbare Variante besser geeignet sein. Vor allem wenn Angehörige oder Pflegekräfte die Reinigung des Zahnersatzes übernehmen, sind Brücken und Prothesen die herausgenommen werden können geeignet.

Es gibt verschiedene Arten, wie Zahnersatz auf Implantaten im Oberkiefer oder im Unterkiefer befestigt werden kann, wie beispielsweise:

  • Kugelköpfe
  • Druckknöpfe
  • Locatoren
  • Stege
  • Teleskope

Hier bietet Ihnen der Zahnarzt die Lösung an, die für Ihre individuelle Situation am besten geeignet ist.

Die allgemeine Gesundheit entscheidet: Wann dürfen Zahnimplantate gesetzt werden?

Der Einsatz von Zahnimplantaten ist normalerweise möglich, sobald das Knochenwachstum abgeschlossen ist (mit ca.18 bis 20 Jahren). Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die für eine erfolgreiche Implantation wichtig sind. So muss das Implantat natürlich genügend Halt im Kieferknochen finden und Zahnfleisch und Zahnhalteapparat sollten frei von Entzündungen sein.

In den folgenden Fällen sollte die Implantation hinterfragt, sorgsam von allen Seiten betrachtet und mit den behandelnden Fachärzten abgestimmt werden:

  • bei Tumorerkrankungen, bestrahlte Kieferknochen
  • bei Stoffwechselerkrankungen wie Osteoporose oder Diabetes
  • bei einer gestörten Blutgerinnung
  • bei der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten wie Bisphosphonaten, Cortison, Immunsupressiva oder Zytostatika

Rauchen ist generell ein hoher Risikofaktor für die Mundgesundheit. Das Risiko für Entzündungen im Mund ist deutlich erhöht und die Wundheilung verläuft deutlich schlechter als bei Nichtrauchern. Stop Smoking ist hier in jedem Fall die gesündere Wahl – ob mit oder ohne Zahnimplantat

#FragDenZahnarzt Giftiger Rauch für Zähne und Zahnfleisch: So schaden Zigaretten der Mundgesundheit

Fester Halt für feste Zähne: Knochenaufbau für die erfolgreiche Implantation

In fast jedem Artikel über Zahnimplantate geht es – natürlich – auch um den Kieferknochen. Hier sollen die künstlichen Zahnwurzeln schließlich dauerhaft und sicher verankert werden. Nicht immer ist der Kieferknochen in einem Zustand, der es ermöglicht, Zahnimplantate unmittelbar einzusetzen.

Die Gründe hierfür sind vielfältig:

  • jahrzehntelanges Rauchen
  • eine nicht geschlossene Zahnlücke
  • das jahrelange Tragen einer Vollprothese
  • Stoffwechselerkrankungen
  • eine unbehandelte Parodontitis

Aber keine Panik: Kieferknochen kann mit unterschiedlichen Methoden und Materialien wieder aufgebaut werden. Die Zahnprofis sprechen hier von der Augmentation. Ihr Zahnarzt oder Implantologe erläutert Ihnen sicher, wie fehlender Knochen ersetzt wird.

Zahnimplantate erfolgreich und sicher einsetzen

Wenn für Sie eine Zahnimplantation in Frage kommt, haben Sie sicher viele Fragen. Neben den Kosten, die wir zu Beginn des Artikels ja schon besprochen haben, geht es natürlich auch um die Frage: Wer darf Zahnimplantate einsetzen?

Zahnimplantate sollten nur Zahnärzte einsetzen, die über die entsprechenden Qualifikationen verfügen. Hier zu unterscheiden ist für den Patienten allerdings nicht ganz einfach. Nur weil auf einem Praxisschild die Bezeichnung Implantologie steht, sagt das noch nichts über die Qualität der Behandlung und die Erfahrungen des Zahnarztes aus.

Der Begriff des Implantologen ist nicht geschützt und jeder Zahnarzt, Oralchirurg oder MKG-Chirurg kann sich so nennen, wenn er Zahnimplantate einsetzt. In Deutschland gibt es implantologische Fachgesellschaften, die Implantologen nach festgelegten Kriterien ausbilden.

Auf deren Internetseiten können Sie sich zum Thema Zahnimplantate informieren und nach qualifizierten Implantologen in Ihrer Region suchen:

 

Am Ende hat die Wahl des Implantologen immer mit Vertrauen und auch mit dem persönlichen guten Gefühl des Patienten zu tun. Die Initiative proDente e. V. rät dazu, dem Zahnarzt konkrete Fragen zu stellen, um hier ein Stück weit mehr Sicherheit zu erhalten.

