Es gibt sie überall und für jede Lebenslage: Volksweisheiten und Ratschläge, die sich über Jahrzehnte hartnäckig halten. Das gilt natürlich auch für die Gesundheit und Pflege der Zähne. Nur haben Volksmund und Großmutter nicht immer recht, wie die folgenden Themen zeigen (Quelle: Initiative proDente e. V. / goDentis). Und wie immer gilt auch hier: #fragdenzahnarzt

überforderung

Milchzähne fallen aus und müssen nicht gepflegt werden!
Eine gute und umfassende Mundhygiene beginnt mit dem ersten Zahn (oder noch früher – in der Schwangerschaft). Karies an den Milchzähnen erhöht das Kariesrisiko für die bleibenden Zähne deutlich. Für eine normale Entwicklung der Zähne und des Kiefers ist ein gesundes Milchgebiss enorm wichtig. Zahnärzte und Kieferorthopäden raten daher zu einer umfassenden und präventiven Zahnpflege von Anfang an.

Informationen im Blog: Eltern aufgepasst: Experten-Alarm bei Karies im Kindermund!

Fluoride sind nicht so wichtig, oder gar schädlich!
Der richtige Einsatz von Fluoriden ist ein wichtiger Baustein in der Kariesprophylaxe. Fluoride härten den Zahnschmelz, unterstützen die Remineralisierung und erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Zähne. Eine ausreichende Versorgung mit Fluoriden senkt das Kariesrisiko. Fluoride wirken direkt am Zahn – daher empfehlen Zahnmediziner den Einsatz fluoridhaltiger Zahnpasten. Speisesalz mit Jod und Fluoriden unterstützt die Kariesprophylaxe.

Informationen im Blog: Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasta ist sicher und schützt wirksam vor Karies!

Die professionelle Zahnreinigung bringt nichts!
Die PZR ist ein wichtiger Teil moderner Prophylaxekonzepte. Bei der „professionellen Zahnreinigung“ werden bakterielle Beläge dort entfernt, wo die Zahnbürste keine Chance hat. Entscheidend ist der Bereich unterhalb des Zahnfleischrandes und die sogenannten Zahnfleischtaschen. Hier können nur die geschulten Prophylaxeexperten den Bakterien zu Leibe rücken.

Informationen im Blog: Prophylaxe ist nicht nur ein Frühjahrsputz für die Zähne!

Wer feste schrubbt, putzt richtig!
Wer Zähnen und Zahnfleisch täglich die harten Borsten einer Zahnbürste kraftvoll zu spüren gibt, der riskiert bleibende Schäden. Power-Schrubber können nicht nur das Zahnfleisch verletzen, auch der Zahnschmelz kann beschädigt werden. Die Folge: freiliegende und schmerzempfindliche Zahnhälse. Wie mit weichen Borsten und der richtigen Putztechnik die Zähne optimal gereinigt werden, das wissen die Prophylaxeprofis in der Praxis.

Informationen im Blog: Nur bürsten reicht nicht – Bakterien sind überall!

Sofort nach dem Essen – Zähne putzen nicht vergessen!
Kann man machen, ist aber nicht immer gesund! Wer saure Speisen oder Getränke konsumiert hat, der sollte mit dem Putzen mindesten eine halbe Stunde warten. Säuren entziehen dem Zahnschmelz Mineralien und weichen ihn so auf. Wer jetzt putzt, der kann den Zahnschmelz im wahrsten Sinne des Wortes mit wegschrubben. Der Speichel braucht Zeit, die Säuren zu neutralisieren und die Zähne mit Mineralstoffen zu versorgen. Ausreichend klares Wasser ist hier eine prima Unterstützung!

60 Sekunden putzen ist ausreichend!
Das gilt vielleicht für das Waschbecken nach dem Zähne putzen – aber sicher nicht für die tägliche Zahnreinigung. Morgens und Abends sollte die Zahnbürste mindestens drei Minuten zum Einsatz kommen, sonst ist es kaum möglich, den bakteriellen Zahnbelag zu entfernen. Im Anschluss geht es den Belägen zwischen den Zähnen mit Bürstchen und Zahnseide an den Kragen!

Jedes Kind kostet einen Zahn!
Zum Glück nicht! Werdende Mütter, die Zähne und Zahnfleisch gut pflegen und die regelmäßige Kontrolle in der Zahnarztpraxis wahrnehmen, kommen sicher ohne Zahnverlust durch die Schwangerschaft. Es stimmt, dass sich durch die Schwangerschaft auch die Risiken für die Mundgesundheit erhöhen: Gelockertes Gewebe, mehr Säure im Mund (auch durch Erbrechen) – das schmeckt den Zähnen nicht. Zudem benötigen Mutter und Kind vermehrt Kalzium, also gilt es auch, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.

Kaugummi statt Zahnbürste!
Zahnpflegekaugummis sind eine gute Unterstützung der Mundhygiene nach dem Essen und zwischendurch. Wer viel kaut, produziert automatisch mehr Speichel – den natürlichen Selbstreiniger unserer Zähne. Mehr Speichel, das heißt auch mehr Mineralien für den angegriffenen Zahnschmelz. Die Kaugummies sollten natürlich keinen Zucker enthalten, sondern Xilit. Der natürliche Zuckeraustauschstoff hemmt Kariesbakterien.

Schlechte Zähne sind erblich!
Keine Panik! Man kann alles Mögliche von den Eltern oder den Großeltern erben (oder auch nicht), aber sicher keine schlechten Zähne. Die Beschaffenheit des Zahnschmelzes, die kann sicher auch genetisch bedingt sein. Aber wenn Zähne krank werden, sind sie in der Regel nicht gut gepflegt.

Nikotin sorgt nur für eine oberflächliche Verfärbung!
Mal abgesehen davon, dass Raucherzähne auf Dauer immer gelber werden können: Das Gift reduziert die Versorgung mit Blut und Sauerstoff und die Abwehrkräfte schwinden. Bakterien haben jetzt ein leichtes Spiel! Nikotin erhöht das Risiko für eine Parodontitis um ein Vielfaches – es droht Zahnausfall!

Informationen im Blog: Weltnichtrauchertag am 31. Mai – Warum Nikotin Zähne und Implantate gefährdet!

VIDEO: Gesunde Zähne, ein Leben lang!