Das ist passiert: Marco D. hat Wasser gekocht, um sich nach einem langen Fußweg in eisiger Kälte mit einer Tasse Tee etwas aufzuwärmen. Der heiße Tee sollte ihm gut tun – doch mit mit den ersten Tropfen kam der Schmerz. Marco D. zuckte zusammen und fasste sich an die Wange. Die Beweislage ist eindeutig: Empfindliche Zähne haben Marco D. den Tee-Genuss verdorben! Junger Mann mit Zahnschmerzen und einer Tasse Tee sitzt vor demComputer

Heißes oder Kaltes trifft die Zähne ins Mark

Allerdings ist der junge Mann nicht unschuldig an seinem Tee-Dilemma. Was ihm beim Trinken so weh getan hat, war nämlich gar nicht der Zahn an sich, sondern der Zahnhals. Der liegt normalerweise unter dem Zahnfleisch und kommt mit heißen Getränken nicht in Kontakt. Durch eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder eine bakterielle Entzündung des Zahnbetts (Parodontitis) kann sich das ändern – das Zahnfleisch geht zurück, der Zahnhals wird freigelegt und macht sich bemerkbar.

Da Marco D. aber nichts von Zahnärzten und noch weniger von einer regelmäßigen Prophylaxe hält, ist das niemandem aufgefallen. Deshalb haben die empfindlichen Nerven im Zahnhals einen Warnschuss abgeben. Der heiße Tee und vorher die kalte Luft draußen waren zu viel für sie. Starke Temperaturschwankungen tun besonders im Winter schmerzempfindlichen Zähnen richtig weh. Heißes oder Kaltes trifft dann direkt ins Mark – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

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Power-Schrubben ruiniert das Zahnfleisch

Im Zahnhals befinden sich tausende feinster Kanälchen, die ins Zahnmark führen. Hitze oder Kälte können sie reizen, dann schicken sie die Botschaft „Achtung, jetzt tut’s weh“ ans Gehirn. Das ist der blitzartige Schmerz, den auch Marco D. beim Teetrinken gespürt hat.

Der junge Mann geht aber nicht nur selten zum Zahnarzt, sondern ist auch noch ein „Power-Schrubber“. Damit ist das Schicksal schmerzempfindlicher Zähne quasi besiegelt. Durch zu kräftiges Drücken mit der Zahnbürste schrubbt er sich das Zahnfleisch regelrecht mit weg. Dadurch liegen irgendwann die Zahnhälse frei und das hat dann die gleiche Konsequenz wie das Schwänzen des Zahnarztbesuchs: Schmerzen.

Der Zahnarztbesuch als wirksames Schmerzmittel

Da ist es vielleicht doch ganz sinnvoll, den Zahnarzt mal über die empfindlichen Zahnhälse schauen zu lassen. Der Profi in der Praxis erkennt die ersten Anzeichen, bevor es beim Teetrinken weh tut und leitet sofort entsprechende Gegenmaßnahmen ein.

Empfindliche Stellen kann der Zahnarzt mit Fluoridlacken oder speziellen Kunststoffen verschließen. Das reduziert die Empfindlichkeit der Zähne schon einmal für mehrere Monate. Auf lange Sicht sollte Marco D. aber herausfinden, warum sich sein Zahnfleisch zurückbildet und etwas dagegen tun.

Eine regelmäßige Prophylaxe wäre schon mal der erste Schritt zur Besserung. #FragDenZahnarzt