Die Initiative proDente e. V. informiert zum Thema Zahnimplantate. Diese Fragen sollten Sie einem Zahnarzt zu Implanaten stellen.

Die wesentlichen Schritte einer Zahnimplantation

Auf den Internetseiten der implantologischen Fachgesellschaften finden Sie jede Menge Informationen zum Ablauf einer Behandlung. Wir haben hier einmal die zentralen Punkte verkürzt für Sie zusammengefasst:

  • Gespräch und Anamnese: Ohne ein umfassendes Gespräch und eine intensive Untersuchung geht es nicht. Neben dem Zustand der Zähne und des Kieferknochens ist auch die allgemeine Gesundheit des Patienten wichtig. So muss der behandelnde Zahnarzt wissen, ob beispielsweise eine Osteoporose, ein Diabetes oder eine Tumorerkrankung vorliegen.
  • Röntgenbefund: Viele Implantologen setzen auf die digitalen Bilder eines DVT. Der Digitale Volumentomograph erstellt dreidimensionale Bilder von allen wichtigen Strukturen rund um das OP-Gebiet. Hier sieht der Spezialist, ob der Kieferknochen ausreicht und wo Gefäße und Nervenbahnen verlaufen.
  • Vorbehandlung: Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) werden vor einer Zahnimplantation behandelt. Je nach Zustand des Kieferknochens kann ein zusätzlicher Knochenaufbau (Augmentation) notwendig sein.
  • Betäubung: In der Regel ist vor einer unkomplizierten ambulanten Implantation eine lokale Anästhesie (örtliche Betäubung) ausreichend. Komplexere Eingriffe, die über mehrere Stunden gehen, können auch in Vollnarkose durchgeführt werden. Zahnarztpraxen, die nicht über die entsprechende Ausrüstung und Qualifikation verfügen, kooperieren in solchen Fällen häufig mit Anästhesisten oder Kliniken in der Region. Auch der Dämmerschlaf (Analgosedierung) kommt bei einer Implantation zum Einsatz
  • Operation: Der Implantologe legt das OP-Feld frei indem er die Mundschleimhaut öffnet. Mit speziellen Instrumenten präpariert er das Zahnbett so, dass die Zahnimplantate an der festgelegten Stelle verankert werden können.
  • Einheilung: Es dauert in der Regel einige Monate, bis das Zahnimplantat fest im Kieferknochen eingeheilt ist. In dieser Zeit tragen die Patienten das Provisorium, bis der finale (endgültige)  Zahnersatz eingesetzt werden kann.
  • Zahnersatz: Art und Material des Zahnersatzes wurden im Vorfeld zwischen Patient, Zahnarzt und Zahntechniker abgestimmt. Der voll belastbare Zahnersatz kommt normalerweise dann zum Einsatz, wenn das Implantat fest im Knochen eingeheilt ist. Es gibt aber auch besondere Behandlungsoptionen, bei denen die Patienten sehr schnell mit belastbarem Zahnersatz versorgt werden können (Stichworte: Sofortimplantation, Sofortbelastung).
  • Nachsorge: Zahnersatz auf Implantaten benötigt die gleiche Pflege wie unsere natürlichen Zähne. Ihr Zahnarzt wird Sie über die sinnvolle Implantatprophylaxe aufklären und Ihnen die entsprechenden Tipps für zuhause mit auf den Weg geben.

Implantologie erklärt älterem Patienten die Versorgung mit einem Zahnimplantat.

Je nach Situation: Eingriffe mit und ohne Skalpell

Bei einem konventionellen Eingriff legt der Implantologe den Kieferknochen frei, indem er die Mundschleimhaut mit einem Skalpell öffnet. Nachdem das Implantat eingesetzt wurde, vernäht er die Mundschleimhaut und nach 8 bis 10 Tagen werden die Fäden wieder gezogen. Schwellungen und leichte Blutergüsse sind möglich, die aber nach 2 bis 3 Tagen abklingen sollten. Gut kühlen und leichte Schmerzmittel helfen hier in der Regel sehr gut.

Minimalinvasive Implantologie / navigierte Implantologie

Viele Zahnärzte und Implantologen setzen heutzutage auf schonende Eingriffe, die den Patienten so wenig wie möglich belasten. Bei der minimalinvasiven Implantologie wird der Knochen nicht mehr freigelegt. Eine winzige Öffnung in der Mundschleimhaut reicht aus, um das Implantat an der festgelegten Position zu fixieren.

