Was tun, wenn auf einmal ein Zahn fehlt? Wie können größere Zahnlücken oder gar ein zahnloser Kiefer optimal versorgt werden? Für viele Menschen heißt die Lösung: Zahnimplantate! Die künstlichen Zahnwurzeln sind mehr als ein bloßer Lückenfüller. Sie ersetzen verloren gegangene Zähne, bieten Zahnersatz einen sicheren Halt und sehen darüber hinaus – mit den passenden Kronen und Brücken – auch noch natürlich gut aus. Eine Qualität, die ihren Preis hat. Wir beschäftigen uns daher heute mit der Frage: Was kosten Zahnimplantate?

ein mann zählt geld für dem computer und fragt sich: was kosten eigentlich zahnimplantate? information mundgesundheit gibt die antwort

Woraus setzen sich die Kosten für Zahnimplantate zusammen?

Die Summe auf der Arztrechnung enthält nicht nur die reinen Kosten für ein Implantat. Folgende Faktoren beeinflussen die Höhe der Rechnungssumme:

  • Zahl der Implantate
  • Kosten für Zahnersatz
  • Material- und Laborkosten
  • Arzthonorare
  • Schwierigkeit des Eingriffs
  • Zusätzliche Leistungen wie Röntgendiagnostik

Ein Implantat ersetzt die künstliche Zahnwurzel. Der sichtbare Zahnersatz sind jedoch Kronen, Brücken und Prothesen, die mit dem Implantat verschraubt werden. Die Kosten hierfür kommen zu dem Rechnungsbetrag also noch hinzu.

Warum ist es eigentlich wichtig, verloren gegangene Zähne wieder zu ersetzen? Die Antwort finden Sie hier: Die Lücke im Gebiss – was passiert, wenn ein Zahn fehlt?

Welche Kosten übernehmen Versicherungen?

Die Implantation gehört nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Heißt: Eine Kostenübernahme gibt es nur in besonderen Ausnahmefällen.

Statement der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV):  “Nur bei einigen, in Richtlinien festgelegten schweren Erkrankungen (zum Beispiel nach Tumoroperation oder Unfall), bei denen eine zahnmedizinische Versorgung ohne Implantate nicht möglich ist, hat die Krankenkasse die Kosten für die implantologischen Leistungen zu übernehmen. In diesen Ausnahmefällen kommt sie auch für die Kosten des Zahnersatzes auf den Implantaten auf.” 

Im Normalfall können gesetzlich versicherte Patienten immerhin mit einem Festzuschuss der Krankenkasse zu ihrem Zahnersatz rechnen. Bei Privatversicherten hängt die Kostenerstattung vom gewählten Tarif ab.

Was sind Festzuschüsse?

Seit 2005 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen einen Festzuschuss für Zahnersatz. Und zwar unabhängig davon, für welche Versorgungsform sich der Patient entscheidet. Die Unterstützung gibt es also auch, wenn Implantate die fehlenden oder erkrankten Zähne ersetzen sollen.

“In der Regel beträgt dieser Zuschuss 50 Prozent der Kosten der Regelversorgung, also einer konventionellen Versorgung mit Zahnersatz ohne Implantate”, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich e. V. 

Wer sich seine regelmäßigen Prophylaxetermine im Bonusheft eintragen lässt, erhält einen bis zu 30 % höheren Zuschuss zum Zahnersatz von seiner gesetzlichen Krankenversicherung!

Was kosten Einzelzahnimplantate?

Implantat ist nicht gleich Implantat. Es gibt künstliche Zahnwurzeln von renommierten Herstellern und einige von weniger bekannten. Am Ende geht es immer um die Frage: Was bin ich bereit, für meine Gesundheit auszugeben? Wer sich für ein Einzelzahnimplantat entscheidet, sollte mit einer Summe von etwa 1500 bis 2200 Euro rechnen.

Die Kostenfrage hängt vom Material ab

Die Kosten hängen natürlich auch vom gewählten Material ab. Die meisten Zahnarztpraxen verwenden Titanimplantate. Doch immer häufiger kommen auch künstliche Zahnwurzeln aus Keramik zum Einsatz. Implantate aus dem Hochleistungsporzellan erfüllen höchste Ansprüche an Ästhetik und Funktionalität und sind deshalb auch etwas teurer.

Was kosten Keramikimplantate?

Keramikimplantate kosten in der Regel etwa ein Drittel mehr als Titanimplantate. Das hängt mit der besonders guten Qualität des Werkstoffs Zirkonoxid zusammen, aus dem die künstlichen Zahnwurzeln gefertigt werden. Für eine Versorgung mit einem Keramikimplantat kann am Ende eine Summe von rund 3000 Euro auf der Rechnung stehen.

INFO: Vollkeramik als Zahnersatz: Hochleistungsporzellan für den richtigen Biss 

Warum zahlt sich Qualität aus?

Titan ist seit Jahrzehnten das Material der Wahl, wenn es um eine Versorgung mit Implantaten geht. Doch die Lösung aus Keramik kommt immer mehr in Mode. Zahnärzte und Patienten schätzen die Vorteile des leistungsstarken Werkstoffs Zirkonoxid.

Vorteile der Keramikimplantate:

  • besonders gut verträglich
  • hohe Bruchfestigkeit
  • ästhetisch anspruchsvoll
  • für Allergiker geeignet
  • gewebefreundlich

Wer sich für ein Keramikimplantat entscheidet, möchte vor allem eines: Dass niemand den Unterschied zu den echten Zähnen merkt. Bei Titanimplantaten besteht die Gefahr, dass das Metall durch das Zahnfleisch schimmert.

Welche zusätzlichen Kosten sind möglich?

Nicht nur die Materialkosten müssen in die Rechnung einfließen, sondern auch mögliche Vorbehandlungen. Folgende Fragen spielen bei den zusätzlichen Kosten für eine Implantation eine Rolle.

Ist ein Knochenaufbau nötig? Bei vielen Patienten ist der Knochen nicht stabil genug, um Implantate halten zu können. Hier muss der Implantologe den Knochen augmentieren – also neu aufbauen. Je nach Behandlungsmethode kann das länger dauern und teurer werden.

INFO: Knochenaufbau für sichere Zahnimplantate: Wie fehlender Knochen ersetzt wird

Welches Diagnostikverfahren wird verwendet? Für eine genaue Diagnose arbeiten viele Zahnarztpraxen mit einem Digitalen Volumentomographen (DVT). Das moderne Röntgengerät fertigt hochpräzise 3D-Aufnahmen der Kieferknochen an. Eine DVT-Diagnostik sorgt für eine sichere und planbare Implantation, ist aber umfangreicher und kostet entsprechend mehr.

Müssen Restzähne entfernt werden? Auch das Entfernen von Restzähnen kann die Vorbehandlung verlängern und die Summe für die Implantation höher werden lassen.

Was steht im Heil- und Kostenplan?

Damit der Patient den Überblick behält, fasst der Zahnarzt oder Implantologe die geplante Behandlung in einem Heil- und Kostenplan (HKP) zusammen. Das steht drin:

  • Angaben zum Versicherten
  • Mögliche Zuschüsse der Krankenkasse
  • Zusammensetzung der Behandlungskosten
  • Bestätigung eines Gutachters der Krankenkasse
  • Herstellungsort des Zahnersatzes

Bei den vielen Feldern und Kürzeln kann der Laie schnell den Überblick verlieren. Bevor Sie den Heil- und Kostenplan unterschreiben, klären Sie offene Fragen mit Ihrem Zahnarzt.