Möglich wird das durch die Kombination aus dreidimensionalen Röntgenbildern und der exakten Vorplanung der Implantation am Computer. Auf Basis der digitalen Daten erstellt das Dentallabor eine Schablone mit vorgestanzten Öffnungen, die genau zeigen, wo die Implantate gesetzt werden müssen.

Die Schablone wird auf den Kiefer gesetzt und führt die kleinen Implantatbohrer – navigiert sie also durch die Mundschleimhaut ans Ziel.

Thema Zahnimplantate: Am Computer geplante Implantologie. Betrachtung eines Röntgenbildes am Computerbildschirm.

Aber Achtung: Entscheidend für eine erfolgreiche Implantation ist nicht die Technik, sondern die Erfahrung eines Implantologen nach vielen hundert (oder mehr) gesetzten Implantaten!

Die Sofortimplantation: Zahnersatz ohne lange Wartezeit

Niemand möchte gerne lange auf seine neuen Zähne warten, wenn die Lösung zum Greifen nahe ist. Vor allem die Patienten, die unter ihrer Zahnlosigkeit leiden, möchten den neuen Zahnersatz natürlich am liebsten sofort. Demnach haben auch die Zahnärzte das Ziel, Patientinnen und Patienten möglichst schnell mit dem passenden Zahnersatz zu versorgen. In der Implantologie unterscheiden die Mediziner die Sofortimplantation von der Sofortbelastung.

Dr. Gerald Schillig, Zahnarzt und Implantologe aus Hannover, erklärt den Unterschied:

“Bei einer Sofortimplantation setzen wir das Zahnimplantat ein, kurz nachdem der eigene Zahn entfernt wurde, also wenn möglich noch am gleichen Tag. Die verzögerte Sofortimplantation findet einige Tage oder Wochen später statt. Bei dieser Methode nutzen wir den vorhandenen Kieferknochen für die Implantation. So beugen wir dem drohenden Knochenverlust vor, der während einer langen Heilungsphase entstehen kann. Voraussetzungen sind aber ein ausreichendes Knochenangebot und eine entzündungsfreie Umgebung.

Bei der Sofortbelastung befestigen wir die Krone oder Brücke direkt nach dem Einsetzen auf dem Zahnimplantat. Dieses Vorgehen bietet sich an, wenn das Implantat direkt nach dem Einsetzen schon sehr stabil ist.”

Das Projekt für Zahnlose: Feste Zähne an einem Tag

Eine besondere Behandlungsmethode wird von den meisten Zahnärzten und Implantologen mit Feste Zähne an einem Tag umschrieben. Je nach Implantathersteller sind auch Bezeichnungen wie All-on-4, All-on-6 oder Fast & Fixed zu finden.

Unabhängig von der Bezeichnung geht es dabei immer um das gleiche Prinzip: Zahnlosen Patienten in kurzer Zeit zu neuen festen Zähnen zu verhelfen. Dabei werden möglichst wenige Implantate eingesetzt: Im Unterkiefer in der Regel 4 und im Oberkiefer 4 bis 6 – eine Entscheidung, die der Implantologe je nach Ausgangssituation individuell trifft. An einem Tag werden dabei die wesentlichen chirurgischen Schritte durchgeführt, deren Abläufe von Praxis zu Praxis natürlich variieren können.

Ablauf einer Behandlung für zahnlose Patienten mit der All on 4 Methode für feste Zähne an einem Tag.

Spannend an dieser Methode: Der zuvor zahnlose Patient verlässt am Tag der Behandlung die Zahnarztpraxis oder die Zahnklinik mit einer belastbaren Zahnbrücke. Möglich wird das durch die besondere schräge Stellung der hinteren Zahnimplantate. Bei dieser Methode kann in der Regel zudem auf einen langwierigen Knochenaufbau verzichtet werden.

Feste Zähne an einem Tag ist für viele Patienten Alternative zur herausnehmbaren Zahnprothese mit Gaumenplatte.

Implantatprophylaxe: Auch Zahnimplantate benötigen professionelle Pflege

Zahnärztin erklärt einem Patienten die Reinigung der Zahnzwischenräume.

Von der Parodontitis haben Sie sicher alle schon einmal gehört oder gelesen. Die bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates ist die häufigste Ursache für Zahnverlust bei erwachsenen Menschen in Deutschland.

Auch Zahnimplantate können verloren gehen, wenn bakterielle Beläge rund um die künstliche Zahnwurzel ihr Unwesen treiben. Auch hier können sie Entzündungen und in der Folge Knochenschwund auslösen, der das Zahnimplantat zum Wackeln und zur Aufgabe zwingen kann.

Die Prophylaxe-Profis in Ihrer Zahnarztpraxis werden Sie schon sehr früh auf die Notwendigkeit regelmäßiger Prophylaxe-Termine hinweisen und Ihnen die optimale Pflege von Implantaten und Zahnersatz eingehend erklären.

Die professionelle Zahn- und Implantatreinigung (PZIR)

Auch hier heißt es: bakterielle Beläge möglichst oft und möglichst gründlich entfernen. Dazu wird in der Praxis der Zahnersatz abgenommen und genauso wie Zahnimplanate, Zahnfleisch, die Zähne und die Zunge gründlich gereinigt.

Das Aktionsbündnis gesundes Implantat empfiehlt den folgenden Ablauf einer PZIR in der Praxis

  • Ultraschallinstrumente entfernen Beläge mit hochfrequenten Schwingungen.
  • Pulverstrahlgeräte reinigen die Implantatoberfläche gründlich mit einem Strahl aus Luft, Wasser und einem speziellen Pulver. Auch unterhalb des Zahnfleisches können damit bakterielle Beläge entfernt werden.
  • Spülungen mit Chlorhexidin tragen zur Verringerung der Keimzahl bei.
  • Die anschließende Politur hemmt die erneute Plaqueanlagerung.
  • Zum Schutz des Zahnfleisches kann ein Pflegegel aufgetragen werden.
  • Im Rahmen der Prophylaxebehandlung erfahren Sie, wie Sie Ihre Zähne und Implantate zu Hause am besten pflegen.
  • Stellt Ihr behandelnder Zahnmediziner während eines solchen Termins Entzündungen fest, kann er rechtzeitig eine Therapie beginnen.

Fragen und Antworten zu Zahnimplantaten

Wie lange halten Zahnimplantate?

Bei guter Pflege und einer allgemein guten Gesundheit halten Zahnimplantate mehrere Jahrzehnte. Starkes Rauchen oder eine schlechte Mundhygiene können Entzündungen rund um das Implantat begünstigen und zu einem Verlust des Zahnimplantates samt Zahnersatz führen.

Wie lange dauert die Behandlung mit Zahnimplantaten?

Eine normale Implantation sollte nicht länger als rund 60 bis 90 Minuten dauern. Individuelle Rahmenbedingungen sind hier natürlich entscheidend und bestimmen die Dauer der Behandlung individuell.

Was darf man nach einer Zahnimplantation essen?

Auch wenn Sie nach einer Zahnimplantation wenig Beschwerden verspüren, sollten Sie mit dem essen und trinken noch etwas vorsichtig sein. Unmittelbar nach der OP haben Sie sicher Durst, hier empfiehlt sich lauwarmes Wasser mit einem Strohhalm zu trinken. Suppen und weiche Speisen sind in den ersten Tagen nach der Implantation gut geeignet – das sollten Sie aber mit Ihrem behandelnden Zahnarzt abstimmen. Achten Sie in jedem Fall darauf, den Mund nach dem Essen auszuspülen und möglichst alle Nahrungsreste zu entfernen

Wie lange hat man Schmerzen nach einer Zahnimplantation?

Das Schmerzempfinden ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. In den Tagen nach der Behandlung können leichte Schmerzen auftreten, die mit geeigneten Schmerzmitteln behandelt werden können. Regelmäßiges Kühlen wirkt gegen Schwellungen und lindert ebenfalls die Schmerzen. Sollten die Schmerzen trotz einer ärztlich abgestimmten Behandlung nach 2 bis 3 Tagen noch andauern, suchen Sie unbedingt Ihren behandelnden Zahnarzt auf.

Wie lange ist man nach einer Zahnimplantation krank geschrieben?

Das hängt natürlich in erster Linie von dem individuellen Zustand des Patienten direkt nach der OP ab – und selbstverständlich auch von der jeweiligen Sportart. Bei körperlich belastenden Sportarten ist eine Pause von mindestens drei Tagen zu empfehlen, damit die strapazierten Blutgefäße und das Gewebe nicht zusätzlich gestresst werden